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Stadtbaurätin Heike Gundermann nahm den Fördervertrag von Prof. Dr. Paul Georg Lankisch (r.) und Thomas Köpping entgegen. Das Geld ist für den Nachbau des historischen Galeriegeländers, von dem es zurzeit nur einen Restteil (vorne in Grün) gibt. Foto: phs
Stadtbaurätin Heike Gundermann nahm den Fördervertrag von Prof. Dr. Paul Georg Lankisch (r.) und Thomas Köpping entgegen. Das Geld ist für den Nachbau des historischen Galeriegeländers, von dem es zurzeit nur einen Restteil (vorne in Grün) gibt. Foto: phs

Letzter Schliff fürs alte Stadtarchiv

as Lüneburg. Das „Gedächtnis der Stadt“, das Stadtarchiv, hat seine einstigen Räume im Rathaus vor sechs Jahren verlassen, ist seitdem in der alten Landeszentralbank beheimatet. Die Räume des Archivs im Rathaus wurden inzwischen aufwendig restauriert, sollen künftig für öffentliche Veranstaltungen, Sitzungen der Verwaltung, aber auch für Trauungen genutzt werden. Dabei wird ein Hingucker das Galeriegeländer sein, das vor 50 Jahren entfernt wurde und nun nach historischem Vorbild wieder angefertigt wird. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) leistet dazu erneut einen Beitrag. Prof. Dr. Paul Georg Lankisch, Ortskurator der Stiftung, überbrachte zusammen mit Thomas Köpping von Lotto Niedersachsen, deren Erlöse zu großen Teilen in den Denkmalschutz fließen, einen Förderbescheid in Höhe von 20 000 Euro an Stadtbaurätin Heike Gundermann.

Das Magazingebäude des ehemaligen Stadtarchivs wurde 1898/99 als eingeschossiger Bau für die Archivbenutzung errichtet. Das Innere wird durch eine tonnengewölbte Decke überspannt, deren Scheitelpunkt zirka 10,50 Meter hoch ist, und die mit üppigen, farbigen Malereien verziert ist. Auch die nördliche und südliche Schildwand sind bemalt, auf Spruchbändern finden sich Verweise auf die Geschichte des Gebäudes und seines Vorgängers, die Ratsküche.

Fast ein halbes Jahrhundert waren diese Schönheiten verdeckt, denn in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde eine Betondecke zur statischen Festigung des Gesamt­raumes eingezogen. Entfernt wurde in diesem Zusammenhang auch das schmiedeeiserne Galeriegeländer. Im vergangenen Jahr wurde die Stahlbetondecke wieder entfernt. Zum Vorschein kam das Tonnengewölbe, das sich zwar in einem recht guten Zustand befand, aber doch einer sensiblen Restaurierung bedurfte. Auch der Terrazzo-Fußboden, der in den 60er-Jahren mit PVC-Belag überklebt worden war, wurde wieder freigelegt, gereinigt und poliert, sodass er nun in alter Schönheit zur Geltung kommt. Die Gesamtkosten in Höhe von 95 000 Euro förderte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit 35 000 Euro. Zuvor hatte die Stadt bereits die Gebäudehülle instandgesetzt, also das Mauerwerk sowie Fenster überholt, die Dachdeckung in einzelnen Bereichen erneuert und Maßnahmen zu aktuellen Brandschutzanforderungen umgesetzt. Die Gesamtkosten beliefen sich hierbei auf 646 000 Euro, es floss Fördergeld vom Landesamt für Denkmalpflege sowie vom Bund, sodass sich der Eigenanteil der Stadt auf 171 500 Euro belief.

„Um die raumhohen Regale zu erreichen, waren Galerien erforderlich, die ursprünglich mit schönen, metallenen Geländern ausgestattet waren. Die fielen in den 60er-Jahren leider dem Einbau von modernen Regalanlagen zum Opfer“, sagt Stadtbaurätin Gundermann. Auch der Gehbelag der Galerien wurde seinerzeit durch unschöne Gitterroste ausgetauscht. Nun kehren Geländer und Gehbelag nach historischem Vorbild zurück. Die Kosten: 103 000 Euro.

Gundermann: „Wir freuen uns, dass wir einmal mehr von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beim Bewahren des historischen Rathauses unterstützt werden.“ Prof. Dr. Lankisch macht deutlich: „Die Stiftung fördert inzwischen nur noch Projekte, die auch genutzt werden wie in diesem Fall unter anderem als Veranstaltungsraum.“ Der wird auch barrierefrei sein. In einem letzten Schritt müssen noch unter anderem Heizung und Beleuchtung installiert werden, dann wird das alte Stadtarchiv zur neuen Nutzung einladen.