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Die Flüchtlingsunterkunft am Ochtmisser Kirchsteig gehört zu den Investitionen der Lüwobau. Sie war im vergangenen Jahr in Betrieb genommen worden. Foto: be
Die Flüchtlingsunterkunft am Ochtmisser Kirchsteig gehört zu den Investitionen der Lüwobau. Sie war im vergangenen Jahr in Betrieb genommen worden. Foto: be

Überschuss freut auch die Stadt

as Lüneburg. Einen Überschuss von rund zwei Millionen Euro hat die Lüneburger Wohnungsbaugesellschaft (Lüwobau) im Jahr 2014 erwirtschaftet. Darüber kann sich auch die Stadt Lüneburg freuen, die 92 Prozent der Anteile an der Gesellschaft hält. Denn auch wenn ein Großteil des Überschusses in Gewinnrücklagen geht, profitieren die Gesellschafter wieder: 2014 beläuft sich die Dividende auf 873000 Euro wie bereits im Jahr zuvor.

Der Jahresabschluss der Lüwobau steht neben anderen Themen auf der Tagesordnung des Wirtschaftsausschusses, der am Mittwoch, 28. Oktober, in den Räumen der Volkshochschule an der Haagestraße tagt. Die öffentliche Sitzung beginnt um 16 Uhr.

Das Kerngeschäft der Lüwobau ist nach wie vor das Vermieten von Wohnraum. 2014 hatte sie 2129 Wohnungen im Bestand, das waren genauso viele wie im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Nettogrundmiete pro Quadratmeter für Wohnungen betrug 6,24 Euro (Vorjahr 6,10 Euro). Dies entspricht einer Erhöhung von 2,3 Prozent. Am Ende des Geschäftsjahres standen 18 Wohnungen leer, genauso viele wie im Jahr zuvor. Das entspricht einer Leerstandsquote von 0,8 Prozent. Denn Wohnraum, und insbesondere günstiger, ist in Lüneburg stark nachgefragt. In die Interessentenliste waren bis Jahresende 1030 Wohnungssuchende eingetragen (im Vorjahr waren es 850).

Rund 9,3 Millionen Euro hat die Gesellschaft 2014 in Wohngebäude investiert. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr (rund vier Millionen Euro). So flossen unter anderem 3,8 Millionen Euro in die energetische Modernisierung von Gebäuden an der Ringstraße 4-36 und Oedemer Weg 59 sowie 1,7 Millionen Euro in drei Wohngebäude im Roten Feld. 2,6 Millionen Euro investierte die Lüwobau in den Neubau des Ursulahauses, das noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll.

Außerdem ist die Lüwobau Partner an der Seite der Stadt, wenn es um die Unterbringung von Flüchtlingen geht. 1,3 Millionen Euro wurden 2014 in die mobile Wohnanlage für 100 Asylsuchende am Ochtmisser Kirchsteig investiert, die auf einem Pachtgrundstück der Stadt entstand. Die Lüwobau vermietet die Gebäude an die Stadt. Ebenfalls in 2014 nahm die Gesellschaft die Planungen für die Flüchtlingsunterkunft in Rettmer auf, die Juli 2015 eröffnet wurde.

Auch bei der Entwicklung weiterer Standorte wird die Gesellschaft tätig sein, so wird sie zum Beispiel ein Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes des Schulzentrums Oedeme errichten, in dem erst einmal Flüchtlinge untergebracht werden sollen, das aber später für Sozialwohnungen genutzt werden soll.

Lüwobau-Geschäftsführerin Heiderose Schäfke macht mit Blick nach vorne deutlich, dass Sanierung, Modernisierung und zukunftsfähige Anpassung des Bestandes weiter zu den Aufgaben des Unternehmens gehören werden. Gleichzeitig stehe aber das Thema Wohnraum zu bezahlbaren Mieten ganz oben auf der Agenda der Politik. „Wo gestern noch das Kapital in energetische Modernisierung fließen sollte, werden heute Neubauten zu günstigen Preisen gefordert. Hoffnung bietet die Aufstockung der Wohnungsbaufördermittel auf 400 Millionen Euro.“