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Das Neubaugebiet Brockwinkler Weg in Lüneburg.  Spiegel Online hat jetzt errechnet, für wie viele Jahre theoretisch der Erlös aus dem Verkauf eines Hauses  reichen würde, um den Aufenthalt in einem Pflegeheim finanzieren zu können. Ein Ergebnis: Die Stadt schneidet besser ab als viele Gebiete im Landkreis. Foto: t&w
Das Neubaugebiet Brockwinkler Weg in Lüneburg. Spiegel Online hat jetzt errechnet, für wie viele Jahre theoretisch der Erlös aus dem Verkauf eines Hauses reichen würde, um den Aufenthalt in einem Pflegeheim finanzieren zu können. Ein Ergebnis: Die Stadt schneidet besser ab als viele Gebiete im Landkreis. Foto: t&w

Altersvorsorge Eigenheim: Wenn die Pflege das Haus frisst

us Lüneburg. Das eigene Haus als Altersvorsorge? Seit Generationen scheint dieser Grundsatz unerschütterlich zu sein. Mietfrei bis ans Lebensende wohnen zu können, um die spätere spärliche Rente auch für Reisen, Gesundheit oder die lieben Enkel beiseitelegen zu können, ist für viele Antrieb, möglichst frühzeitig eine Immobilie anzuschaffen. Doch die vermeintliche Sicherheit des eigenen Hauses für einen entspannten Lebensabend kann trügen, wenn ein Umzug ins Pflegeheim ansteht. Das hat jetzt eine Auswertung auf Spiegel Online ergeben. Die LZ hat Lüneburger Werte herausgefiltert.

Das Nachrichtenportal hat untersucht, wie viele Jahre Aufenthalt in einem Pflegeheim sich durch den Verkauf des Eigenheims finanzieren lassen. Das Ergebnis: Während sich Eigenheimbesitzer in Hamburg oder München bequem zurücklehnen können, sieht es in weiten Landstrichen der Republik eher finster aus. Dort reichen die Erlöse noch nicht einmal für einen Aufenthalt von 10 Jahren in einem Pflegeheim aus.

Im Landkreis Lüneburg ist erwartungsgemäß die Hansestadt Spitzenreiter bei den zu erreichenden Pflegejahren. Auf 21,6 Jahre schafft es der Bezirk mit der Postleitzahl 21335, für den Nordwesten der Stadt rechnet der Computer 13,6 Jahre aus, der Nordosten kommt auf 13,4 Jahre. Während der Speckgürtel um Lüneburg noch Werte zwischen 10 und 15 Jahre erreicht, sinken die Zahlen im Osten des Landkreises auf unter 10 Jahre, Schlusslicht mit 8 Jahren ist Amt Neuhaus.

Bundesweit zu den Verlierern gehört beispielsweise die Gemeinde Beetzendorf in Sachsen-Anhalt. Gerade mal 2,2 Jahre weist die interaktive Landkarte für die Region mit der Postleitzahl 38489 aus, danach wäre rein theoretisch das Geld aus dem Verkauf des eigenen Hauses aufgebraucht. Anders in Hamburg-Othmarschen. Das vornehme Viertel im Westen der Hansestadt glänzt seit Jahren durch stattliche Immobilienpreise, entsprechend hoch ist die Zahl der möglichen Pflegedauer: 39,3 Jahre.

Grundlage für die Berechnungen sind zum einen die regulären Verkaufspreise für Einfamilienhäuser, erstellt vom Institut Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt. Daraus wurden die durchschnittlichen Quadratmeterpreise von Bestands-immobilien für 2014 auf Ebene der Postleitzahlen verwendet. Zum anderen ist es der Eigenanteil, der von den Pflegebedürftigen an die Pflegeheime bei Pflegestufe I zu entrichten ist. Bei der Berechnung wird dann der Verkaufswert zugrundegelegt wurde ein typisches Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern durch den jährlichen Eigenanteil für einen Platz im Pflegeheim geteilt. Das Ergebnis weist die Anzahl der finanzierbaren Pflegejahre aus. Berücksichtigt wurde dabei auch, dass die Pflegekosten je nach Region unterschiedlich sind.

Dass die Auswertung nur eine grobe Einschätzung ermöglicht, räumen die Entwickler ein: „Unser Gedankenexperiment vereinfacht die Situation bewusst, um den generellen Trend anzuzeigen“, heißt es auf Spiegel-Online. Allerdings bietet die Seite Nutzern auch die Möglichkeit, ihre persönliche Situation ausrechnen zu lassen. Die Adresse im Internet lautet http://www.spiegel.de/wirtschaft/betongold-die-interaktive-deutschlandkarte-a-1047006.html, zu finden auch unter dem Suchwort „Mythos Betongold“.