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Norbert Hill von der LüneCom (v.l.), David Abendroth von der Samtgemeinde Amelinghausen und Betzendorfs Bürgermeister Carsten Müller freuen sich über den Fortgang des Breitbandausbaus. Foto: dth
Norbert Hill von der LüneCom (v.l.), David Abendroth von der Samtgemeinde Amelinghausen und Betzendorfs Bürgermeister Carsten Müller freuen sich über den Fortgang des Breitbandausbaus. Foto: dth

Turbo-Netz für Tellmer und Glüsingen

dth Betzendorf. Das kleine Dorf Glüsingen verfügt bald über eine bessere Anbindung ans weltweite Datennetz als so manches Gewerbegebiet. Während die Breitbandstrategie des Landkreises Lüneburg nach der Kreistagsentscheidung erst langsam wieder Fahrt aufnimmt, schafft die Samtgemeinde Amelinghausen weiter Fakten und baut die schnellen Internetverbindungen in ihren Dörfern in Eigenregie aus – gemeinsam mit dem Lüneburger Netzanbieter LüneCom. Derzeit sind die Ortsteile der Gemeinde Betzendorf an der Reihe. Eigentlich sollten im ersten Schritt nur die bestehenden Kabelverzweiger ertüchtigt werden. Weil die Kupferkabel aber in Glüsingen und Teilen von Tellmer teilweise marode seien, erhalten rund 40 Haushalte ersatzweise die Premiumausführung: Auch auf der letzten Teilstrecke bis zum Haus werden ersatzweise neue Glasfaserkabel verlegt, die physikalisch auch langfristig wesentlich höhere Datenraten ermöglichen.

Die Samtgemeinde Amelinghausen leistet sich seit Jahren, was sich der Landkreis Lüneburg im größeren Maßstab nicht traut: Eigene Leitungen für den Breitbandausbau zu verlegen. Für die Betzendorfer Ortsteile Drögennindorf, Tellmer und Glüsingen wird ein neues Grundnetz (Backbone-Netz) für rund eine halbe Million Euro aufgebaut. Davon trägt die LüneCom laut Geschäftsführer Norbert Hill 200 000 Euro und 300 000 Euro übernimmt die Samtgemeinde Amelinghausen. Für die Planungen waren Amelinghausen 40 000 Euro aus dem Strukturentwicklungsfonds des Landkreises bewilligt worden. Größter Kostenfaktor ist bekanntlich der Tiefbau, das Ziehen der Gräben für die neuen Leitungen. Seit Wochen wird nun kräftig gebuddelt. Allerdings nicht überall wie geplant.

Derzeit werden schon die ersten Kabelverzweiger der Telekom, bespielsweise in Tellmer, ertüchtigt. Daneben baut die LüneCom sogenannte Multifunktionsgehäuse mit passiver und aktiver Technik. Für die angeschlossenen Haushalte ist das das neue Tor zum weltweiten Datennetz. Die letzte Strecke zu den Haushalten läuft in der Regel aber noch über alte Kupferkabel. Anders soll das bald in Glüsingen und Teilen von Tellmer werden. Rund 40 Haushalte werden nach derzeitigem Stand direkt mir Glasfaser versorgt. Hill sagt: „Die Kupferleitungen sind dort teilweise erneuerungsbedürftig. Da rechnet es sich für uns eher, auch auf der letzten Meile gleich auf Glasfaserkabel zu setzen.“ Die Glasfaser gilt als besonders zukunftssicher, da die Lichtwellenleiter physikalisch noch deutlich höhere Bandbreiten ermöglichen. Derzeit beschränkt sich das Angebot in den neu ausbauenden Bereichen aber zunächst auf 25- und 50-MBit-Tarife.

Während der Ausbau in Drögennindorf, Tellmer und Glüsingen läuft, ist der Ort Betzendorf entgegen ursprünglicher Planungen raus. Laut David Abendroth von der Samtgemeinde Amelinghausen seien „die zu ertüchtigenden Kabelverzweiger in Betzendorf zu nah an den Hauptverteilern des Ortsnetzes“. Damit gelte Betzendorf offiziell als versorgt, die öffentliche Hand dürfte dort in der angedachten Form nicht im Breitbandausbau tätig werden.

Ein Hoffnungsschimmer für die Betzendorfer, die auf schnellere Internetverbindungen hoffen, bleibt die Breitbandinitiative des Landkreises. Wie berichtet, will der Kreis mit teilnehmenden Kommunen eine Wirtschaftlichkeitslückenförderung ausschreiben und einer Firma einen Ausgleich zahlen, damit sie in einem für das Unternehmen unrentablen Bereich den Breitbandausbau durchführt. Das könnte auch für die Gemeinde Amelinghausen interessant sein. Dort war die geforderte Vorvertrags-Quote für den Eigenausbau nicht zustandegekommen. Hingegen gibt es eigene Netze in Soderstorf, Rehlingen und Oldendorf/Luhe.