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Auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrums in Geesthacht haben jetzt die Bauarbeiten für vier neue Gebäude begonnen. Zusätzlichen Platz erhalten sollen die Institute für Küsten- und Werkstoffforschung. Foto: tja
Auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrums in Geesthacht haben jetzt die Bauarbeiten für vier neue Gebäude begonnen. Zusätzlichen Platz erhalten sollen die Institute für Küsten- und Werkstoffforschung. Foto: tja

Helmholtz-Zentrum Geesthacht investiert 15 Millionen Euro in neue Gebäude

tja Geesthacht. Ein Coastel Competence Centre (C³) für das Institut für Küstenforschung, ein Hydrogen Technology Centre (HTC) und ein Polymer Technology Centre (PTC) für das Institut für Werkstoffforschung — das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) an der Max-Planck-Straße lässt bis Ende kommenden Jahres vier moderne Neubauten aus dem Boden stampfen. Die ersten Arbeiten haben jetzt begonnen. Insgesamt werden 15 Millionen Euro investiert. Außerdem wird auch das Hörsaal-Gebäude erweitert, unter anderem die Bibliothek modernisiert.

„Mit den neuen Gebäuden machen wir unser Zentrum fit für die zukünftigen Anforderungen“, erklärt Professor Dr. Wolfgang Kaysser, der wissenschaftliche Geschäftsführer des HZG. „Es entstehen moderne Laborräume, aber auch Büros für etwa 180 Mitarbeiter. Damit schaffen wir Platz für Innovationen“, so Kaysser. „Wir haben zusätzliche Aufgaben übernommen und wollen bessere Bedingungen nutzen“, erklärt er. Zuletzt waren die Bereiche im Umbruch. Kaysser: „Wir haben jetzt unsere Mannschaften und das Führungspersonal zusammen. Jetzt ist deshalb der richtige Zeitpunkt, zu investieren.“ Schon 2013 hatten sich Architekten aus Berlin und Kiel mit ihren Entwürfen für die geplanten Neubauten in Wettbewerben durchgesetzt.

Das C³ bekommt zwei neue Gebäude mit insgesamt 1420 Quadratmetern Nutzfläche für 6,4 Millionen Euro. Die 930 Quadratmeter des HTC und des PTC kosten ebenfalls 6,4 Millionen Euro, hinzu kommen 1,5 Millionen Euro für die Laborausstattung. Seit der Gründung des Forschungszentrums 1955 — damals als GKSS — wurde die Infrastruktur auf dem 6000 Quadratmeter großen Areal zwischen Elbufer und Bundesstraße5 ständig erweitert. Zuletzt wurde 2010 das Magnesium-Innovations-Center (MagIC) für sieben Millionen Euro gebaut. „Das Umfeld hier ist sehr förderlich für Wissenschaft und Forschung“, sagt Kaysser.
Aktuell arbeiten beim HZG 950 Mitarbeiter. „Ich gehe davon aus, dass wir personell in etwa gleich groß bleiben werden“, sagt Kaysser. „Aktuell sind unsere Aufgaben sehr interessant“, sagt er.

In Kooperationen wird nicht nur gemeinsam mit den norddeutschen Universitäten gearbeitet, sondern auch mit namhaften Firmen wie Airbus und Embraer (Flugzeugbau), VW, BMW und Daimler (Automobiltechnik) sowie BASF (Membranforschung). Kaysser: „Unsere Grundlagenforschung zielt immer auf konkrete Anwendungen.“ So sollen etwa Flugzeugteile gewichtssparender verbunden werden. „Bei der Küstenforschung können wir schon heute ziemlich gut sagen, welche Auswirkungen der Klimawandel ab Mitte des Jahrhunderts haben wird“, berichtet der Forscher. Aufgabe der Wissenschaftler ist es unter anderem, zu beurteilen, was im Wirtschaftsraum Nordsee passiert, wenn an der einen oder anderen Schraube gedreht wird. Dafür gibt es Messgeräte und Simulationsmodelle.

Nachgelassen hat unterdessen die Zahl der Ausgründungen, also Unternehmen, mit denen sich Wissenschaftler mit ihren Forschungsarbeiten selbstständig gemacht hatten. Zuletzt wurde 2003 die Firma Riftec aus einem solchen Projekt des GKSS gegründet. Kaysser: „Heute kann man leichter einen guten Job in der Wirtschaft bekommen, als ein eigenes Risiko bei einer Unternehmensgründung tragen zu müssen.“ Er führt das nachlassende Interesse an Gründungen damit auf die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt zurück. Der praktischen Nutzung der Forschungsergebnisse tue das aber keinen Abbruch, so Kaysser. „Unsere Ideen werden von Unternehmen gerne aufgenommen“, berichtet Kaysser. Umso wichtiger sei es etwa, dass auch im PTC größere Mengen der Membranen für die Praxiserprobung hergestellt werden können.