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Störche sammeln sich in Wehningen auf einem Schlafbaum. Die Region links und rechts der Elbe fällt bei der Nachwuchs-Bilanz im Landesvergleich ab, die Zahl der Brutpaare und Jungstörche war insgesamt nicht so hoch wie im vergangenen Jahr. Foto: t&w
Störche sammeln sich in Wehningen auf einem Schlafbaum. Die Region links und rechts der Elbe fällt bei der Nachwuchs-Bilanz im Landesvergleich ab, die Zahl der Brutpaare und Jungstörche war insgesamt nicht so hoch wie im vergangenen Jahr. Foto: t&w

Bilanz für 2015: Gute Aussichten für Störche

pet Lüneburg. Schon 2014 freuten sich die Mitarbeiter der Landesarbeitsgruppe (LAG) Weißstorchschutz im Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen über ein „hervorragendes“ Storchenjahr. Jetzt haben die ehrenamtlichen Storchenbetreuer im Land ihre aktuellen Zahlen für 2015 zusammengetragen und Erfreuliches festgestellt: Die Bestände sind noch einmal gestiegen. Die Region Lüneburg allerdings hinkt hinterher.

Insgesamt 772 Weißstorchpaare, darunter wieder etliche Neuansiedler, haben sich in diesem Jahr in Niedersachsen und Bremen niedergelassen. Insgesamt wurden 1497 Jungstörche flügge. Nicht mitgezählt sind dabei die etwa 135 fütterungsabhängigen Paare im Bereich von Zoos und Vogelpflegestationen mit ihrem Nachwuchs.
Damit sei das gute Ergebnis von 2014 (746 Paare mit 1137 flüggen Jungen) bei den Paaren noch einmal um drei Prozent und bei den Jungen sogar um 32 Prozent übertroffen worden. Es sei das beste Resultat seit 44 Jahren, erklärte Hans-Jürgen Behrmann von der LAG Weißstorchschutz

Für den linkselbischen Bereich im Norden und Osten von Lüneburg, zwischen Neu Darchau und Winsen, sind Gundi und Hubert Horn seit Jahren die ehrenamtlichen Storchenbetreuer. Ihre Jahresbilanz fällt nicht ganz so positiv aus wie die landesweiten Zahlen. 36 Brutpaare zählten die Horns in diesem Jahr. 37 waren es 2014 gewesen, das war damals immerhin die beste Zahl seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1970. 59 flügge Jungstörche in diesem Jahr wurden registriert – gegenüber 70 Tieren im Jahr 2014.

Östlich der Elbe, in der Gemeinde Amt Neuhaus ist Helmut Eggers für die Zählung zuständig. Er kam in diesem Jahr auf 50 Storchenpaare, von denen 34 erfolgreich Nachwuchs produzierten, das waren 67 flügge Jungstörche. Aber 16 Paare blieben ohne Junge. Die Zahl der Paare sei erfreulich und ein Rekordergebnis, so Eggers. Auf der anderen Seite sei die Reproduktionsrate „so schlecht wie seit langem nicht mehr“. Im vergangenen Jahr hatte es 46 Brutpaare mit 100 Jungvögeln gegeben.
Vorwiegend Ostzieher kommen in den Raum Lüneburg, erklärt Gundi Horn. Dies könnte auch erklären, warum die hiesigen Zahlen nicht dem kräftigen Zuwachs auf Landesebene entsprechen.

Während viele Westzieher, die in Spanien überwintern, bereits im Februar in Norddeutschland zurück waren und schon im frühen Frühjahr von den damals guten Nahrungsbedingungen profitierten, hatten die Ostzieher deutlich weniger Glück: Ihre Ankunft verzögerte sich durch widrige Zugbedingungen, etwa einen sehr späten Wintereinbruch auf dem Balkan. Für die Jungen, die dann um Pfingsten herum und danach schlüpften, war das Nahrungsangebot dann in den östlichen Landesteilen nicht mehr so gut.

Gute Ergebnisse werden insbesondere aus der Region Hannover, dem Heidekreis sowie den Landkreisen Celle, Verden, Stade und Cuxhaven gemeldet. Und weil im Gegensatz zu den beiden Vorjahren auch keine Jungenverluste durch tagelangen und kalten Dauerregen zu verzeichnen waren, wurde das Jahr 2015 für die Weißstörche im gesamten Niedersachsen und Bremen ein neues Rekordjahr.

Hans-Jürgen Behrmann betont: „Es bestehen gute Aussichten, dass sich der Anstieg der Storchenpaare bei uns in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Für die Zukunft gilt es daher, für sie und ihren Nachwuchs weiter ausreichend Feuchtgrünland mit entsprechenden Biotopen zu erhalten und darüber hinaus neu zu schaffen.“