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Die Gewinner der Aktion der Sparkasse Das tut gutfreuen sich über die Unterstützung. Das Geld hilft den Ehrenamtlichen, Gutes zu tun. Sparkassen-Vorstand Karl Reinhold Mai sagte, dass inzwischen viele Kunden mit darüber abstimmen, wohin Spenden fließen sollen. Foto: t&w
Die Gewinner der Aktion der Sparkasse Das tut gutfreuen sich über die Unterstützung. Das Geld hilft den Ehrenamtlichen, Gutes zu tun. Sparkassen-Vorstand Karl Reinhold Mai sagte, dass inzwischen viele Kunden mit darüber abstimmen, wohin Spenden fließen sollen. Foto: t&w

Kunden wählen Privileg-Projekte

cec Lüneburg. Lisa Rasul und Qefser Rashica sind selbst einmal Flüchtlingskinder gewesen. Nach ihrer Flucht aus Afghanistan und Kosovo wurden sie in Deutschland aufgenommen. Die beiden jungen Frauen wissen, wie es ist, die Heimat zu verlieren und auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Sie sind prädestiniert dafür, ihre Erfahrungen weiterzugeben und tun dies auch — mit großer Anerkennung: Mit ihrem Projekt „Verbesserungen der Sozialeinrichtungen in Lüneburger Flüchtlingsheimen“ wurden sie jetzt von den Giro-Privileg-Kunden der Sparkasse im Rahmen der Förderinitiative „Das tut gut“ auf den Platz 1 in der Kategorie „kleine Projekte“ gewählt und konnten sich so 6000 Euro sichern, mit denen sie die Gemeinschaftsräume in den Flüchtlingsunterkünften wohnlicher gestalten möchten. Mit einer kleinen Feier zeichnete das Sparkassenteam jetzt in der Ritterakademie 27 Projektträger aus, die jeweils mit bis zu 10000 Euro gefördert werden.

Im vierten Jahr von „Das tut gut“ bewarben sich 108 Teams mit ihren Ideen, 99 davon — gleichmäßig verteilt auf Stadt und Landkreis — erfüllten die Kriterien und standen zur Wahl. 70 Prozent bewegen sich im Bereich „Soziales“. Rund 3400 der 33000 Privileg-Kunden stimmten per Wahlbogen oder online ab. Gut 160000 Euro wurden auf 27 Ehrenamtlichen-Teams verteilt. Insgesamt 630000 Euro hat die Sparkasse mittlerweile in vier Jahren für 103 Projekte ausgeschüttet.

„Anfangs haben wir nicht damit gerechnet, dass so viele Projekte eingereicht werden. Und es werden auch von Jahr zu Jahr mehr Stimmen“, sagte Sparkassenvorstand Karl Reinhold Mai in seiner Begrüßungsrede. Die enorme Beteiligung freue ihn gerade angesichts zunehmender Anonymisierung in Internetzeiten umso mehr, da das Ziel von „Das tut gut“ sei, Menschen zusammenzubringen und zu ermuntern, etwas für die Region zu tun. „Die Menschen wollen in den Kontakt gehen“, so Mais Erfahrung, würden zudem sehr verantwortungsvoll mit den Mitteln umgehen. „Es geht nicht darum, schnell mal Geld abzugreifen. Wir hatten sogar schon Fälle, dass Projektträger gesagt haben, wir brauchen gar nicht das ganze Geld.“

Auch Sparkassensprecher Frank Elsner war guter Dinge, gehört doch „Das tut gut“ zu seinen favorisierten Aufgaben. „Das macht richtig Spaß. Die schönsten Momente, die Früchte des Wahlkampfes, sind die Reaktionen, die wir am Telefon erhalten, wenn wir die Gewinner anrufen. Darauf haben wir alle ein halbes Jahr lang hingefiebert.“ Positiv seien auch die Rückmeldungen derjenigen, die leer ausgehen, denn auch sie profitierten, da sie während der Wahlphase vor Ort bekannter würden und Unterstützer fänden. Nach Recherchen der Sparkasse gebe es in Deutschland keine vergleichbare Initiative, „die 160000 Euro aus der Hand gibt und darauf vertraut, dass die Menschen draußen eine bessere Urteilskraft haben als ein Gremium“. Was ihn wunderte: „Denn wer kann besser entscheiden, was in seiner Nachbarschaft verbessert werden soll, als die Menschen, die dort leben?“

