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Bisher steht nur ein Discounter an  an der K53 (Röthenkuhlen) in Scharnebeck, in Zukunft soll dort ein Einkaufszentrum mit zusätzlichem Lebensmittel- und Drogeriemarkt entstehen. Doch es gibt Verzögerungen. Foto: phs
Bisher steht nur ein Discounter an an der K53 (Röthenkuhlen) in Scharnebeck, in Zukunft soll dort ein Einkaufszentrum mit zusätzlichem Lebensmittel- und Drogeriemarkt entstehen. Doch es gibt Verzögerungen. Foto: phs

Einkaufszentrum Scharnebeck: Bauplanung mit Hindernissen

off Scharnebeck. Vor einem Jahr hofften die Planer noch auf einen Baustart 2016. Inzwischen ist absehbar: Vor 2017 wird es nichts mit dem ersten Spatenstich für das geplante Einkaufszentrum am Scharnebecker Schiffshebewerk. Der Grund: Lage und geplante Größe passen nicht zu den Vorgaben des regionalen sowie des Raumordnungsprogrammes des Landes, „deswegen müssen wir als Samtgemeinde ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren beantragen“, sagt Scharnebecks Bauamtsleiterin, Margit Schmelter. Der Antrag werde in Kürze rausgehen – und erst wenn der Erfolg haben wird, „können wir mit den Planungen weitermachen“.

Auslöser für den Planungsstopp in Scharnebeck waren Einwände der Nachbargemeinden Adendorf und Lüneburg im Zuge der Plan-Auslegung. Befürchtet wurden Umsatzrückgänge, außerdem – so die Kritik – verstoße das geplante Einkaufszentrum gegen die Ziele des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP). Tatsächlich ist dort für ein Grundzentrum wie Scharnebeck laut Gemeindebürgermeister Dr. Dieter Heidelmann eine Maximalgröße für Einkaufszentren von lediglich 2000 Quadratmetern vorgesehen, die Pläne für Scharnebeck umfassen mehr als 3000 Quadratmeter. „Das ist allerdings nur eine Richtgröße“, sagt Heidelmann, „das heißt, Ausnahmen sind möglich.“

Ein weiterer Knackpunkt: die Lage des Einkaufszentrums. „Laut RROP sollte es im Ortskern liegen“, sagt Schmelter. Geplant ist es am Dorfrand. Dort, wo bereits seit Jahren ein Discounter steht, wollen sich zusätzlich ein Lebensmittel- und ein Drogeriemarkt ansiedeln, „außerdem will Aldi sich vergrößern“, sagt Heidelmann.
Warum das Einkaufszentrum in der Lage und in der geplanten Größe trotzdem sinnvoll ist, erläutert die Samtgemeinde in ihrem Zielabweichungs-Antrag an Land und Kreis. „Darin haben wir noch einmal Alternativstandorte miteinbezogen, die Anforderungen an modernere Supermärkte dargelegt, außerdem mit dem Investor ein Nachnutzungskonzept für den Edeka in der Ortsmitte erstellt, wonach dort eine Grundversorgung auch in Zukunft sichergestellt sein soll“, sagt Schmelter. Entscheiden müssen nun Landkreis und Land, ob sie in diesem Fall einer Zielabweichung stattgeben.

Liegt die Genehmigung vor, können Samtgemeinde und Gemeinde Scharnebeck die Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplans weiter bearbeiten. Voraussetzung für alle weiteren Schritte. „Das alles wird noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Schmelter, „aber wir sind zuversichtlich, dass es mit dem Einkaufszentrum klappen wird.“