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Der Lünebote zieht in neues Briefzentrum

ca Lüneburg. Bislang schaffte es der Lünebote, in Spitzenzeiten 20000 Sendungen pro Tag zu verarbeiten. Nun sind es 30000 — pro Stunde. Denn für das Zustellunternehmen bricht heute eine neue Zeit an: Der Betrieb ist von der Conventstraße mitten in der Stadt umgezogen an die Stadtkoppel. Im ehemaligen Gebäude des Nordlanddrucks können Geschäftsführer Jens Vasicek und seine Mannschaft modernste Technik nutzen: Die Firma hat 1,3 Millionen Euro in eine Briefsortieranlage mit dem Namen Apache investiert.

Es ist auch ein gewisser Abschied von der Handarbeit. Vorher haben Mitarbeiter vieles sortieren müssen, um Touren zusammenzustellen. Das übernimmt nun die Maschine. Die hat gewaltige Kapazitäten. „Das Briefzentrum ist ausgelegt auf bis zu 300000 Sendungen pro Tag“, sagt Vasicek. Das macht klar: Die Anlage braucht Futter. Das bedeutet: Die Firma will wachsen.

Der Geschäftsführer und seine Betriebsleiterin Ingrid Stumpf haben das Unternehmen in Richtung Uelzen ausgedehnt. Im Heidekreis arbeiten sie zudem künftig mit einer Firma zusammen, in Lüneburg werden deren Briefe passgenau sortiert, die dann zwischen Soltau und Walsrode von dortigen Austrägern zugestellt werden. Mit Perspektive wollen sie mit Partnern in den Kreisen Harburg und Lüchow-Dannenberg tätig werden. Zudem übernehmen sie für andere Unternehmen eine Vorsortierung für deren Sendungen. Das bedeutet für die Firmen: Geben sie die vorsortierten Briefe dann zur Post, lässt sich Porto sparen.

Und das ist nicht alles. Dadurch, dass die Briefe fotografiert und quasi codiert werden, weiß der Lünebote ständig, wo sich die Sendung befindet. Er kann also sagen, wann etwa eine Rechnung oder ein Behördenbrief im Kasten des Empfängers lag. Das hilft, wenn jemand im Nachhinein behauptet, die Mahnung sei nie bei ihm eingegangen. Weiteres Plus: In der Zentrale oder via Datenleitung auch von anderswo, ist nachvollziehbar, ob es einen Fehler gab: Hat sich ein Dreher in die Hausnummer eingeschlichen? Ist ein Name im Adressfeld falsch geschrieben? Vasicek sieht in der Technik auch einen Vorteil für Mitarbeiter: Kann beispielsweise eine Mutter nicht in den Betrieb kommen, weil ihr Kind krank ist, kann sie ihre Arbeit im Zweifel im Homeoffice erledigen. Das alles klingt so innovativ, dass die N-Bank Fördermittel der Europäischen Union in das Projekt fließen lässt.

48 Mitarbeiter beschäftigt der Lünebote inzwischen, davon zehn im Briefzentrum. Wenn neue Kunden hinzukommen, dann könnten neue Arbeitsplätze entstehen. Und außerdem hat Vasicek weitere Ideen in der Planung — der Lünebote will weiter wachsen.