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Die Gossenanlage ist bereits erneuert, die Baustelle an der Bahnhofstraße wird früher abgebaut als zuletzt gedacht, sagt Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke. Foto: phs
Die Gossenanlage ist bereits erneuert, die Baustelle an der Bahnhofstraße wird früher abgebaut als zuletzt gedacht, sagt Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke. Foto: phs

Bahnhofstraße Bienenbüttel: Sanierung mit Stolperstein

emi Bienenbüttel. Lärm, Sperrung, Umsatzeinbußen: Zum dritten Mal wird in Bienenbüttel derzeit die Bahnhofstraße aufgerissen. Was vor vier Jahren mit der Umgestaltung zur barrierefreien Einkaufsmeile begann, hat sich längst zum Stolperstein entwickelt. 2011 lässt die Gemeinde erstmals neues Pflaster verlegen, nur ein Jahr später steht fest: Baupfusch – die Steine werden wieder herausgerissen. Jetzt muss wieder neu gepflastert werden: Unterbau und Gossenanlage werden erneuert. „Lächerlich“, sagt eine Passantin. Doch Bürgermeister Dr. Merlin Franke bleibt gelassen.

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Mit blank geputzten Schuhen steht der CDU-Mann im Staub der Baustelle und beantwortet die Journalistenfragen. Bahnhofstraße, die unendliche Geschichte? „Nein“, sagt Franke, während im Hintergrund Maschinen rattern. „Natürlich würde ich mich freuen, wenn wir hier zu einem Ende kommen, damit wir auch aus Ihren Schlagzeilen herauskommen.“ Er lacht.

Sanierung der Bahnhofstraße Bienenbüttel ein schweres Erbe?31

Die erste Mängelbeseitigung fiel noch in die Amtszeit seines Vorgängers, Heinz-Günter Waltje (CDU). Die jüngste Hiobsbotschaft musste Franke selbst den Bürgern verkünden. Ein schweres Erbe? „So sehe ich das nicht“, sagt der Bürgermeister, „das muss schlichtweg vernünftig zu Ende gebracht werden.“ Und: „Das Ganze lässt sich nun mal nicht ändern. Meine Aufgabe ist es, das Problem zu lösen.“

990 000 Euro hat die Umgestaltung der Bahnhofstraße seinerzeit gekostet. Doch die volle Summe hat die Gemeinde nicht bezahlt, „weil uns am Ende bereits klar war, dass die Arbeiten nicht ordnungsgemäß ausgeführt wurden.“ Das Problem: „Die Schottertragschicht unter dem Pflaster wies verschiedene Stärken auf und erfüllte nicht die Vorgaben“, sagt Franke. Das Wasser konnte nicht abfließen, Steine lockerten sich, die Fahrbahn wurde uneben. Die damals ausführende Firma ist inzwischen insolvent.

Zwar behielt die Gemeinde Rechnungen ein und machte eine Bürgschaft geltend. „Dennoch bleiben unter dem Strich Mehrkosten von rund 150 000 Euro übrig, die dann leider der Steuerzahler zu tragen hat, beziehungsweise die aus Deckungsmitteln der Gemeinde kommen müssen“, bedauert Franke, und betont: „Die Anlieger werden nicht noch einmal belastet.“

Auf die Frage, warum die Mängel – trotz Kontrolle – nicht schon viel früher bemerkt worden sind, antwortet der Bürgermeister: „Wir haben hier entsprechende Unterstützung durch Planungsbüros gehabt, bei denen vertraglich auch die Bauaufsicht lag. Wir werden jetzt im Rahmen der neu erlangten Kenntnisse auch prüfen, ob wir möglicherweise einen Rechtsweg beschreiten werden.“ Das Planungsbüro ist inzwischen gewechselt und auch die Bauüberwachung wurde intensiviert. „Hier werden ständig Proben und Maße genommen, alles wird in Protokollen festgehalten, damit so etwas nicht noch einmal passiert“, versichert Franke.

Dennoch müssen die Anwohner und Geschäftsleute entlang der Bahnhofstraße aktuell wieder mit der Baustelle vor ihren Fenstern leben. Die Reaktionen reichen von Ärger über Verwunderung bis hin zu Schicksalsergebenheit. „Man hofft, dass es damit erledigt ist“, sagt eine Gewerbetreibende.

Genau das wünscht sich auch der Bürgermeister – und verbreitet Zuversicht. Die neue Firma sei sehr motiviert, die Mitarbeiter würden auch am Sonnabend arbeiten. So sei viel Zeit gut gemacht worden. „Wir wollen nun doch schon am 2. November fertig sein und nicht erst am 8. November“, verkündet er. Wenigstens eine gute Nachricht in der (un)endlichen Geschichte Bahnhofstraße.