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Die „Alpha E“-Variante bestünde aus: zweigleisiger Ausbau Rotenburg-Verden, eingleisiger Ertüchtigung Langwedel-Uelzen, geringfügiger Ausbau Nienburg-Minden und dreigleisiger Ausbau Lüneburg-Uelzen sowie Ausbau Uelzen-Halle plus flankierende Maßnahmen. Hamburg fordert eine neue Strecke entlang der A7. Foto: hm
Die „Alpha E“-Variante bestünde aus: zweigleisiger Ausbau Rotenburg-Verden, eingleisiger Ertüchtigung Langwedel-Uelzen, geringfügiger Ausbau Nienburg-Minden und dreigleisiger Ausbau Lüneburg-Uelzen sowie Ausbau Uelzen-Halle plus flankierende Maßnahmen. Hamburg fordert eine neue Strecke entlang der A7. Foto: hm

Dialogforums Schiene Nord: Stadt kündigt Konsens auf

dth Lüneburg. Streit ist vorprogrammiert trotz des weitgehend einvernehmlichen Votums beim „Dialogforum Schiene Nord“. Während der Entwurf des Abschlussdokuments beim Landkreis Lüneburg eher auf ein positives Echo stößt, droht die Hansestadt Lüneburg den Beschluss zu torpedieren, sollten bestimmte Bedingungen nicht erfüllt werden. Dabei unterstützt sie auch die Forderung der Freien und Hansestadt Hamburg, eine Neubautrasse entlang der A7 zu planen.

„Eine Zunahme des Güterverkehrs zwischen Stelle und Lüneburg um zwei Drittel ist mit uns nicht zu machen. Wir unterstützen den Vorschlag Hamburgs, zur Entlastung eine Trasse entlang der A7 zu bauen!“ So kommentiert Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge das Abschlussdokument in einer Presseerklärung. „Die Hansestadt Lüneburg schließt sich grundsätzlich der Variante Alpha E an, auf die sich das Dialogforum Schiene Nord geeinigt hat. Insbesondere unterstützen wir die Forderung des Dialogforums nach Lärmschutz“, erläutert Mädge, „allerdings erwarten wir ab der Brücke Goseburg mindestens die Lärmschutzqualität nach Süden wie beim dritten Gleis Lüneburg-Stelle. Das sind wir den Menschen schuldig!“ Auch ein zusätzliches Gleis auf der Strecke Lüneburg-Uelzen begrüßt Mädge. Aber eine Zunahme des Güterverkehrs von 211 auf 351 Züge, die die Variante Alpha E mit sich bringen würde, sei nicht hinnehmbar. Zur Entlastung müsste „umgehend“ die Neubautrasse entlang der A7 geplant werden. Mädge sagt: „Wenn es zu keiner Nachbesserung kommt, sage ich ganz klar, kann ich keine Unterzeichnung durch die Hansestadt empfehlen. Wir lassen die Menschen nicht im Regen stehen – weder in Lüneburg, noch zwischen Stelle und Lüneburg, noch in Deutsch Evern!“

Doch auch unter den Bürgerinitiativen, die sich für einen Ausbau statt Neubau einsetzen gibt es eine gewisse Verunsicherung, wie sie mit dem Ergebnis umgehen sollen. Erste Stimmen wurden bereits laut, beim Übergabetermin des Abschlussdokuments am 5. November in Celle mit einer Großdemo ein Ausrufezeichen zu setzen, dass auf Neubautrassen definitiv verzichtet werden soll. Der Kurs der Stadt Lüneburg hingegen dürfte nun Öl ins Feuer gießen.

Indes findet das Votum des Forums beim Kreis Lüneburg ein überwiegend positives Echo. Es sei laut Erstem Kreisrat Jürgen Krumböhmer der richtige erste Schritt: „Ich begrüße es, dass es am Ende doch zu einem konstruktiven Vorschlag gekommen ist, der schnell und kostengünstig umsetzbar ist, einen gewollten Nutzen erbringt und sich einigermaßen konfliktarm darstellt.“ Das sagte er, bevor die Stadt am frühen Abend ihre Erklärung herausgab.

Im Entwurf des Abschluss-Dokuments heißt es: „Mit der Entscheidung für die Vorzugsvariante entfallen alle anderen Trassenvarianten und werden nicht weiter verfolgt.“ Allerdings sorgt für Interpretationsspielraum eine von der Bahn geforderte Passage. Demnach müssten „weitere Ausbaumaßnahmen beim Bund beantragt“ werden, sollte die Alpha-Variante doch nicht ausreichend Kapazitäten erbringen. Für den Fall heißt es aber weiter: „Wenn solche Maßnahmen notwendig werden sollten, würde dies in einem neuen Dialogforum mit den Betroffenen erarbeitet werden.“ Mit dem Stadt-Vorstoß steht der Beschluss in Frage.

One comment

  1. seltsam, seit dem letzten lokführerstreik, soll doch die bahn ca.10% ihrer Kunden im Güterverkehr verloren haben. Was soll dann eine neue Trasse? und wer soll und wird die wohl bezahlen?