Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Im dichten Nebel suchten Polizisten heute in Geesthacht nach Sylvia und Miriam Schulze. Foto: tja
Im dichten Nebel suchten Polizisten heute in Geesthacht nach Sylvia und Miriam Schulze. Foto: tja

Sylvia und Miriam Schulze: Neuer Hinweis führt ins Leere

tja Geesthacht. Gibt die Elbe jetzt das Rätsel um Miriam (12) und Sylvia Schulze (43) preis? Am Montag suchten Polizisten am Elbufer bei Geesthacht erneut nach der seit dem 24. Juli vermissten Frau und ihrer Tochter aus Drage. Doch wie schon am Donnerstag vergangener Woche, wo sie das Ufer abgesucht hatten, musste auch heute die Suche mit einem Dutzend Beamten, darunter Taucher und Hundeführer, nach mehreren Stunden ergebnislos abgebrochen werden.

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„Es war ein Hinweis eingegangen, den wir ernst genommen haben“, sagte Lars Nickelsen von der in dem Fall zuständigen Polizeiinspektion in Buchholz. Ein Spaziergänger hatte auf dem Biberpfad zwischen Tesperhude und Schnakenbek im Naturschutzgebiet Hohes Elbufer einen auffällig starken Geruch wahrgenommen. Er vermutete Verwesungsgeruch und informierte die Geesthachter Polizei. Die Beamten gaben den Hinweis an die Ermittler der Sonderkommission (Soko) Schulze weiter.

Leichenspürhunde und Taucher

Am kleinen Strand beim „Elbkantinchen“ in Tesperhude ließen die Bereitschaftspolizisten aus Braunschweig gestern Morgen ein Boot zu Wasser. An Bord machten sich Leichenspürhunde und Taucher elbaufwärts auf den Weg, um das nur schlecht zu erreichende Gelände im Naturschutzgebiet Hohes Elbufer von der Wasserseite aus absuchen zu können. Die Szene wirkte bei dichtem Nebel wie aus einem Krimi. Doch die Hunde schlugen nicht an und die Taucher fanden auch nichts. Am Nachmittag wurde die Aktion abgebrochen.

Familienvater Marco Schulze (41) war am 31. Juli vor Lauenburg tot aus der Elbe geborgen worden. Die Soko geht davon aus, dass er Frau und Tochter getötet und sich dann selbst das Leben genommen hatte. Er war von der Lauenburger Elbbrücke in die Tiefe gesprungen – mit einem 25 Kilo schweren Betonklotz am Körper.
Seit dem geht die Polizei der Theorie des Mordes an Frau und Tochter nach. „Wir wissen nach wie vor nicht, wo die beiden sind. Deshalb nehmen wir jeden Hinweis ernst“, sagte Nickelsen. Doch nachdem im August zahlreiche Hinweise abgearbeitet worden waren, ist die Soko mittlerweile auf nur noch einen Beamten reduziert. Nickelsen: „Sollte es erforderlich sein, können wir das Personal sofort wieder aufstocken.“