Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Rolf Sauer, Geschäftsführer der Psychiatrischen Klinik Lüneburg, vor dem Haus 13, in dem übergangsweise Flüchtlinge untergebracht werden sollen, bis ein Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei errichtet ist. Foto: be
Rolf Sauer, Geschäftsführer der Psychiatrischen Klinik Lüneburg, vor dem Haus 13, in dem übergangsweise Flüchtlinge untergebracht werden sollen, bis ein Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei errichtet ist. Foto: be

Unterkunft für Flüchtlinge auf Klinikgelände

as Lüneburg. „Die Psychiatrische Klinik Lüneburg sowie die Gesundheitsholding möchten als kommunale Unternehmen ihren Beitrag zur Unterbringung von Flüchtlingen leisten“, macht Rolf Sauer deutlich. Gestern stellte er die Planungen für Unterkünfte vor, die bereits bei einer Betriebsversammlung auf große Zustimmung bei den Mitarbeitern gestoßen waren.

Ausgangspunkt für die Überlegungen zur Unterbringung von Flüchtlingen sei eine für Sanierung und Umbauarbeiten freigezogene Station im Hauptgebäude (Haus 48) gewesen, so Sauer. Mit Blick auf den zunehmenden Flüchtlingsstrom und die Suche nach neuen Standorten, die die Stadt täglich vor neue Herausforderungen stellt, sei es ethisch nicht zu verantworten, dass die Station 3B zunächst leer stehe, war sich Sauer mit dem Ärztlichen Direktor, Chefärzten, Pflegedirektion und Betriebsrat schnell einig. Frank Triebe, Vorsitzender des Betriebsrates, habe dann den Vorschlag gemacht, dass sich das Haus 13 besonders eignen würde als Unterkunft. Dafür muss jetzt erst einmal ein Umzug erfolgen: Die Patienten des Hauses 15 (Station für Alkoholentzug) werden auf der 3B im Hauptgebäude untergebracht, ins Haus 15 ziehen dann die Patienten des Hauses 13 (Station zur Entgiftung von Suchtpatienten). „Wir gehen davon aus, dass wir zum 1. November das Haus 13 an die Stadt übergeben können“, erläutert Sauer.

Dabei soll es sich aber nur um eine Übergangssituation handeln. Denn die PKL plant auf ihrem Gelände ein Gebäude in L-Form zu errichten, das sie für die Dauer von voraussichtlich fünf Jahren an die Stadt vermieten wird, damit dort Flüchtlinge Unterkunft finden. Zum Hintergrund erläutert Sauer: Die PKL betreibt Haus Westerholz in Ebstorf, eine Pflegeeinrichtung für psychisch Kranke. Mit 30 Kilometer Entfernung zur PKL sei der Standort nicht optimal, zudem sei das Gebäude inzwischen sanierungsbedürftig. Aus diesem Grunde habe man seit längerem erwogen, ein neues Gebäude für die Pflegeeinrichtung auf dem Gelände am Wienebütteler Weg zu schaffen. Das soll nun auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei entstehen. Ein Ziegelbau, der vorerst maximal 120 Plätze für Asylbewerber bietet, später dann umgenutzt wird für Bewohner des Hauses Westerholz. „Wir sind dabei, alles für die Bauantragsreife vorzubereiten.“ Geplante Fertigstellung des Gebäudes soll im Oktober 2016 sein. Das Projekt gehört zum Gesamtkonzept der Stadt für weitere Standorte, das im September im Rat vorgestellt wurde.

Die Planungen seien bei den Mitarbeitern auf große Zustimmung gestoßen, sagt Sauer, der diese mit Triebe gemeinsam bei einer Betriebsversammlung vorgestellt hat. „Es hieß aus dem Publikum: Da kommt viel Arbeit durch die Umzüge auf uns zu, aber das machen wir gerne“, berichtet Sauer und macht die Haltung in seinem Haus deutlich: „Die, die zu uns kommen, sind herzlich willkommen.“ Es ginge nicht nur darum, Unterkunft zu bieten, sondern man wolle auch perspektivisch etwas tun. Noch im Oktober werden interessierte Flüchtlinge dazu informiert, welche Praktika die PKL, die Service GmbH und das Klinikum anbieten, zum Beispiel in den Bereichen Malerei, Tischlerei, Reinigungs- und Transportdienst sowie in der IT-Abteilung. Auf diese Weise wolle man Perspektiven für Ausbildungsmöglichkeiten aufzeigen wie auch Berufsmöglichkeiten in den Bereichen Reinigung und Transport.