Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Noch steht die alte Sparkasse Bleckede, doch das Gebäude soll abgerissen werden. Eine Nutzung hält der Inhaber für ausgeschlossen. Der Bürgermeister sieht ebenfalls keine Zukunft für das Haus, auch als Flüchtingsunterkunft schließt er das Gebäude aufgrund von Zuschnitt und Zustand aus. Foto: phs
Noch steht die alte Sparkasse Bleckede, doch das Gebäude soll abgerissen werden. Eine Nutzung hält der Inhaber für ausgeschlossen. Der Bürgermeister sieht ebenfalls keine Zukunft für das Haus, auch als Flüchtingsunterkunft schließt er das Gebäude aufgrund von Zuschnitt und Zustand aus. Foto: phs

Alte Sparkasse Bleckede: Investor sieht keine Zukunft

off Bleckede. Leerstand, ergrauter Putz, kaputte Fenster: Ein schöner Anblick ist die alte Sparkasse in Bleckede schon seit Jahren nicht mehr, jetzt soll das Haus an der Friedrich-Kücken-Straße 15 abgerissen, das Areal zum Parkplatz werden. Als Chef der Firma „General Development Establishment“, in deren Besitz die alte Sparkasse mittlerweile ist, sieht der Bleckeder Richard Wagner keine Zukunft mehr für das Gebäude. „Wir haben den Abriss mit der Stadt Bleckede besprochen“, sagt er, „das soll noch in diesem Jahr abgeschlossen sein.“

Eine Genehmigung für den Abriss braucht Wagner nicht, das bestätigt der Landkreis Lüneburg. Mit der Stadt Bleckede hat die „General Development Establishment“ allerdings eine schriftliche Vereinbarung über die Gestaltung des geplanten Parkplatzes geschlossen. „Darin hat sich Herr Wagner verpflichtet, das Gelände zu begrünen“, sagt Bürgermeister Jens Böther. Konkret sollen Hecken und Bäume gepflanzt, Sitzmöglichkeiten für die Öffentlichkeit geschaffen werden.

Anfang der 1960er-Jahre ist die Bleckeder Kreissparkasse noch in Betrieb, 1963 schrieb die Sparkasse zu ihrem 100-jährigen Bestehen: „Einen Höhepunkt brachte das Jahr 1929, als der stattliche Sparkassenneubau an der Ecke Friedrich-Kücken-Straße / Bahnhofstraße entstand.“ Repro: Sammlung Jens Lohmann, Bleckede
Anfang der 1960er-Jahre ist die Bleckeder Kreissparkasse noch in Betrieb, 1963 schrieb die Sparkasse zu ihrem 100-jährigen Bestehen: „Einen Höhepunkt brachte das Jahr 1929, als der stattliche Sparkassenneubau an der Ecke Friedrich-Kücken-Straße / Bahnhofstraße entstand.“ Repro: Sammlung Jens Lohmann, Bleckede

Noch im Januar 2010 plante Wagner bei einer Fusion Bleckedes mit den Nachbargemeinden den Umbau der alten Sparkasse zum Ärztehaus (LZ berichtete), Eigentümerin des Gebäudes war damals unter seinem Vorsitz die „Grundbesitz-Beteiligungs-AG Elbtalaue“, gegen die 2012 das Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Die Fusion ist gescheitert, Wagners Traum vom Ärztehaus in der alten Sparkasse geplatzt. Heute will der Unternehmer mit dem Bau nichts mehr zu tun haben. Der Abriss, sagt er, sei „beschlossene Sache.

Eine Sanierung des Gebäudes hält Wagner für aussichtslos. Sein Architekt Rolf Bartz erklärt: „In dem Gebäude gibt es weder Heizung, noch Abwasser oder Strom, da müsste man Unsummen investieren, um es überhaupt irgendwie nutzen zu können.“ Auch Böther, der sich persönlich ein Bild vom Zustand des Hauses gemacht hat, ist überzeugt: „Es gibt keine Zukunft für das Gebäude.“ Der Abriss, aus seiner Sicht nachvollziehbar. „Wir haben nun versucht, das Beste für das Stadtbild zu erreichen“, sagt er, „und wir sind mit der getroffenen Vereinbarung zufrieden.“

Der Abriss der alten Sparkasse ist derzeit allerdings nicht Wagners einziger Plan. Das alte Mundinus(Daegel)-Haus schräg gegenüber (Friedrich-Kücken-Straße 12) will er zum China-Restaurant umbauen, dafür die neu entstandenen Parkplätze nutzen. Auch das Hotel am Bahnhof und das Landhotel an der Elbe sollen nun endlich fertiggestellt, umgebaut und eröffnet werden – alles Immobilien, die seit Jahren im Besitz einer seiner Firmen sind. Doch von den Plänen, die Wagner für die Gebäude hatte, sind bisher nur wenige umgesetzt worden. In der Stadt herrscht Skepsis. Wagner allerdings betont, er werde seine Pläne realisieren, wirtschaftlich boomten seine Geschäfte. Erstes Projekt auf seiner Liste: der Abriss der alten Sparkasse.

Historie

Gebaut wurde die Sparkasse in Bleckede 1929, damals zog die Kreissparkasse aus dem Gebäude schräg gegenüber an der Lauenburger Straße um in den Neubau Ecke Friedrich-Kücken-Straße/Bahnhofstraße.

1978 stand der nächste Umzug an – von der Friedrich-Kücken-Straße an den jetzigen Standort an der Breiten Straße 1. „Von da an diente das alte Sparkassengebäude als Wohnhaus“, sagt Jens Lohmann, Ur-Bleckeder und Kreisarchivar. „Ich weiß noch, dass dort unter anderem die damalige Gemeindeschwester des DRK wohnte“, berichtet Lohmann.

Seit 10 bis 15 Jahren stünde das Gebäude nun leer, verfalle zusehends. Einen Abriss würde Lohmann bedauern. „Für mich gehört das Haus zum Stadtbild“, sagt er, „auch wenn es offiziell nicht unter Denkmalschutz steht.“

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