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Henning Hinrichs, Pastor in der Auferstehungsgemeinde in Reppenstedt, freut sich über die neuen Kirchenfenster, die am Sonntag, 10 Uhr, in einem Gottesdienst eingeweiht werden. Foto: be
Henning Hinrichs, Pastor in der Auferstehungsgemeinde in Reppenstedt, freut sich über die neuen Kirchenfenster, die am Sonntag, 10 Uhr, in einem Gottesdienst eingeweiht werden. Foto: be

In der Kirche wird es bunt

pet Reppenstedt. Pastor Henning Hinrichs freut sich darauf. Und mit ihm die Mitglieder der evangelisch-lutherischen Auferstehungsgemeinde in Reppenstedt: Am Sonntag, 4. Oktober, werden im Rahmen eines Gottesdienstes (Beginn: 10 Uhr) die beiden neuen Kirchenfenster, die in dieser Woche eingebaut worden sind, eingeweiht. Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle Besucher und Gäste zu einem Empfang eingeladen.

1968 wurde die Auferstehungsgemeinde gegründet, im gleichen Jahr die Kirche an der Posener Straße gebaut, im Stil der damaligen Zeit eher schmucklos, versehen an zwei Seiten mit Fenstern, die an Industrieverglasungen erinnern. Als die vor knapp drei Jahren verstorbene Reppenstedterin Doris Grohmann die Gemeinde in ihrem Testament bedachte, kam die Idee auf, nach fast 50 Jahren schönere Fenster einzubauen, erzählt Pastor Hinrichs, der seit sechseinhalb Jahren Seelsorger in der 3400 Menschen zählenden Kirchengemeinde ist.

Es habe insgesamt drei verschiedene Ideen für die Verwendung des Erbes gegeben, so Hinrichs. Schließlich, nach zahlreichen Diskussionen im Kirchenvorstand und in der Kirchengemeinde, habe man sich entschieden, das Geld der Stiftung der Kirchengemeinde und für neue Kirchenfenster zukommen zu lassen.

Den Auftrag für die neuen Kirchenfenster bekam die Berliner Künstlerin Marie-Luise Dähne, die vier Entwürfe vorlegte, aus denen der Kirchenvorstand einen auswählte. „Passend zu unserer modernen und lebendigen Gemeinde“, ist Pastor Hinrichs überzeugt von der Qualität der Arbeit.

Den Einbau hat die Firma Glasmalerei Peters aus Paderborn übernommen. Insgesamt, so Pastor Henning Hinrichs, betragen die Kosten für das große Fenster mit einem Maß von etwa 4,50 mal 2 Meter 30000 Euro. Für das kleinere gibt die Gemeinde 10000 Euro aus, die aus Spenden bestritten werden.

Marie-Luise Dähne deutet das Fenster so: Es „führt in eine unbekannte Weite. Die Farbigkeit von kräftig bis zart unterstreicht diesen Eindruck, ebenso wie die vorgelagerten transparenten Glas-(Deutungs)ebenen. Die bewegte Formsprache assoziiert Landschaft, es lassen sich Berge, Täler, Wasser und Licht erkennen, doch möchte vielmehr eine geistige Landschaft wahrgenommen werden. Das Unbekannte, das Erlösende ist voller Dynamik und Ruhe zugleich. Diesem Entwurf ist eine Energie eigen, die Weg und Aufbruch zum Thema hat.“ Ob diese Deutung mit ihrer eigenen übereinstimmt, davon können sich die Gemeindemitglieder jetzt überzeugen.

Und Pastor Henning Hinrichs erklärt: „Für mich lädt das Fenster ein, sich auf eine Reise zu begeben, eine Lebensreise. Es deutet verschiedene Ebenen an, das Hier und Jetzt und ein Dahinter“. Über Fenster voller Leben und Farben an der Südseite der Kirche können sich die Reppenstedter also ab sofort freuen. Auf der gegenüberliegenden Seite sind aber weiterhin die grauen Fenster aus den späten 1960er-Jahren zu sehen. „Eigentlich müssten die auch noch erneuert werden. Ich fände das schön“, sagt Hinrichs.