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Jeder dritte Arbeitslose ist 50 oder älter + + + Mit Arbeitsmarktbericht

ahe Lüneburg. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Lüneburg ist wieder unter die 6-Prozent-Marke gerutscht. 5540 Frauen und Männer sind bei der Agentur für Arbeit aktuell als erwerbslos verzeichnet. Das entspricht einer Quote von 5,9 Prozent. Im August hatte sie noch bei 6,2 Prozent gelegen.

1683 Personen fanden im September aus der Arbeitslosigkeit heraus einen Job oder begannen eine Qualifizierungsmaßnahme, 1365 verloren ihre Arbeitsstelle. Im Vergleich zum September vergangenen Jahres gibt es derzeit 201 Arbeitslose weniger. Knapp jeder Dritte, der auf eine neue Anstellung hofft, ist 50 Jahre oder älter (32,2 Prozent), jeder Zehnte (10,8 Prozent) ist jünger als 25 Jahre. 31,1 Prozent in der Statistik gelten als Langzeitarbeitslose. Diese Zahlen gehen aus dem aktuellen Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit hervor.

„Der übliche Herbstaufschwung ließ die Arbeitslosenzahlen deutlich sinken. Gleichzeitig ist die Arbeitskräftenachfrage nach wie vor hoch. In einigen Branchen fällt es Unternehmen zunehmend schwerer, geeignete Fachkräfte zu finden“, berichtet Bernd Passier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur Lüneburg-Uelzen. Ein Indikator dafür sei die Vakanzzeit, die misst, wie lange es bis zur (Wieder-)Besetzung einer Stelle auf Fachkräfteebene dauert. Bundesweit betrage der Wert 83 Tage, in Lüneburg hingegen 100 Tage.

Der Fachkräfteengpass erstrecke sich insbesondere auf handwerkliche Berufe, wie in der Mechatronik oder Metallbearbeitung, auf die Bereiche Lager und Logistik, auf das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie auf den Pflegesektor. „Mit Weiterbildungen und Umschulungen versuchen wir, gezielt Perspektiven für Arbeitslose zu eröffnen“, verdeutlicht der Agenturchef. Im Rahmen der Niedersächsischen Fachkräftetage haben Arbeitsagenturen und Jobcenter Informationsveranstaltungen zum Thema Qualifizierung und Arbeitsmarktchancen organisiert. Zu einigen Veranstaltungen werden gezielt ungelernte Arbeitsuchende angesprochen, zu anderen wurden bestimmte Zielgruppen, wie Alleinerziehende ohne Berufsabschluss eingeladen. Darüber hinaus stehen die Vermittlungsfachkräfte auch für individuelle Beratungsgespräche zur Verfügung. Auch ein Blick auf die 1522 gemeldeten freien Stellen verrät, dass in vielen Betrieben durchaus noch Luft für weitere Beschäftigte wäre.

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen die Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie beruflicher Weiterbildung oder in Altersteilzeit sind. Die Unterbeschäftigung liegt im gesamten Agenturbezirk, zu dem auch die Kreise Harburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg gehören, bei 19581 Personen und sank gegenüber dem August um 636 Personen (3,1 Prozent). Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 6,5 Prozent.

Arbeitsmarktreport September 2015