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Klaus-Dieter Salewski liegt die Zusammenarbeit von Stadt und Kreis sehr am Herzen. Foto: t&w
Klaus-Dieter Salewski liegt die Zusammenarbeit von Stadt und Kreis sehr am Herzen. Foto: t&w

Der neue starke Mann im Rat

as Lüneburg. Klaus-Dieter Salewski ist jetzt der starke Mann der Sozialdemokraten in Lüneburg. Einstimmig hat die SPD im Rat Salewski am Montagabend zum neuen Fraktionschef gewählt. Salewski ist Nachfolger von Heiko Dörbaum, der bei der Kommunalwahl 2016 nicht erneut antreten will und rechtzeitig sein Amt als Fraktionschef zur Verfügung gestellt hat. Salewski übernimmt außerdem Dörbaums Mandat im Verwaltungsausschuss sowie dessen Posten als Sprecher in der rot-grünen Mehrheitsgruppe im Rat. Der 62-Jährige sitzt gerade die erste Wahlperiode im Rat der Stadt. Ein politischer Senkrechtstarter.

Herr Salewski, war es vor vier Jahren absehbar, dass Sie diese Position einmal einnehmen werden?
Klaus-Dieter Salewski: Nein, natürlich nicht. Aber in den letzten Monaten hat sich das abgezeichnet.

Knapp ein Jahr ist es noch hin bis zur Kommunalwahl. Wo werden Sie jetzt Schwerpunkte für die SPD setzen?
Salewski: Neben dem Schwerpunktthema Flüchtlingsunterbringung stehen demnächst die Beratungen zum Etatentwurf 2016 an. Für die SPD ist da ein wesentliches Thema die Stadtentwicklung mit Blick auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Wie wollen Sie das umsetzen angesichts des angespannten Haushaltes und der Auflagen des Entschuldungsvertrages mit dem Land?
Saleswki: Ein zukunftsweisendes Projekt sind aus unserer Sicht Flüchtlingsunterkünfte, die nun im Festbau entstehen sollen, und die, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, nachgenutzt werden können. Das Problem ist die Finanzierung, auch wenn die Fördermaßnahmen von Bund und Land seit letztem Jahr erhöht wurden. Ausreichend sind sie immer noch nicht. Analog zu den Plänen für den Etat-Entwurf des Kreises plädieren auch wir dafür, dass eine bestimmte Summe zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus in den Etat der Stadt eingestellt wird. Und wir werden uns für eine Klausel starkmachen, wonach in Neubaugebieten 30 Prozent sozialer Wohnungsbau festgeschrieben wird. Im Fokus unseres politischen Handelns steht außerdem der Bereich Bildung. Schlagworte sind hier die Umwandlung von Grundschulen in Ganztagsschulen sowie die Einrichtung von Gesamtschulen.

Gibt es Themen, die Sie in den nächsten Monaten speziell mit Ihrem Gruppenpartner, den Grünen, anpacken werden?
Salewski: Wir wollen uns verstärkt um den Bereich Mobilität kümmern. Dabei geht es jedoch nicht nur um Verbesserungen für den Radverkehr, sondern auch für den Öffentlichen Personennahverkehr, für Fußgänger und den Autoverkehr. Für all diese Gruppen brauchen wir ein gemeinsames Konzept, das in Kooperation mit dem Landkreis entstehen muss.

Die Grünen haben sich im Rahmen der Gruppenvereinbarung klar gegen die A39 ausgesprochen, die SPD unterstützt den Bau. Ihre persönliche Position?
Salewski: Ich bin für die A39. Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland hat etwas mit Autos zu tun und Autos brauchen nun mal Straßen. Auch wenn es in Lüneburg eine Trimodalität zur Beförderung von Gütern geben soll, brauchen wir trotzdem oder gerade deswegen den Ausbau der Autobahn.

Können Sie sich eine Fortführung der rot-grünen Gruppe nach der Kommunalwahl vorstellen?
Salewski: In erster Linie hat der Wähler die Entscheidung zu treffen, wer in den Rat geht. Aufgrund der Ergebnisse werden wir dann überlegen, ob wir die gute und fruchtbare Zusammenarbeit mit den Grünen fortsetzen.

