Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Drei Investoren wollen in Bad Bevensen die Baulücke zwischen Therme (Foto) und dem neuen Kurhaus schließen.  Foto: J. Rufenach
Drei Investoren wollen in Bad Bevensen die Baulücke zwischen Therme (Foto) und dem neuen Kurhaus schließen. Foto: J. Rufenach

Bad Bevensen: Große Hotel-Pläne in der Kurstadt

wb Bad Bevensen. Chance oder unkalkulierbares Risiko? Ein Großprojekt spaltet die Kurstadt Bad Bevensen. Das zeigte sich einmal mehr bei der jüngsten Einwohnerversammlung, bei der die Stadt die aktuellen Planungen für das Kurzentrum präsentierte. Während ein Teil der Zuhörer sich von dem Bau eines Thermenhotels neue Gäste verspricht, befürchten andere eine Bauruine und bleiben skeptisch – angesichts der Vier-Sterne-Konkurrenz in der Stadt und unbekannter Investoren für ein geographisches Sahnestück. Denn das Thermenhotel könnte an der Dahlenburger Straße entstehen, direkt zwischen der Jod-Sole-Therme und dem neuen Kurhaus, das im April 2016 eröffnet werden soll (LZ berichtete, siehe unten).

Drei Projektentwickler und Investoren haben der Stadt inzwischen ihre Ideen vorgelegt – eine Variantenvielfalt, die vor wenigen Monaten noch undenkbar gewesen wäre. Seit 2013 sucht die Stadt händeringend nach Kreativen, die die Baulücke schließen und die Attraktivität des Kurzentrums steigern. Denn das neue Kurhaus ist im Auftrag der Politik aus Kostengründen ohne eigene Gastronomie geplant worden. Versorgt werden sollen die Besucher über Caterer – und perspektivisch über das Restaurant des geplanten Hotels.

Konkrete Hotel-Entwürfe sind noch nicht öffentlich, wohl aber die Bedingungen, die die Stadt für die Bebauung setzt. „Für Bevensen hat das Projekt eine besondere Bedeutung, weil es im Zentrum direkte Auswirkungen auf das Stadtbild hat“, betonte Bauamtsleiter Roland Klewwe. Laut einer Studie, in der unter anderem Optik und Funktionalität sowie die umliegenden Gebäude und das städtebauliche Konzept einbezogen worden sind, wäre ein knapp 22 Meter hohes, sechsgeschossiges Hotelgebäude verträglich.

Die gegenüberliegende Diana-Klinik hat elf Geschosse. „Der Bau war damals sicher auch ein großer Einschnitt, aber das hat Bevensen weitergebracht. Immerhin sind die Kliniken heute die größten Arbeitgeber“, sagte Klewwe. „Damit das Hotel wirtschaftlich zu betreiben ist, müssten 100 bis 110 Zimmer vorgesehen werden.“ Im Erdgeschoss müssten Lager, Empfang und Restaurant untergebracht werden, im Obergeschoss – so die Idee eines Projektplaners – könnten hochpreisige Eigentumswohnungen entstehen. „Das Hotel kann unmittelbar an die Therme angeschlossen werden. Über einen Bademantelgang könnte man trockenen Fußes in die Therme und über den bestehenden Wandelgang in die Diana-Klinik. Das könnte attraktiv werden. Wobei der Verbindungsgang kein massiver, sondern ein verglaster, transparenter Gang sein müsste.“

Zusätzliche Parkplätze könnten durch eine Tiefgarage oder die Umnutzung einer Grünfläche nahe der Sonnenuhr entstehen. Frühester Baubeginn wäre im Frühjahr 2017, rund 18 Monate Bauzeit seien realistisch. Klewwe: „Die Bauzeit ist natürlich brutal. Aber das ist sicher zu schaffen. Das Schlimmste wäre, wenn etwas Halbfertiges stehen bleibt. Wir prüfen alles sorgfältig im Vorfeld, aber eine Sicherheit gibt es natürlich nie.“
Findet sich kein Hotelinvestor, soll ein Restaurant die Baulücke füllen.

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