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Mit Wasser reinigt Reiko Künstner die per Kran aus dem Erdreich beförderten Edelstahlrohre. Foto: wb
Mit Wasser reinigt Reiko Künstner die per Kran aus dem Erdreich beförderten Edelstahlrohre. Foto: wb

Bad Bevensen: Reinigung bis zur Quelle

wb Bad Bevensen. Ähnlich wie in Lüneburg ist die Geschichte Bad Bevensens salzig, nur reicht sie nicht soweit zurück wie in der Hansestadt: Vor 41 Jahren sprudelte bei einer Bohrung nach Erdgas unverhofft Salzwasser aus der Erde – ein Zufall, der die Stadt veränderte. Bevensen wurde zum Tourismusstandort, das Heidestädtchen wegen der Jod-Sole zum „Bad“ erklärt. Heute rauscht das Heilmittel meist unbeachtet, von Pumpen gefördert durch Leitungen aus den Tiefen des Erdreichs zur Jod-Sole-Quelle, wo das aufbereitete Salzwasser Besuchern Linderung oder Entspannung bereitet. Wer diese Tage im Kurpark unterwegs ist, wird allerdings durch imposantes Gerät auf die Bedeutung der Sole gestupst.

Nahe Göhrdebrücke und Nestschaukel haben Tino Mackrodt und Reiko Künstner von der Bohr- und Brunnenbaugesellschaft H. Anger‘s Söhne aus der Nähe von Kassel ihr Lager aufgeschlagen – mit Kran und Wasserdüse. „So alle zehn Jahre stehen Wartungsarbeiten an“, erklärt Bauleiter Mackrodt und deutet auf die sorgsam aufgeschichteten Edelstahlrohre, die aneinander montiert rund 660 Meter in die Tiefe des Brunnens reichen. Über eine Pumpe wird die Jod-Sole zu der nach ihr benannten Therme geleitet.

Viele der mehr als 20 Rohre glänzen schon wieder materialtypisch, an anderen haben sich über die Jahre rot-braune Kleinstteile, Eisen und Mangan, abgesetzt. „Normaler Schwarzstahl würde durch das Salzwasser im Erdreich angegriffen werden“, erklärt Baustellenleiter Tino Mackrodt. Der Edelstahl wird von seinem Kollegen Reiko Künstner mit unbehandeltem Wasser gereinigt. „Danach werden die Rohre mit einer Folie eingepackt, um die Sole vor Verunreinigungen zu schützen“, beschreibt der Bohrfacharbeiter die nächsten Schritte. Wann die Wartung abgeschlossen ist, zeigt sich beim Blick mehrere 100 Meter in die Tiefe: Bei einem Kameratest wird der innere Zustand des Brunnens ausgeleuchtet.

Auf Thermenbesucher haben die ungewöhnlichen Routineuntersuchungen übrigens keinen Einfluss. Der Badbetrieb läuft störungsfrei weiter. „Wir haben zwei Quellen in Bevensen – und die andere wurde erst vor sechs Jahren gewartet“, erklärt Christian Baer, Betriebsleiter der Therme.