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Teile des Bleckeder Schlosses möchte die Stadt im Zuge des Städtebauförderprogramms sanieren . Foto: dth
Teile des Bleckeder Schlosses möchte die Stadt im Zuge des Städtebauförderprogramms sanieren . Foto: dth

Bleckede soll noch schöner werden

pet Bleckede. Das Bleckeder Elbschloss soll davon profitieren. Aber auch viele weitere Gebäude im Bereich der Bleckeder Innenstadt sollen auf Vordermann gebracht, saniert oder verschönert werden. Mit der einstimmig verabschiedeten „förmlichen Festlegung des Sanierungsgebietes“ hat der Rat der Stadt während seiner jüngsten Sitzung in Alt Garge den nächsten Schritt unternommen, um in den kommenden Jahren Nutznießer von Fördermillionen aus dem Städtebauförderungsprogramm zu werden.

Vor zwei Jahren hatte der Bleckeder Stadtrat auf Initiative des Arbeitskreises Bleckeder Altstadt (ABA) beschlossen, sich um die Aufnahme in die Städtebauförderung zu bemühen. Laut Förderrichtlinie musste dafür „ein unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erstelltes integiertes Entwicklungskonzept, in dem Ziele und Maßnahmen im Fördergebiet dargestellt sind“, erstellt werden.

In einer Voruntersuchung war festgestellt worden, dass etwa drei Prozent der historischen Gebäude der Stadt Bleckede „mittlere bis schwere“ Schäden aufweisen, weitere rund 20 Prozent leichtere bis mittlere Schäden, der Rest keine bis leichte Schäden. Eingeschätzt worden waren die Gebäude damals von außen. Aber, so Klaus von Ohlen, Vertriebsleiter des Sanierungsträgers BauBeCon, damals: „Es kann durchaus sein, dass ein Haus von außen tiptop aussieht, im Inneren aber der Keller nass und der Dachstuhl morsch ist“.

Im vergangenen Jahr reichte die Stadt Bleckede die ausführlichen Unterlagen beim Sozialministerium ein, in diesem Frühjahr wurde bekannt, dass Bleckede zu den landesweit 40 Kommunen gehört, die in das Programm aufgenommen wurden. Seit dem 27. August liegt im Rathaus der Bescheid vor, wonach das Amt für regionale Landesentwicklung die Innenstadt und das Schlossensemble „im Rahmen der Förderkomponente Städte­baulicher Denkmalschutz in das Förderprogramm aufgenommen hat“.

Ein Areal von etwa 43,6 Hektar, vom Schützenweg bis zur Bahnhofstraße, vom Sanddeich bis Kleinburg, wurde in das Sanierungsgebiet aufgenommen, berichtete Bauamtsleiter Rene Ringhand in der Ratssitzung. Rund 20 Hektar groß ist die Fläche, für die Fördermittel in Aussicht stehen, etwas größer ist die Fläche, die von Häusern bestanden ist, für die im Sanierungsfall steuerliche Erleichterungen möglich sind.

Das Sanierungsgebiet ist festgelegt, als nächster Schritt folgt nun die Ausarbeitung einer Sanierungssatzung. „Darin werden praktisch die Spielregeln bei der Sanierung festgelegt“, erklärt Bleckedes Bürgermeister Jens Böther. In der Sanierungssatzung wird vorgegeben, in welchen Fällen, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang Maßnahmen gefördert werden. Weiter muss jetzt die Funktion eines Sanierungsträgers ausgeschrieben werden.

Angelegt sind Städtebauförderungsprogramme in der Regel auf zehn Jahre. Die Bleckeder hoffen in diesem Zeitraum auf Fördermittel in einer Gesamthöhe von rund sechs Millionen Euro. Zwei Drittel davon würden Bund und Land tragen, die restlichen zwei Millionen die Stadt Bleckede. Wie viel Geld letzten Endes in der Elbstadt investiert wird, ist aber abhängig davon, was Privatpersonen, Firmen und andere Gebäudeeigentümer in ihre Häuser zu investieren bereit sind.

Für das laufende Jahr 2015 hat Bleckede über die normale Förderung hinaus eine besondere Förderung zu erwarten. Die Stadt wurde vom Sozialministerium als „besonders finanzschwache Kommune“ eingeordnet. Statt eines Drittels hat die Stadt Bleckede deshalb in diesem Jahr nur 20 Prozent der Fördermittel aufzubringen.

Über den „Startschuss“ für Maßnahmen im Zuge des Städtebauförderungsprogramms freute sich CDU-Fraktionschef Wilhelm Kastens in der Ratssitzung. Jetzt müsse weitergearbeitet werden, um „das Programm zum Leben zu erwecken“. Bürgermeister Böther hofft, dass erste konkrete Projekte schon 2016 angegangen werden.

Städtebauförderung nichts Neues für Bleckede

Nicht zum ersten Mal wurde die Stadt Bleckede in die Städtebauförderung aufgenommen. Allerdings endete die in den späten 1980er-Jahren für die Stadt begonnene Förderperiode 1993 abrupt. „Mauerfall und Wende“ nannte der damalige Stadtdirektor Lutz Röding damals als Gründe: „Das Geld wird in den neuen Ländern gebraucht.“

Insgesamt flossen in den frühen 1990er-Jahren 1,7 Millionen Mark von Bund und Land nach Bleckede, 850000 Mark steuerte die Stadt bei. Dem gegenüber standen öffentliche und private Investitionen von 2,55 Millionen Mark.

Damals wurde zum Beispiel der Schlosspark angelegt, die alte Schule an der Lüneburger Straße wurde zum Rathaus umgebaut. Eine private Maßnahme war die Sanierung des Deutschen Hauses zum Hotel zum Löwen.