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Eine Welt ohne Müll ist das Ziel von Cradle to Cradle. Foto: t&w
Eine Welt ohne Müll ist das Ziel von Cradle to Cradle. Foto: t&w

Eine Welt ohne Müll – Cradle-to-Cradle-Kongress an der Leuphana

red/dpa Lüneburg. Eine Welt ohne Abfall und ein anderer Umgang mit Rohstoffen — das ist das Konzept von Cradle to Cradle, kurz C2C. Darum soll es am Sonnabend, 31. Oktober, auf einer Konferenz an der Lüneburger Universität gehen. „Cradle to Cradle“ bedeutet „von der Wiege zur Wiege“. Das Konzept sieht Wirtschaftsabläufe ohne Müll vor. Wie in der Natur sollen die Materialien zu Nährstoffen abgebaut oder aber restlos wiederverwendet werden. Das können etwa kompostierbare Kleidungsstücke oder essbare Verpackungen, aber auch reine und damit vollständig recycelbare Kunststoffe oder Metalle sein.

Zum zweiten Cradle-to-Cradle-Kongress von 9 bis 20 Uhr an der Leuphana werden Vereins-Mitbegründer Michael Braungart, Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) und Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, erwartet. Auch Zukunftsforscher Matthias Horx und Bela B. von der Band „Die Ärzte“ sollen kommen. Der hinter dem Konzept stehende gemeinnützige Verein Cradle to Cradle will die Idee in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik verankern. Mittlerweile sind nach Angaben der Organisatoren bundesweit mehr als 300 Aktive in 23 Regionalgruppen dabei. Das Treffen in Lüneburg unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerium und Leuphana soll einen breiten Austausch zum Thema ermöglichen.

Beim Kongress diskutiert werden Fragen wie zum Beispiel: Wie kann die zukunftsfähige Ernährung im 21. Jahrhundert aussehen? Wie können Nährstoffkreisläufe geschlossen werden? Wie kann ökologische Landwirtschaft funktionieren?

„Wir müssen einfach intelligent leben wie die Ameisen, dann produzieren wir keinen Abfall mehr“, heißt es auf der Internetseite von C2C-Mitbegründer Michael Braungart. Der Professor ist wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts. Er leitet den Cradle-to-Cradle-Lehrstuhl für Innovation und Qualität an der Rotterdam School of Management der Erasmus Universität und ist Professor an der Leuphana. „Die Natur entweder als Feind oder als Mutter zu sehen, ist nicht sinnvoll“, erläutert Braungart zu seinem Lehrangebot. Vielmehr gelte es, sie als Lehrerin zu nutzen.

Beim C2C-Konzept geht es auch um ein anderes Bild des Menschen, der sich selbst beim Konsumieren nicht als Schädling, sondern als Nützling sehe. „Durch die Umsetzung von Cradle to Cradle ist es in unser Bewusstsein gedrungen, dass Bevölkerungswachstum kein Problem mehr ist“, ist die Zukunftsvorstellung Braungarts, der Chemie und Verfahrenstechnik studiert hat. „Für Menschen ist es wichtig, dass sie sich sicher fühlen und geschätzt werden, denn dann sind sie freundlich, großzügig und haben ein positives Menschenbild.“

Der Kongress an der Leuphana Universität kostet Eintritt: 59 für Förderer und Aktive, 99 Euro für Privatpersonen, 199 Euro für Vertreter von Unternehmen und Organisationen. Anmeldungen und weitere Informationen unter www.c2c-kongress.de im Internet.