Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Hinter (v.l.) Hella Siedenburg, Elke Frost und Wolfgang Kuhn von der Bürgerstiftung steht das Gerüst für den dritten Bauabschnitt. Foto: phs
Hinter (v.l.) Hella Siedenburg, Elke Frost und Wolfgang Kuhn von der Bürgerstiftung steht das Gerüst für den dritten Bauabschnitt. Foto: phs

Rote-Hahn-Stift: Hilfe für ein Lüneburger Juwel

mm Lüneburg. Das Gebäude-Ensemble des historischen Rote-Hahn-Stifts war vom Verfall bedroht, bis die Bürgerstiftung als Eigentümerin entschloss, es zu retten. Mit viel Geld. Fast anderthalb Millionen Euro kostet die komplette Sanierung. Geld, das die Stiftung eigentlich nicht hat, sondern das sie von außen heranholen muss. Ihr Ansporn: Die denkmalgeschützten Häuser aus dem 16. Jahrhundert sollen erhalten bleiben, damit dort weiterhin Menschen wohnen können, die sich sonst keine eigene Wohnung leisten könnten. Jetzt sind die Bauarbeiten beim dritten Abschnitt angelangt. Hierfür fehlt noch Geld, um gestiegene Mehrkosten aufzufangen. Offen sind knapp 48000 Euro. Einen Teil übernimmt jetzt die Klosterkammer Hannover.

Elke Frost ist die Stiftungsvorsitzende, sie verdeutlicht, warum die Sanierung des „Lüneburger Juwels“, wie sie das malerische Altstadtensemble mit einzigartigem Blick auf die St. Nicolaikirche nennt, notwendig war: „Es gab Mängel im Fassaden- und Dachbereich, versalzenes Mauerwerk, Fenster, Türen und Treppen, die nicht mehr hielten, unbedingt musste es auch energetische Verbesserungen geben.“ Die veranschlagte Investition in Höhe von rund einer Million Euro sei durch Eigenmittel, Hilfen der Stadt, Darlehen der N-Bank und Zuwendungsmittel unter anderem aus dem Topf der städtebaulichen Förderung für das Wasserviertel gedeckt gewesen. Doch es war nicht genug.

So fällt die Instandsetzung um einiges größer aus als zunächst absehbar. Es gibt zusätzliche Schadstoffbelastungen aus früheren Sanierungen, tragende Holzkonstruktionen sind beschädigt und auch die Arbeitskosten steigen. Der Arbeitskreis Lüneburger Altstadt (ALA) sprang schon mit 10000 Euro in die Bresche (LZ berichtete). Das Geld ist längst verbaut. Die Bürgerstiftung muss immer wieder neue Quellen anzapfen, damit die Sanierung nicht ins Stocken gerät. Jetzt freuen sich Elke Frost und ihre Mitstreiter über den Zuschuss der Klosterkammer.

Es sind insgesamt 25000 Euro. Das Geld fließt in den dritten Bauabschnitt, den hinteren Gebäudekomplex. In dem zwei der elf Wohnungen liegen, in die bedürftige Menschen mit einziehen. Sie müssen dafür einen Wohnberechtigungsschein vorlegen. Wie berichtet, sieht das neue Mietkonzept der Stiftung auch vor, dass Künstler, die noch nicht den großen finanziellen Durchbruch geschafft haben, einziehen. Bis zum Sommer des nächsten Jahres sollten die zwei Wohnungen komplett saniert, auch ein neues Dach, mit zum Teil alten, gut erhaltenen Pfannen, aufgesetzt sein. Die Kosten für diesen Bauabschnitt schätzt die Stiftung mittlerweile auf rund 340000 Euro, „sie haben sich verdoppelt“, sagt Elke Frost. Und sie blickt schon sorgenvoll Richtung Innenhof, den letzten Bauabschnitt. Auch für diese Neugestaltung sei man noch auf finanzielle Hilfen angewiesen.