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Im Hanseviertel entstehen viele neue Wohnungen, wenn auch häufig im oberen Preissegment. Generell hat Lüneburg Nachholbedarf, schlussfolgert ein aktueller Stadtmarktbericht. Foto: t&w
Im Hanseviertel entstehen viele neue Wohnungen, wenn auch häufig im oberen Preissegment. Generell hat Lüneburg Nachholbedarf, schlussfolgert ein aktueller Stadtmarktbericht. Foto: t&w

Lüneburg lockt Kapitalanleger

us Lüneburg. Knapper Wohnraum, steigende Mieten, teure Grundstücke – die Lage am Lüneburger Wohnungsmarkt bleibt angespannt. Der Grund: Während die Einwohnerzahl der Stadt in den vergangenen Jahren kontinuierlich kletterte, nahm parallel der Wohnungsbau ab. In der Folge stiegen seit 2001 die Wohnungsmieten im Bereich der Bestandswohnungen um 49 Prozent, für Neubauwohnungen sogar um 51 Prozent. Noch tiefer muss in die Tasche greifen, wer eine Eigentumswohnung kaufen will: Hier kletterten die Neubaupreise seit 2000 um stolze 58 Prozent.

Während vor allem Mieter die anhaltende Preisentwicklung beklagen, gibt bei es Käufern und Verkäufern auch zufriedene Gesichter, denn Lüneburg hat sich in den vergangenen Jahren offenbar zu einem attraktiven Markt für Kapitalanleger entwickelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Immobilien-Dienstleisters PlanetHome aus München.

„Ausschlaggebend für die Preisdynamik sind sowohl das hohe Interesse von Kapitalanlegern, die vor dem Hintergrund niedriger Renditeaussichten in anderen Bereichen in Immobilien in Groß- und Universitätsstädten investieren“, heißt es in dem „Stadtmarktbericht Lüneburg 2015/2016“. Die Hansestadt gehört zu den bundesweit 55 ausgewählten Städten, zu denen das Unternehmen relevante Kennzahlen für Immobilienkäufer und -verkäufer herausgibt.

Der Report zeigt: Verkäufer können in Lüneburg pro Quadratmeter einen Preis von bis zu 3800 Euro erzielen, im Schnitt sind es 2900 Euro. Bestandsobjekte lassen sich für bis zu 2300 Euro pro Quadratmeter verkaufen, der Durchschnitt liegt bei 1750 Euro. Und auch diese Zahlen sind für Rendite-interessierte Käufer wichtig: Die durchschnittliche Kaltmiete liegt im Neubau bei 8,90 Euro pro Quadratmeter, im Bestand beträgt sie 8 Euro.

Das hohe Interesse an Lüneburgs Wohnungsmarkt spiegelt sich nach Einschätzung der Analysten an der Anzahl der Verkaufsfälle von Eigentumswohnungen. So werden in Lüneburg 5,5 Verkäufe pro 1000 Einwohner getätigt, der Wert liegt damit oberhalb vergleichbarer Städte, den der Bericht mit 4,8 angibt.

Während Lüneburg im Vergleich mit den 55-Top-Städten bei der Zahl der fertiggestellten Wohnungen viele Jahre unterdurchschnittlich war, hat die Stadt ab dem Jahr 2012 wieder zugelegt. Mit knapp vier Fertigstellungen je 1000 Einwohner war der Wert 2013 sogar fast doppelt so hoch wie der Vergleichswert der Top-Städte. Ein Ende des attraktiven Immobilienmarktes sehen die Experten deswegen aber nicht: Der Wohnungsleerstand sei mit aktuell 2,1 Prozent unterdurchschnittlich, außerdem werde es aufgrund der steigenden Haushaltszahlen langfristig eine „sehr gute“ Wohnungsnachfrage geben.

Bis zum Jahr 2030 erwarten die Immobilien-Spezialisten einen Anstieg der Haushalte um rund 2100 bei annähernd gleichbleibender Einwohnerzahl. „Damit ist die Grundlage für die Wohnungsnachfrage in Lüneburg langfrist gesichert“, fasst der Bericht abschließend zusammen.