Aktuell
Home | Lokales | Die nächste Notunterkunft: Schlieffenkaserne Lüneburg
Derzeit hat die Stadt noch in zwei Gebäuden auf dem Gelände der Schlieffenkaserne Flüchtlinge untergebracht. Künftig werden sie an anderen Standorten angesiedelt, denn das Land will am Standort Schlieffenpark eine Notunterkunft für 500 Menschen schaffen. Foto: t&w
Derzeit hat die Stadt noch in zwei Gebäuden auf dem Gelände der Schlieffenkaserne Flüchtlinge untergebracht. Künftig werden sie an anderen Standorten angesiedelt, denn das Land will am Standort Schlieffenpark eine Notunterkunft für 500 Menschen schaffen. Foto: t&w

Die nächste Notunterkunft: Schlieffenkaserne Lüneburg

as Lüneburg. Die Zahl der Flüchtlinge nimmt weiter zu, damit wachsen auch die Herausforderungen für die Stadt Lüneburg. Oberbürgermeister Ulrich Mädge hat deshalb den Verwaltungsausschuss (VA) der Stadt gestern zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen, um zum aktuellen Sachstand des Gesamtkonzepts zur Unterbringung von Flüchtlingen zu informieren, das bereits Ende September im Rat vorgestellt worden war. An der nicht-öffentlichen Sitzung nahmen auch die Lüneburger Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie Landrat Manfred Nahrstedt teil. Schwerpunkt waren Planungen zu Notunterkünften.

Wie berichtet, war in den vergangenen Tagen die Zuwegung zur Flüchtlingsunterkunft des Landes auf dem Gelände der Theodor-Körner-Kaserne (TKK) kritisiert worden. Mädge erklärte dazu nach der Sitzung: „Wir haben uns mit dem Land verständigt, dass in Höhe des Olympischen Dorfes ein neues Tor errichtet werden soll. Von dort aus soll eine befestigte Zufahrt Richtung Ebensberg mit gesicherter Überfahrt über die Bahn entstehen. Diese soll an die Gumbiner Straße angebunden werden.“ Über

diese Zufahrt soll dann die Versorgung erfolgen. „Wir werden sie errichten, das Land übernimmt die Kosten.“
Außerdem soll der bereits ausgeschilderte Forstweg, der vom Tor 6 zum Fuchsweg führe, befestigt und beleuchtet werden, damit Flüchtlinge sicher zur Erbstorfer Landstraße gelangen. Dort soll eine Querung entstehen, so dass die Bushaltestelle in Richtung Loewe-Center sicher zu erreichen ist. Beide Wegeführungen habe die Stadt mit dem niedersächsischen Innenministerium abgestimmt. Bei einer Bürgerversammlung am Ebensberg soll detailliert dazu informiert werden, „wir gehen davon aus, dass die Notunterkünfte auf dem TKK-Gelände nicht nur vorübergehend bestehen“. Als bedauerlich bezeichnete es Mädge, dass der Bund derzeit nicht bereit sei, eine Wegeführung über das Kasernengelände zu ermöglichen.

Derzeit sind im Olympischen Dorf rund 560 Menschen untergebracht, in der Turnhalle bis zu 70. Das Land geht davon aus, dass das nicht reichen wird. Deshalb soll eine zweite Notunterkunft für rund 500 Flüchtlinge auf dem Gelände der ehemaligen Schlieffenkaserne entstehen, voraussichtlich ab Ende 2015. Dort hat die Stadt derzeit in zwei Gebäuden mit insgesamt 200 Plätzen Flüchtlinge untergebracht. „Die werden wir dann an anderen Standorten unterbringen, gehen auch von einer gewissen Fluktuation aus.“ Damit soll erreicht werden, dass die Integrationsanforderungen im Viertel nicht zu groß sind. Mädge macht auch deutlich, dass es langer Verhandlungen mit dem Land bedurft habe, um sich auf maximal 500 Plätze zu verständigen.

Trotz dieser Notunterkunft-Planungen hält die Stadt daran fest, den Mietwohnungsbau im Hanseviertel III – also im östlichen Bereich der Schlieffenkaserne – voranzutreiben. Die Verhandlungen über den Kauf der Flächen laufen auf Hochtouren, verdeutlichte Mädge. „Im Vorfeld werden wir die Fläche nun vom Land mieten und die Gebäude, die als Notunterkünfte eingerichtet werden sollen, ans Land vermieten.“ Den Mietwohnungsbau auch an dieser Stelle zügig zu entwickeln, sei in Anbetracht des steigenden Wohnungsbedarfs in Lüneburg – auch mit Blick auf die Flüchtlingssituation – ein wichtiges Projekt.

Olympisches Dorf I

mmer wieder ist die Rede vom Olympischen Dorf. Wo kommt der Begriff eigentlich her? Es gibt drei Thesen, keine ist belegt. Die LZ hatte sich vor dreieinhalb Jahren mit dem Thema beschäftigt, damals mit Dieter Curdt gesprochen, einem Experten der Geschichte der Lüneburger Fliegerei. Das Olympische Dorf entstand mit dem Bau des Fliegerhorsts in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Bauzeit fiel ins Jahr 1936, damals feierten die Nazis in Berlin Olympische Spiele. In Betrieb ging die Kaserne aber erst ein Jahr später. Es ist zudem unwahrscheinlich, dass man Athleten von Lüneburg nach Berlin brachte – der Fahrzeit wegen.

Der zweite Ansatz: Die Unterkünfte seien einer Liegenschaft in Döberitz bei Berlin nachempfunden, in der damals Sportler untergebracht waren. Allerdings schaut es dort laut Curdt ganz anders aus als in Lüneburg.

These drei: Das Dorf sei wegen des Boeselager-Wettkampfes so benannt worden. Boeselager war ein Militär und Namensgeber. Auch das kann aber nicht stimmen, weil der Wettkampf erst mit Einführung der Bundeswehr begann. Die wurde bekanntlich erst 1956 gegründet, die Liegenschaft erhielt ihren Namen jedoch mit der Eröffnung der Kaserne. Es bleibt also Spekulation, wie der Name Olympisches Dorf entstand. ↔ca