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Die Trennwand aus schusssicherem Glas, eingezogen im Januar, soll nun durch eine dauerhafte Variante im Gerichtssaal ersetzt werden. Kosten: 30 000 bis 40 000 Euro. Foto: A./be
Die Trennwand aus schusssicherem Glas, eingezogen im Januar, soll nun durch eine dauerhafte Variante im Gerichtssaal ersetzt werden. Kosten: 30 000 bis 40 000 Euro. Foto: A./be

Landgericht Lüneburg: Verhandlungen hinter dickem Glas

ca Lüneburg. Als die mobile Wand im Januar ins Landgericht kam, sollte sie ein gutes Jahr bleiben, doch inzwischen ist klar: Das ist zu kurz. Denn das Verfahren um die russische Mafia dürfte sich voraussichtlich noch bis Ende kommenden Jahres hinziehen. Und so haben Wachtmeister und Handwerker die elf je 100 Kilo schweren Teile jetzt demontiert, um eine Glaswand in Saal 21 einzuziehen. Sie hat dieselbe Aufgabe: ein schusssicherer Schutz bei gefährlichen Prozessen.

Nach Auskunft des Landgerichts habe man sich entschlossen, auf eine dauerhafte Lösung zu setzen. Zum einen, weil das Verfahren um die sogenannten Diebe im Gesetz sich eben länger hinzieht, zum anderen rechnet die Justiz für die Zukunft mit weiteren spektakulären Großverfahren, die eben auch eine erhöhte Sicherheitsstufe erfordern. Lüneburg hat das über Monate erlebt, als es um die Auseinandersetzung zweier kurdischer Familien ging, bei der am Klinikum sogar mehrere Schüsse fielen.
Zwischen 30 000 und 40 000 Euro soll die Wand kosten, abschließend könne man das erst nach der Montage sagen, erklärte ein Mitarbeiter des Gerichts. Die „Dauerlösung“ bringe Vorteile: Die Richter könnten besser auch in den Zuschauerbereich sehen, weil es keine Streben gebe, das gelte auch andersherum für die Zuhörer. Zudem brauche es keine Stützelemente mehr zum Zuschauerbereich, sodass wieder mehr Platz vorhanden ist. Überdies wird die transportable Wand auch anderswo in Niedersachsen gebraucht.

Wie berichtet, ist die Sicherheitswand seit mehr als 20 Jahren im Einsatz. Ihre Premiere hatte sie damals in einem Prozess um eine blutige Familienfehde in Lüneburg erlebt. Damals zahlte die Justiz 50 000 Mark für die schusssichere Wand.