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Die Regionalwährung Lunar hat sich nicht durchgesetzt. Nur 35 Akzeptanzstellen waren zu wenig. Foto: t&w
Die Regionalwährung Lunar hat sich nicht durchgesetzt. Nur 35 Akzeptanzstellen waren zu wenig. Foto: t&w

Lüneburg: Der Tod des Lunar

red Lüneburg. Angedeutet hatte es sich schon länger. „Schlafpause für den Lunar“ hatte die LZ zuletzt im Juni getitelt. Nun wird aus der angedachten Pause der endgültige Tod für die Lüneburger Regionalwährung. Die Initiatoren des im Jahr 2007 gegründeten Vereins Regio Lunar kündigen das Aus an. Der Lunar, vor fünf Jahren gestartet, sei nun nicht länger im Umlauf. Eine symbolische Einäscherung soll am Dienstag, 13. Oktober, um 19 Uhr auf dem Marktplatz erfolgen.

„Wir haben es einfach nicht geschafft, der Bevölkerung den Unterschied zwischen einem gerechten Geldsystem und dem deutlich zu machen, was wir haben. Ob D-Markt, Euro oder Dollar, diese Währungen sorgen systembedingt dafür, dass sich immer mehr Geld bei immer weniger Menschen ansammelt, während andere diesen Reichtum erarbeiten müssen. Ein gerechtes Geldsystem würde dafür sorgen, dass alle Menschen ausreichend Mittel für den Warenaustausch haben. So funktioniert eine Wirtschaft ohne ständigen Wachstumszwang“, begründet der Vorstand seinen Schritt.

Die Regionalwährung sollte in den fünf Landkreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Soltau, Uelzen und Harburg gelten. Damals hieß es: „Der Verein will zur Entwicklung eines Bewusstseins für Nachhaltigkeit beitragen und strebt in diesem Sinne an, Beiträge zur Weiterentwicklung des Geldbegriffs einschließlich der Verstärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe zu leisten. Dazu gehört es auch, neue Regeln im Umgang mit Geld zu entwickeln und auszuprobieren. Der Verein betreibt einen Wirtschaftsring als unselbstständige Innengesellschaft bürgerlichen Rechts, deren Mitglieder durch gemeinsames Anerkennen und Benutzen einer internen Verrechnungseinheit namens Lunar zu einem nachhaltigen Wirtschaften in der Region beitragen wollen. Alle geldwerten Leistungen zwischen den Mitgliedern können in Lunar statt in Euro abgewickelt werden. Es soll sich so ein Netzwerk herausbilden, das zu regionalen Wirtschaftskreisläufen führt. Der Stellenwert und die große Bedeutung eines gezielten Einkaufs für die Region soll bewusst gemacht werden.“

Zwischenzeitlich gab es 35 Akzeptanzstellen, bei denen Bürger mit Lunar bezahlen konnte, und insgesamt 125 Mitglieder des Wirtschaftsringes. „Die Resonanz war nicht ausreichend, um einen Geldkreislauf in Lunar herzustellen“, erkannte der Verein schließlich.

Am 10. Februar dieses Jahres hatte die Mitgliederversammlung die Deaktivierung des Wirtschaftsrings beschlossen und den Lunar „schlafen“ gelegt. Jetzt nun der endgültige Abschied als logische Konsequenz.

„Das Experiment der Regionalwährungseinheit ist vorerst gescheitet. Aber vielleicht erkennt die Bevölkerung den Sinn eines gerechteren Geldsystems durch den Niedergang des Euro und dann haben wir den Lunar in der Schublade“, wollen Horst Jäger und seine Vorstandskollegen Christa Billotet-Schulz und Eckardt Fröhling noch ein Hintertürchen für eine mögliche Wiederbelebung leicht geöffnet lassen. „Der Verein bleibt bestehen, um seinem Zweck der ,Volksaufklärung im Sinne der Satzung‘ weiter nachzukommen.“