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Das Pflaster in der Bienenbütteler Bahnhofstraße entwickelt sich zur unendlichen Geschichte. Zum dritten Mal müssen Teile der Straße nachgebessert werden. Dieses Mal zwischen Bahnhofkreisel und Sparkasse. Foto: wb
Das Pflaster in der Bienenbütteler Bahnhofstraße entwickelt sich zur unendlichen Geschichte. Zum dritten Mal müssen Teile der Straße nachgebessert werden. Dieses Mal zwischen Bahnhofkreisel und Sparkasse. Foto: wb

Bienenbüttel: Bahnhofstraße muss erneut saniert werden

wb Bienenbüttel. Déjà-vu in Bienenbüttel: In den Herbstferien wird ein Teil der Bahnhofstraße erneut saniert – zum inzwischen dritten Mal. Grund für die Nacharbeiten sind erneut abgesackte Steine.

Im Dezember 2011 hatte die Einheitsgemeinde den ersten Umgestaltungs- und Sanierungsversuch ihrer Hauptstraße abgenommen. Bereits kurze Zeit später wurden Mängel am Pflaster sichtbar – Unebenheiten der Fahrbahn vermiesten den Bienenbütteler Autofahrern die Freude am neuen breiten Pflaster, das die Bahnhofstraße mit ihren vielen Geschäften zur Flaniermeile werden lassen sollte. Rund 990 000 Euro ließ sich der Ort im Norden des Nachbarlandkreises Uelzen die neue Einkaufsmeile damals kosten, davon rund 450 000 Euro aus Fördermitteln. Zudem erwartet die Gemeinde noch Anliegerbeiträge in Höhe von fast 400 000 Euro.
Im Frühjahr 2012 musste das Pflaster der Bahnhofstraße und der angrenzenden Kurzen Straße erneut angepackt werden – zwar kostenneutral für die Gemeinde, wie Bürgermeister Dr. Merlin Franke (CDU) erklärt, aber zum Ärger der Gewerbetreibenden an der Bahnhofstraße. Es folgten mehrere Nachbesserungen und ein Rechtsstreit mit der ausführenden Firma.

Grund für die erneuten Arbeiten, die ab 19. Oktober zwischen Sparkasse und Bahnhofkreisel beginnen sollen, sind zum wiederholten Mal die Fehler, die beim Verlegen des Pflasters und der Konstruktion des Pflasterbettes gemacht worden sind. „Die Drainage der Fahrbahn funktioniert nicht. Die Steine heben sich, einige sind lose, andere abgesackt. Bei den Baumeinfassungen bricht der Beton weg“, nennt Bürgermeister Franke einige Probleme. Die Ausbesserungen an Bahnhofstraße und Kurzer Straße werden laut Franke rund 170 000 Euro kosten, abzüglich eines Puffers – unter anderem einbehaltene Zahlungen an die erstausführende Baufirma, die inzwischen insolvent ist, und eine Bürgschaft, die nun geltend gemacht wurde – „bleiben etwa 100 000 Euro bei uns hängen“, schätzt der Bürgermeister. Die Anlieger sollen nicht zur Kasse gebeten werden. Franke: „Die Geschäfte mussten schon zweimal leiden. Sie sollen jetzt eine tadellose Straße bekommen.“

Etwa zwei Wochen lang wird die Pasemann Bauunternehmen GmbH & Co. aus Wittingen das Pflaster schrittweise hochnehmen und neue Steine verlegen. Das Suderburger Ingenieurbüro iTH, mit dem Bienenbüttel bereits im Rahmen der Umgestaltung des Kirchenkreisels zusammengearbeitet hat, wird den Bau begleiten.
Die Geschäfte des von der Sanierung betroffenen Teils der Bahnhofstraße werden während der zweiwöchigen Bauphase erreichbar sein. Verwaltungschef Franke: „Wir haben mit der Wirtschafts- und Tourismusgemeinschaft abgestimmt, wann die umsatzschwächste Zeit ist, und darum die Herbstferien gewählt.“

One comment

  1. Was ich jetzt schreibe sind überwiegend natürlich nur Vermutungen, weil ich keine Einsicht in die entsprechenden Unterlagen habe.

    Der ersten Neugestaltung der Bahnhofstrasse ist wahrscheinlich eine Ausschreibung der Arbeiten vorausgegangen. Und wie überwiegend in der Bevölkerung (bei den Verbrauchern) üblich wurden vorrangig die Preise verglichen. Nicht aber Qualität und Reverenzen der Anbieter. Das muss sich zwangsläufig rächen. Billig ist nicht gleich gut. Und hier ist Bienen büttel nur ein Beispiel, dass Bundesweit seines gleichen findet. Wie so häufig ist die erstausführende Firma inzwischen zahlungsunfähig. Kein Wunder wenn nicht vernünftig kalkuliert wird.

    Eine Frechheit hingegen (und auch das betrifft nicht nur Bienenbüttel in solchen Fällen) ist, dass die Anlieger zweimal zur Kasse gebeten wurden. Nach welchem Recht müssen Anlieger für Fehler von Baufirmen, bzw. Fehlentscheidungen einer Verwaltung zahlen?

    Es ist typisch. 990.000 Euro Gesamtkosten für die Neugestaltung. Davon 450.000 durch
    EU-Förderungsmittel und 400.000 Euro durch Anlieger finanziert. Bleiben schlappe 140.000 Euro die die Gemeinde aus Steuergelder (!), die zudem überwiegend von Gewerbetreibenden aufgebracht werden, beigetragen hat. Aber es sind dann in solchen Fällen immer die Vertreter der Verwaltung/Politik, die mit stolz geschwellter Brust Neubauten vor laufenden Kameras freundlich lächelnd einweihen und für die Öffentlichkeit frei geben. Verlogener geht es nicht.