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Die Deutsche Mark kommt wieder zu neuen Ehren: In vielen Geschäften kann aktuell mit der alten Währung bezahlt werden – die Kunden scheinen dieses Angebot sehr gut anzunehmen. Foto: bwu fux vfd
Die Deutsche Mark kommt wieder zu neuen Ehren: In vielen Geschäften kann aktuell mit der alten Währung bezahlt werden – die Kunden scheinen dieses Angebot sehr gut anzunehmen. Foto: bwu fux vfd

Lüneburg: Die Renaissance der D-Mark

ap Lüneburg. Ob neue Bluse, Wasserkocher oder Fußballschuhe: Bei Karstadt in Lüneburg können Kunden aktuell mit D-Mark bezahlen. Bis Dienstag, 13. Oktober, läuft die Aktion. Und es scheint auch 13 Jahre nach der Ablösung durch den Euro noch immer Menschen zu geben, die die alte Währung besitzen. „Die Aktion läuft sehr gut an, wir sind überrascht, wie gut das angenommen wurde“, sagt Filialleiter Eberhardt Wedler. Angenommen werden alte Scheine und Münzen ab 50 Pfennig. Ab einer Summe von zehn Mark wird die alte Währung in der hauseigenen „Wechselstube“ zu einem Kurs von 1 zu 0,60 Euro umgerechnet und als Geschenkkarte herausgegeben.

Ganz neu ist die Idee nicht, das Modeunternehmen C&A bietet seinen Kunden die Möglichkeit, mit Mark zu bezahlen, sogar permanent an – seit der Umstellung 2002. Restbeträge werden in Euro herausgegeben. „Noch wöchentlich kommen Kunden mit D-Mark, monatlich macht das etwa 200 bis 300 Euro aus“, erklärt Filialleiter Peter Breuer. Am Montag habe man in der Filiale sogar 100 Sammelmünzen angenommen. „Den Service bieten wir, wenn jemand noch altes Geld zu Hause hat. Wir nehmen es gern – und das auch erstmal auf unbefristete Zeit.“

Abseits solcher Werbeaktionen ist der reine Geldumtausch von Mark in Euro in der Region nur noch in der Deutschen Bundesbank in Hamburg möglich. Die Lüneburger Niederlassung wurde vor zwei Jahren geschlossen, seither nehmen auch hiesige Bankfilialen wie die Sparkasse oder die Volksbank keine Mark mehr an.
„In diesem Jahr hat es in unserer Hauptstelle An der Münze erst zwei oder drei Nachfragen gegeben, und in allen Fällen ging es um Kleinbeträge, also zum Beispiel einen gefundenen Zehn-Mark-Schein oder ein paar Münzen“, sagt Frank Elsner, Sprecher der Sparkasse Lüneburg. Auch Joachim Matz, Pressesprecher der Volksbank Lüneburger Heide, spricht von Einzelfällen – „zum Beispiel kommen Kunden, wenn in einem Nachlass oder beim Umzug eine alte Spardose oder ein Zwanzig-Mark-Schein auftaucht“.

Ganz im Gegenteil dazu die Bundesbank in Hamburg, dort zeigt sich, wie viel Mark noch im Umlauf sind: „In unserer Filiale wurden seit Anfang des Jahres knapp 3,4 Millionen Mark in Euro umgetauscht“, sagt Dr. Christian Hecker. Monatlich würden hier zwischen 300 000 und 450 000 Mark getauscht. Der Tagesdurchschnitt liege bei etwa 17 500 Mark. Wer also außerhalb der Werbeaktion in Lüneburg seine alte Währung loswerden möchte, muss sich an die Deutsche Bundesbank in Hamburg, Willy-Brandt-Straße 73, wenden.

One comment

  1. DM – Tausch bei Karstadt und Risiiken bei DM-Geldscheinen:

    Hauseigene „Wechselstube“ bei Karstadt zu einem Kurs von 1 DM zu 0,60 Euro ist ein prima Umwechselkurs, wenn man tatsächlich auch bei Karstadt einkauft, weil „nur“ in einen Gutschein umgetauscht wird.

    Wer selbst den Weg zur Bundesbank-Filiale Hamburg sucht, erhält den weiterhin gültigen Umtauschkurs von DM : 1,95583 = für 1 DM € 0,51 . Angenommen werden dort nur noch Münzen, die einer „normalen“ Abnutzung unterlagen (EU-Richtlinie). Man spart bei Karstadt daher Anfahrtgebühren, Parkgebühren, Wartezeiten gegenüber Bundesbankbesuch.

    Problematisch wird der Umtausch bei DM-Geldscheinen: Es gibt wohl auch deshalb einen großen Betrag an nicht getauschter DM, weil aus Diebstahl, Raub, Erpressung, Lösegeld usw. „registrierte“ Geldscheine
    bisher nicht umfassend aufgetaucht sind – hinzu kommen Fäslschungen- und weil bei Umtausch bei der Bundesbank der Erinreicher die Herkunft der Geldscheine nachweisen muss – und das könnte für den Erinreicher schwierig werden.