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Das Bürgerhaus Auf dem Meere 36, in dem Studenten leben. Foto: phs
Das Bürgerhaus Auf dem Meere 36, in dem Studenten leben. Foto: phs

Lüneburg: Lucia Pfohe Stiftung restauriert Studentenheim

mm Lüneburg. Es sind die Giebel, die Lüneburgs Stadtbild prägen. Manche haben schon mehr als 500 Jahre standgehalten. Wie die spitz zulaufende Fassade des Bürgerhauses Auf dem Meere 36. Nun war eine Restaurierung notwendig, viel Geld musste dafür in die Hand genommen werden. Die Lucia Pfohe Studentenstiftung, der das Haus gehört, investierte einen sechsstelligen Betrag, um das denkmalgeschützte Gebäude mit einer besonderen Geschichte in seiner ganzen Schönheit zu erhalten. Für Studenten und für das Stadtbild.

„Es bröckelte“, fasst Franz Ludwig von Lindeiner, Vorstandsmitglied der Stiftung, den sanierungsbedürftigen Zustand der Giebelfassade an dem geschichtsträchtigen Haus zusammen. In dem einst Brauersfamilien lebten und das vor 30 Jahren von der Studentenstiftung gekauft wurde. Damals wurde restauriert, ausgewählte Studenten zogen ein. In bester Stadtlage in neue Wohnungen.

Eine der sechs Porträtbüsten, die wieder hübsch sind. Foto: phs
Eine der sechs Porträtbüsten, die wieder hübsch sind. Foto: phs

Auch heute noch gehen Studenten in dem Haus ein und aus. Es gibt zwölf Zimmer, von denen zwei auch für angehende Akademiker aus dem Ausland vorgehalten werden. Wer in das Haus einziehen darf, entschied früher das Kuratorium der Lucia Pfohe Stiftung, nach besonderen Leistungen in der Schule und im Studium wurde ausgewählt. Jetzt befindet die Wohngemeinschaft. Neue Bewohner ziehen nicht nur in eine exklusive Lage, sie wohnen auch zum kleinen Preis. „Nur die Unkosten müssen abgedeckt werden“, sagt von Lindeiner.

In Unkosten stürzte sich die Studentenstiftung, um das Wohnhaus zu restaurieren. Im großen Stil. Unter Leitung der Firma Mahnke, die Restaurationen kommen von Blohm & Tillwick. Über ein halbes Jahr lang wurde gearbeitet, mehr als 1000 handgeformte Klostersteine wurden verbaut. Ein Hingucker sind jetzt auch wieder die sechs Porträtbüsten, die an Mediziner und Gelehrte erinnern. Die Köpfe stammen aus der Gründerzeit, etwa der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sie sind aus Stuckmörtel gegossen. Seit der letzten Überarbeitung waren die Übermalungen abgeblättert und verfärbt. Nun wurden die Plastiken in Anlehnung an den freigelegten Bestand neu gefasst. Und bemalt, sodass zum Beispiel Gewandpositionen und Bartformen wieder deutlich zu erkennen sind. Auch die Fenster der einzelnen Zimmer erhielten einen neuen Anstrich.

Eine konkrete Zahl, wieviel Geld die Restaurierung gekostet hat, möchte von Lindeiner nicht nennen. Nur so viel: „Sie war sechsstellig“. Lindeiner weiter: „Die finanzielle Situation der Stadt Lüneburg und des Landes Niedersachsen erlaubte es nicht, der Stiftung Fördermittel in einem nennenswerten Umfang zukommen zu lassen.“ Es gebe vom Landesamt für Denkmalpflege einen Zuschuss, der liege aber „nur im kleinen vierstelligen Bereich“.

Den Löwenanteil stemmt die Stiftung selbst. Das könnte sich nun auf die Stipendienvergabe auswirken – negativ. Schon seit Jahren vermehrt sich das Vermögen der Stiftung nicht mehr so wie noch zur Gründungszeiten. Der niedrige Zinssatz sei schuld, sagt von Lindeiner. Er verdeutlicht: „Zu Spitzenzeiten hatten wir 13 Stipendiaten, jetzt nur noch einen.“ Auch die finanzielle Förderung pro Stipendiat ist geringer geworden. Kurz nach Stiftungsgründung gab es noch 500 Mark im Monat, heute 250 Euro. Der Betrag hat mit der gestiegenen Inflation nicht Schritt gehalten.

Die Restaurierung aber erfüllt einen guten Zweck: den Erhalt eines Stücks Stadtgeschichte.