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Hannes Ohlroch konstruierte eine Bar. Seine Möbel kommen gut an: Seiner besten Freundin Uschi schenkte er zum Geburtstag ein TV-Bord. Foto: t&w
Hannes Ohlroch konstruierte eine Bar. Seine Möbel kommen gut an: Seiner besten Freundin Uschi schenkte er zum Geburtstag ein TV-Bord. Foto: t&w

Alte Paletten werden zu schmucken Möbeln

cec Lüneburg. Wer seinen Facebook-Account dieser Tage öffnet, könnte auf den Gedanken kommen, dass es um die Geschäfte von Ikea vielleicht nicht mehr so gut bestellt ist. Denn viele schrauben derzeit nicht mehr die Bausätze der schwedischen Möbelkette zusammen, sondern bauen sich Tisch, Stuhl oder Bett lieber selbst. „Do it yourself“, also „mach es selbst“, liegt im Trend. Auf die Renaissance von Stricken und Häkeln vor einigen Jahren folgte der Run der Gartenhaus-Selberbauer und Amateur-Möbeldesigner auf die Baumärkte. Sie eint die Lust am Gestalten und die Befriedigung darüber, am Ende das Ergebnis der eigenen Hände Arbeit im Wohn- oder Schlafzimmer aufzustellen.

Wie beispielsweise bei Hannes Ohlroch. Auch der Lüneburger ist dem Heimwerken verfallen, baute sich nach Anregungen aus dem Internet Bett, TV-Bank und Bar aus Paletten, dem aktuellen Lieblings-Rohstoff der Do-it-yourself-Gemeinde. Auch ein Facebook-Aufruf der LZ brachte viele schöne selbstgebaute Möbel unserer Leser ans Licht.

Im vergangenen Jahr ist Ohlroch für sein BWL-Studium von Hamburg nach Lüneburg gezogen und hat sich überlegt, wie er sich seine Studentenbude einrichtet. „Ich hatte keine Lust, meine ganzen alten Jugendmöbel mitzunehmen, war auf der Suche nach einer günstigen, aber schicken Alternative.“ Bei Bekannten habe er ein paar Paletten liegen sehen, die nicht mehr gebraucht wurden. Er hat sie ihnen abgekauft, um sich eine TV-Bank zusammenzuzimmern, mit der er die alte ersetzen konnte — „Pressspan, wie man das kennt.“

Dreieinhalb Paletten hat er benötigt, 7 Euro kostete eine — vom Preis her nicht die Welt. Und auch die übrigen Kosten für Griffe, Schrauben, Holzgrund und Lack-Lasur in der Farbe „Eiche mittel“ hielten sich im Rahmen. 40 bis 50 Euro, schätzt Ohlroch, hat ihn die TV-Bank insgesamt gekostet, 50 bis 60 Euro die Bar mit eingelassenen LED-Lampen. Vom Werkzeug her sei es etwas aufwendiger gewesen: Akkubohrer, Stichsäge, Elek­trohobel, Bits, Bohrer mit Rundbohraufsatz zum Einlassen der LED-Lampen.

Auch eine gewisse Grundausstattung seinerseits habe es gebraucht. Er verfüge über ein gutes Augenmaß und handwerkliches Geschick. „Ich bin ein Tüftler“, sagt der junge Mann, „habe schon in der Werkstatt meines Opas viel gebastelt.“ Das Heimwerken sei ein guter Ausgleich zu der Kopfarbeit, die er an der und für die Uni leiste. „Ich sitze den ganzen Tag am Schreibtisch, da ist es herrlich, mal wieder etwas mit den Händen machen zu können und ein Ergebnis zum Anfassen zu haben.“ Hinzu käme der Stolz, etwas nicht von der Stange gekauft, sondern selbst gemacht zu haben. „Es ist schön, sich mit den Möbeln etwas von der Masse abzusetzen. Es ist ein Zeichen meiner Individualität.“