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Herbert Visser in seinem Element, zwischen Kamera und alten Projektoren. Mit seinen Vorführungen alter Filme ist der Handorfer in weitem Umkreis gefragt. Foto: t&w
Herbert Visser in seinem Element, zwischen Kamera und alten Projektoren. Mit seinen Vorführungen alter Filme ist der Handorfer in weitem Umkreis gefragt. Foto: t&w

Alte Filme, alte Technik — mit Zelluloidstreifen unterwegs im Norden

pet Handorf. Die letzte Hamburger Straßenbahnlinie wurde 1978 eingestellt – und viele Hamburger trauern der Tram bis heute nach. Die letzte Fahrt der Hamburger Straßenbahn kann per Super-8-Film – Titel: „Tod der alten Dame“ – über die Leinwand flimmern sehen, wer Schmalspurfilmer und -vorführer Herbert Visser aus Handorf für eine Veranstaltung bucht. Zwei Jahre lang musste der 66-Jährige aus gesundheitlichen Gründen pausieren. Mit alten, aber auch neu ins Archiv eingereihten, Filmen ist Visser jetzt wieder unterwegs.

Die alten Filme und die alte Technik haben es Herbert Visser angetan. Groß ist sein Bestand an Super-8-, 16- und auch 32-Millimeter-Filmen, aber auch an Projektoren und alten Kameras. „Nostalgisches Flair“ will der Handorfer bei seinen Filmvorführungen „rüberbringen“, es geht ihm nicht um technische Perfektion. „Hauptsache, es flimmert und knattert, wie früher eben, das ist den Leuten wichtig“, so Visser.

In seinem Repertoire hat er weitere „Schätzchen“ – etwa einen Film über den Bau des Hamburger Elbtunnels, von den Anfängen bis hin zur Einweihung. Ganz frisch in Vissers Bestand: Ein Streifen über den Faslamsumzug in Stöckte von 1976 – da dürfte sich so mancher Faslamsfreund wiedererkennen. Und auch Bilder einer Fahrt der MS Luna, die bis in die 1990er-Jahre hinein auf der Ilmenau bis hin nach Hoopte fuhr, hat der Handorfer auf Zelluloid. „Und vieles habe ich noch gar nicht gesichtet“, sagt Visser.

Visser und seine Filme aus der Schmalspurfilmerzeit sind beim Publikum gefragt. Allein zehn Veranstaltungen zwischen Norderstedt und Reppenstedt, zwischen Oldershausen und Geesthacht, stehen für ihn allein bis Anfang Dezember schon auf dem Programm. Und der agile Handorfer kann sich auch ein neues Betätigungsfeld vorstellen: „Gern komme ich in Kindergärten, um dort mit alter Technik ebenso alte Zeichentrickfilme oder auch lustige Stummfilme vorzuführen.“
Wer Herbert Visser – kostenlos und gegen Spende – buchen will, wendet sich per E-Mail an super8team@web.de. Wichtig: Die Räume, in denen Visser seine Super-8- oder auch 16-Millimeter-Filme vorführt, müssen komplett abzudunkeln sein.

Dankbar ist der Handorfer, der Besitzern alter Zelluloidfilme auch gern bei der Digitalisierung behilflich ist, auch für weitere Filme. „Aber bitte keine Familienfilme, keine Urlaubsfilme, nur Filme, die auch für andere interessant sein können.“