Junge Leute in die Politik – würden Sie das unterstreichen?
Salewski: Ohne Wenn und Aber. Allerdings weiß ich aus meiner Erfahrung im Berufsleben, dass junge Menschen mit Ausbildung, beruflichem Fortkommen und einer Familienphase beschäftigt sind. Das ist oft schwer kompatibel mit einem politischen Ehrenamt. Denn, wenn man dieses nicht als Feierabend-Job sieht und sich umfangreich für Sitzungen vorbereitet, ist das mit erheblichem Zeitaufwand verbunden.

Vita

  • Geboren am 7.8.1953 in Lüneburg
  • Verheiratet, zwei erwachsene Töchter
  • Nach Realschulabschluss Ausbildung zum Maschinenbauer
  • Von 1980 bis zum 31. August 2015 erst Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall, Lüneburg, ab 1988 Bevollmächtigter
  • Mitglied der SPD seit November 1978
  • Seit 2011 sitzt Salewski im Rat der Stadt und im Kreistag, ist in verschiedenen Ausschüssen tätig. Er ist Aufsichtsratschef der Wirtschaftsförderung von Stadt und Landkreis, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Gesundheitsholding und hat ein Mandat in der Süderelbe AG.

3 Kommentare

  1. Salewski: Ich bin für die A39. Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland hat etwas mit Autos zu tun . es gibt heute weit mehr arbeitsplätze bei den erneuerbaren energien. strassen haben wir genug. lärm auch. die grünen sollten es sich überlegen, ob sie weiter kröten schlucken wollen, oder sie über die strasse tragen. betonbauer sind kröten. und die gibt es in der cdu und in der spd. sie quaken gern, damit der steuerzahler geschröpft werden kann. die a39 wird zum containerstellplatz für den hamburger hafen werden.

  2. Ohne Wenn und Aber! -- Allerdings . . .

    Klar, Klaus-Dieter Salewski, „aus Ihrer Erfahrung im Berufsleben“ wissen Sie, dass „junge Menschen mit Ausbildung, beruflichem Fortkommen und einer Familienphase beschäftigt sind. Das ist oft schwer kompatibel mit einem politischen Ehrenamt.“ Haben Sie sich diese Weisheit vom Öko-Methusalem Ulrich Löb aus dem Beifahrerpolster neben dem Ihren in die Feder diktieren lassen?

    Adenauer war 30 als er zum Beigeordneten der Stadt Köln, 41 als er zum Oberbürgermeister gewählt wurde. Willy Brandt war 26 als er in das Abgeordnetenhaus von Berlin, 44 als er zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt wurde. Hans-Jochen Vogel war 32 als er zum Stadtrat, 34 als er zum Oberbürgermeister von München gewählt wurde. Sebastian Kurz war 21 als er zum Landeschef seiner Partei, 27 als er Österreichs Außenminister wurde. John F. Kennedy war 35 als er zum Senator, 43 als er zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wurde.

    Junge Leute, Klaus-Dieter Salewski, muss man vor dem Ehrenamt warnen. Arbeit und Anstrengung kennen die doch gar nicht richtig. Sich vorbereiten und Freizeit investieren? Sind Fremdworte für Milchgesichter und Jungspunde. Die meisten von denen betrügen auch immer beim Monopoly! Und viele dieser Füllen wissen nicht mal mehr, wie man aus einer Fantaflasche eine Bong baut! Die sprechen außerdem zu schnell und machen sich doch in die Hose, wenn eine Kreuzotter angekrochen kommt! Die Schnösel werden sich bestimmt noch irgendwann ganz gewaltig umgucken mit ihren hervorragenden Englisch- und Computerkenntnissen!

    Weiterführendes Interessante zum Thema „Zukunftsfähigkeit der Lüneburger SPD“ habe ich hier gelesen: http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/268862-wenn-lueneburgs-ratspolitiker-im-sandkasten-spielen-ist-schon-wieder-wahlkampf#comment-58098

  3. Was ist eigentlich mit ausreichend Sportanlagen? Die Kompensation für den nun bebauten Wilschenbruch sollte mal langsam gestartet werden. Ich verstehe gar nicht wieso die Stadt dafür solange braucht?