Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Silo 9 im Uelzener Nordzucker-Werk steht erneut im Blickpunkt: Über den Wiederaufbau freuen sich Werkleiter Dr. Mathias Böker (v.l.), Sven Buhrmann, Axel Aumüller und Dr. Thomas Mörle-Heynisch.  Foto: phs
Silo 9 im Uelzener Nordzucker-Werk steht erneut im Blickpunkt: Über den Wiederaufbau freuen sich Werkleiter Dr. Mathias Böker (v.l.), Sven Buhrmann, Axel Aumüller und Dr. Thomas Mörle-Heynisch. Foto: phs

Nordzucker Uelzen: Silo nach Großbrand wieder betriebsbereit

emi Uelzen. Meterhoch schlagen die Flammen aus dem Dach von Silo 9, Lösch-Hubschrauber kreisen über dem Gebäude, Tausende Tonnen Zucker werden durch ein Schott abgelassen: Am 26. Juni vergangenen Jahres zerstörte ein verheerendes Feuer den rund 90 Meter hohen und mit 40 000 Tonnen Zucker gefüllten Bau auf dem Gelände des Uelzener Nordzucker-Werkes. Die Brandursache ist weiterhin unklar, der Schaden laut Axel Aumüller, Vorstand Produktion, enorm: „Weit über zehn Millionen Euro.“

Am Freitag, knapp eineinhalb Jahre nach dem Großbrand, ist in der Uelzener Zuckerfabrik der erfolgreiche Abschluss des Wiederaufbaus gefeiert worden. Damit kann das Silo noch in der bereits angelaufenen Kampagne den Betrieb wieder aufnehmen, am 26. Oktober soll erneut Zucker in das Depot rieseln.

„Ich stehe heute mit gemischten Gefühlen vor Ihnen“, sagte Aumüller bei der Feierstunde zur Würdigung der Helfer. Es falle ihm schwer, „etwas zu feiern, was nicht hätte passieren dürfen“. Der Brand habe nicht nur „erhebliche Mengen Zucker“ vernichtet, sondern auch die Lagerkapazität stark beeinträchtigt: Für 80 000 Tonnen Zucker musste eine alternative Sammelstelle gefunden werden – eine riesige logistische Herausforderung und ein weiterer Kostenfaktor.

Die Bilder von dicken Rauchschwaden und züngelnden Flammen, die gestern noch einmal in einem Video und auf Stellwänden gezeigt wurden, haben sich nicht nur bei den Bürgern in Uelzen und weit darüber hinaus ins Gedächtnis gegraben. Besonders bei den Verantwortlichen haben sie Spuren hinterlassen. Dr. Thomas Mörle-Heynisch, Projektmanager Wiederaufbau Silo 9, beschrieb die „nie gekannte Ohnmacht“ angesichts der Flammen: „Du kannst nur zusehen, wie das Silo abbrennt.“ Denn selbst die mehr als 100 herbeigeeilten Feuerwehrkräfte hatten mit der vorhandenen Technik den Brand in knapp 90 Meter Höhe nicht löschen können, Helikopter der Bundespolizei sowie ein Teleskop-Löschkran bannten schließlich die Gefahr. Künftig sollen verschärfte Brandschutzmaßnahmen eine weitere Katastrophe verhindern.
Das Feuer hatte nicht nur das Dach von Silo 9 zum Einsturz gebracht, sondern auch Teile der Bandbrücke, mit der der Zucker von der Produktion über Fließbänder zur Lagerung zu den Silos transportiert wird, sowie den Nachbarbau beschädigt: Silo 8 war bereits in der vergangenen Kampagne wieder im Einsatz. Nun ist dank Hunderter Helfer auch Silo 9 wieder startklar – und nicht nur Axel Aumüller, Vorstand Produktion, darüber „froh“.

Schließlich ist die Kostensituation bei Europas zweitgrößtem Zuckerhersteller schon schwierig genug: Die Zuckerpreise sind weltweit im Sinkflug, erst vorgestern hatte die Nordzucker AG mitgeteilt, dass im ersten Geschäftshalbjahr ein Verlust von 0,6 Millionen Euro entstanden sei. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch ein Plus von rund 53 Millionen Euro. Der Silo-Wiederaufbau in Uelzen ist ein positives Signal. „Mit Zuversicht führen wir das Projekt komplett zu Ende“, sagte Mörle-Heynisch.