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Den Entwurf des Bebauungsplans zur Bauckhof-Erweiterung gab es für die Amelinghausener Ratsmitglieder ebenfalls digital. Künftig sind die Tablets fester Bestandteil der Ratssitzungen. Foto: dth
Den Entwurf des Bebauungsplans zur Bauckhof-Erweiterung gab es für die Amelinghausener Ratsmitglieder ebenfalls digital. Künftig sind die Tablets fester Bestandteil der Ratssitzungen. Foto: dth

Das Ende der Papierflut – Gemeinderat Amelinghausen setzt künftig auf digitale Sitzungsunterlagen

dth Amelinghausen. Allein für den öffentlichen Teil umfasste die Aktenmappe 82 Seiten, gerechnet auf 15 Ratsmitglieder wären das 1230 Seiten bedrucktes Papier nur für einen Abend gewesen. Künftig werden die Aktenberge für die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker nur noch digital ausgegeben. Der Gemeinderat Amelinghausen startete bei seiner jüngsten Sitzung offiziell mit der „papierlosen Ratsarbeit“.

Auf Samtgemeindeebene ist das seit kurzem bereits Praxis und auch in den anderen Mitgliedsgemeinden wird künftig auf Tablets statt auf Aktenmappen gesetzt. Die Kommunen der Samtgemeinde Amelinghausen sind die ersten im Kreis Lüneburg, die durchweg auf papierlose Ratsarbeit setzen. Damit folgen sie dem Vorbild des Lüneburger Kreistags.

Der Amelinghausener Grundsatzbeschluss für die papierlose Ratsarbeit fiel bereits im Frühjahr. Bis dahin hatten die Amelinghausener bei ihrem Online-Ratsinformationssystem auf eine eigene Lösung gesetzt und schwenkten nun um auf das Allris-System, das neben dem Landkreis auch bei anderen Kommunen verbreitet ist. Doch während bei den anderen Kreis-Kommunen die digitale Ratsarbeit auf freiwilliger Basis stattfindet, wird sie in Amelinghausen nun verpflichtend. Dafür hat der Rat seine Geschäftsordnung geändert und es gibt zusätzliches Geld.

Künftig werden Einladungen zu Gremiensitzungen nicht mehr von der Verwaltung an die Ratsmitglieder verschickt, sondern im Ratsinformationssystem online zur Verfügung gestellt. Die Kommunalpolitiker haben nun eine Holpflicht. Auch die Entschädigungssatzung wurde geändert. Darin heißt es nun: „Auf Antrag erhält jedes Ratsmitglied einen Zuschuss für die Anschaffung eines mobilen Endgerätes für die Ratsarbeit in Höhe von 810 Euro. Scheidet ein Ratsmitglied innerhalb eines Jahres aus, so muss der gewährte Zuschuss zur Hälfte, mithin 405 Euro, zurückgezahlt werden.“

Über die Premiere bei der Ratssitzung freute sich Amelinghausens Gemeindebürgermeister Norbert Thiemann (CDU) und sagte angesichts des Pioniergeists: „Das ist auch für uns absolutes Neuland.“