Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Echte Typen sind auch Henning Stöber und sein Vater Gerhard, genau richtig für die NDR-Porträtreihe „Typisch!“. Ein TV-Team hat die „letzten Binnenschiffer von Bardowick“ begleitet. Foto: A./dth
Echte Typen sind auch Henning Stöber und sein Vater Gerhard, genau richtig für die NDR-Porträtreihe „Typisch!“. Ein TV-Team hat die „letzten Binnenschiffer von Bardowick“ begleitet. Foto: A./dth

TV-Tipp: Vorsicht! Echte Typen an Bord

dth Bardowick. Henning Stöber ist gestern extra früher aufgestanden, um Strecke zu machen, damit er heute mit seiner 85 Meter langen „MS Pankgraf“ rechtzeitig seinen Liegeplatz im niederländischen Kampen an der Ijssel erreicht: Um 18.15 Uhr ist nämlich für einen der letzten Bardowicker Binnenschiffer Fernsehzeit. Der NDR hat den Bardowicker und seinen Vater Gerhard Stöber im Sommer für einige Tage mit einem TV-Team begleitet. Für heute ist die Ausstrahlung des 30-minütigen Beitrags geplant in der Porträtreihe „Typisch!“. Auch die Schute „Ilmenau“, das Bardowicker Museumsschiff, wird thematisiert. Allerdings nicht so, wie es sich Henning Stöber gewünscht hatte. Das lag aber an den Behörden.

Neben dem Lüneburger Hartmut Werner, der ebenfalls aus einer Bardowicker Schifferfamilie stammt, zählt Henning Stöber zu den letzten aktiven Bardowicker Binnenschiffern. Stöber führt den Beruf nunmehr in sechster Generation aus. Normalerweise machen Schüttgüter rund 70 Prozent seiner Frachten aus, beispielsweise Kohle, Getreide oder Baumaterial wie Splitt. Derzeit hat Stöber aber einen Auftrag eines Windkraftanlagen-Bauers an Land gezogen, transportiert Bauelemente der Windräder von Magdeburg nach Holland. Morgen will er die Ladung löschen. Als das vierköpfige Fernsehteam ihn im Juni besucht, ist er bereits mit dem Spezialtransport von Windkraftgeneratoren beschäftigt. Vater Gerhard Stöber, der Junior immer noch bei Bedarf aushilft, hat hingegen noch die Gemüseschifffahrt in Bardowick mitgemacht.

Doch lange vorbei sind die Zeiten, als Bardowick an der Ilmenau eine Hochburg der Binnenschifffahrt war, die hiesigen Bauern regelmäßig über Ilmenau und Elbe ihr Gemüse nach Hamburg verfrachteten. Den Bogen schlägt auch die TV-Reportage, wenn sie die Bardowicker Schute „Ilmenau“ in den Blick nimmt. Familie Stöber engagiert sich im Verein der Ilmenau-Schiffer Bardowick von 1861. Der Verein hat vor Jahren die Schute gekauft und als Museumsschiff zu neuem Leben erweckt. Mit Fahrten auf der Ilmenau soll nachfolgenden Generationen die Schifffahrtstradition auf dem Elbe-Nebenfluss näher gebracht werden. Doch seitdem die Schleusen bei Bardowick und Wittorf wegen Baufälligkeit gesperrt sind, kommt die Schute kaum noch vom Fleck. Stöber: „Eigentlich sollte das Museumsschiff Bardowick einen größeren Stellenwert in dem Fernsehbeitrag erhalten. Leider konnten wir nicht auf der Ilmenau fahren, weil uns das WSA keine Ausnahmegenehmigung erteilt hat. Das war sehr schade. Aber es ist bestimmt trotzdem eine gute Reportage geworden.“

„Typisch! Die letzten Binnenschiffer von Bardowick“. Zu sehen ist die 30-minütige Reportage heute Donnerstag, den 8. Oktober um 18.15 Uhr im NDR Fernsehen. Wiederholt wird die Sendung am Dienstag, 13. Oktober, um 13 Uhr.

One comment

  1. Die Autoren des Films – Thomas Karklin und Cornelius Kob – bedanken sich für den schönen Artikel.
    Im Rahmen der NDR Heimatwoche wird am Sonntag 11.10.2015 um 13:30 Uhr auch noch unser letztjähriger Film aus Bardowick „Müller Meyer voll im Wind“ erneut gezeigt. Da wir uns in Bardowick und der Region so wohlfühlen, ist bereits eine 60 Minuten Reportage für 2016 in Arbeit. Vielen Dank an alle Bardowicker für die tolle Unterstützung!