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Amt Neuhaus
LZ Serie: 25 Jahre Mauerfall, Wende, Wiedervereinigung
Foto: t&w Amt Neuhaus LZ Serie: 25 Jahre Mauerfall, Wende, Wiedervereinigung

1000 Flüchtlinge nach Sumte

kre Neuhaus/Sumte. Die derzeit wohl größte Flüchtlingsunterkunft im Kreis Lüneburg soll in der Gemeinde Amt Neuhaus entstehen: Im 100-Seelen-Ort Sumte steht seit einigen Jahren das ehemalige AIS-Bürodorf leer, das jetzt zu einer Notunterkunft für bis zu 1000 Flüchtlinge umgenutzt werden soll. Was bisher nur als Gerücht galt, bestätigte gestern auf LZ-Anfrage Christian Fabel (CDU). Der Sumter Ortsvorsteher erfuhr am Montagabend von den Plänen – und hat seitdem mehr Fragen als Antworten.

Wenig Unterstützung bekommt Fabel nach eigenem Empfinden von der Neuhauser Bürgermeisterin Grit Richter (parteilos): Der Sumter Christdemokrat hatte nach Bekanntwerden der Pläne eine außerordentliche Sitzung des Verwaltungsausschusses gefordert, um von der Rathauschefin näherere Details zu erfahren. „Das hatte die Bürgermeisterin aber abgelehnt“, bedauert der Ortsvorsteher.

Auch für die Presse war die Rathauschefin gestern nicht erreichbar: „Frau Richter hat gerade keine Zeit.., ist im Gespräch…, telefoniert auf der anderen Leitung“, vertröstete die Vorzimmerdame der Bürgermeisterin. Keine Chance, mehr aus dem Rathaus zu dem Vorhaben zu erfahren.

Dabei gibt es viele Fragen, die die Sumter beschäftigt: Wann und für wie lange soll das Lager eingerichtet werden? Wie viele Flüchtlinge werden kommen? Wer wird das Camp betreiben? Welche Organisation wird für die Sicherheit des Lagers verantwortlich sein?

Einige dieser Fragen beantwortete das niedersächsische Innenministerum auf LZ-Anfrage: „Die Inbetriebnahme des Standortes für bis zu 1000 Flüchtlinge wird voraussichtlich zeitnah noch im Laufe des Oktobers erfolgen“, teilte das Ministerium gestern Abend mit. Und weiter heißt es in der Antwort: „Von wem die Unterkunft betrieben wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.“

Dem Land Niedersachsen sei aber durchaus bewusst, dass eine Unterbringung von so vielen Menschen in einer relativ kleinen Gemeinde natürlich auch zu einer Belastung für die Region und ihre Bewohner werden könnte. Doch der nach wie vor ungebremste Zustrom von Flüchtlingen zwinge die Behörden inzwischen dazu, „Gebäude oder Liegenschaften mit geeigneten Strukturen zu nutzen, wenn sie uns angeboten werden“, betont Pressesprecherin Svenja Mischel – so wie jetzt das ehemalige Bürodorf in Sumte. Zur Sorge um die Sicherheit der Bürger vor Ort, aber auch der Flüchtlinge sagt die Ministeriumssprecherin: „Selbstverständlich wird das Land Sorge für die Sicherheit durch Ordnungskräfte und natürlich auch die Polizei tragen.“

Das ehemalige Bürodorf in Sumte war bis vor wenigen Jahren der größte Arbeitgeber in der Gemeinde. Doch 2013 entschied sich die Firma „Apontas Die Forderungsmanager“ nach Hannover umzuziehen. Als Grund für den Wegzug nannte Apontas-Geschäftsführer Andreas Tafel damals, dass er auf längere Sicht keine Zukunft für sein Unternehmen in Sumte sehe. Neuhaus sei Wegzuggebiet.

Am Dienstag, 13. Oktober, ist eine Info-Veranstaltung zur geplanten Notunterkunft im ehemaligen Bürodorf für interessierte Bürger geplant. „Dann erfahren wir endlich mehr“, hofft nicht nur Ortsvorsteher Fabel. Uhrzeit und Ort der Verstaltung stehen derzeit noch nicht fest.