In drei Kategorien — „klein“, „mittel“ und „groß“ — wurden die Initiativen ausgezeichnet. Zurücktreten musste dieses Jahr der dreimalige Gewinner in der größten Kategorie: die Alzheimer-Gesellschaft. „Um die Vielfalt zu gewährleisten, muss sie einmal pausieren“, erklärte Elsner. Exemplarisch stellten einige Ehrenamtliche ihre Projekte vor. Michael Bahr etwa, vom Technischen Hilfswerk Lüneburg, erklärte den Anwesenden die Strukturen des THW und seines Helfervereins, der finanzielle Lücken ausfülle, wenn es darum geht, neue Geräte anzuschaffen.

Mit den Fördermitteln soll ein Beleuchtungsanhänger beschafft werden, um Licht in nächtliche Notsituationen zu bringen. Oder Christian Hultsch, Leiter des Schulzentrums Bleckede, der von der Schulhofumgestaltung berichtete, die auf Initiative der Schüler im Rahmen einer Zukunftskonferenz entwickelt wurde. So wünschten sich die Schülerinnen und Schüler beispielsweise einen Zaun, damit von außen nicht so viele Fremde auf das Gelände gelangen.

Die Preisträger und ihre Projekte

Initiative Lisa Rasul und Qefser Rashica: Verbesserung der Sozialeinrichtungen in Lüneburger Flüchtlingsheimen, 6000 Euro
Rettungshundestaffel Elbe-Aller: Rettungshundestaffel-Ausrüstung, 2460 Euro
Bürgerhilfe Jugendtreff: Skatebahn 1600 Euro
Angehörigengruppe der Demenz-WG Schildsteinweg: Mit allen Sinnen genießen, 5000 Euro
Kinderkrippe Rasselbande: Neugestaltung des Außenbereiches, 2500 Euro
Zentrum für Familienbegleitung Kinderlotse: Sozialmedizinische Nachsorge Lüneburg, 9900 Euro
Waldkindergarten Boltersen: Bauwagenrenovierung, 8000 Euro
Oldtimer- und Lanz-Bulldog-Freunde, Kaarßen: Jugendarbeit an historischer Landtechnik, 6000 Euro
Grundschule Artlenburg: Lese-Wohlfühl-Ruhe-Raum, 3750 Euro
Kinderkrippe Barendorf: Klammeraffe & Co, 5000 Euro
Waldkindergarten Waldriesen Lüneburg: Ein warmes (!) Plätzchen im Winter für die Waldriesen, 3500 Euro
Verein Unser Lädchen: Mobil geht mehr!, 4896 Euro
THW-Helfervereinigung Lüneburg: Beschaffung eines Beleuchtungsanhängers, 10000 Euro
Förderverein Kriminalprävention: no risk more fun 2.0, 9200 Euro
Freiwillige Feuerwehr Hohnstorf/Elbe: Ausbildung bei der Feuerwehr, 8500 Euro
Förderkreis Inselsee: Möbel für den Inselsee Scharnebeck, 7493 Euro
SoVD­Ortsverein Neetze-Thomasburg: Einheitliche Textilien, 1200 Euro
Reit- und Fahrverein Dahlenburg: Reitunterricht für Kinder aus einkommensschwachen Familien, 5000 Euro
Lüneburger Tafel: Erweiterung der Kühlmöglichkeiten für Lebensmittel, 2400 Euro
TuS Neetze von 1906: Sportplatzbewässerung, 10000 Euro
Gymnasium Bleckede: Schulhofumgestaltung am Schulzentrum Bleckede, 10000 Euro
Schule am Schiffshebewerk: „VIS A VIS“ – Kompetent für Zivilcourage, 1000 Euro
DLRG Adendorf-Scharnebeck: Fahrzeughalle für Einsatzfahrzeuge, 10000 Euro
Schulverein Reppenstedt: Pfad der Sinne, 9500 Euro
VHS REGION Lüneburg: Wir fördern elementare Bildung, 5000 Euro
Lebenshilfe Lüneburg-Harburg: Inklusion von Behinderten in Sportvereinen, 4000 Euro
Stadtfeuerwehrverband Lueneburg: Sitzplätze für Groß und Klein bei der Feuerwehr, 8100 Euro