Aktuell
Home | Lokales | Adendorf | Eishockey-Damen mit neuen Trikots – Selbsthilfegruppe als Sponsor
Über zwei komplette Trikotsätze freuen sich die Eishockey-Damen des Adendorfer EC. Gesponsort hat die Trikots die Selbsthilfegruppe HAE-Vereinigung, die Menschen zur Seite steht, die an der seltenen Erbkrankheit leiden. Dazu gehört auch AEC-Spielerin Sandra Wenig. Foto: be
Über zwei komplette Trikotsätze freuen sich die Eishockey-Damen des Adendorfer EC. Gesponsort hat die Trikots die Selbsthilfegruppe HAE-Vereinigung, die Menschen zur Seite steht, die an der seltenen Erbkrankheit leiden. Dazu gehört auch AEC-Spielerin Sandra Wenig. Foto: be

Eishockey-Damen mit neuen Trikots – Selbsthilfegruppe als Sponsor

cw Adendorf. Die Eishockey-Damen des Adendorfer EC haben einen Auftrag: Sie räumen nicht nur souverän alle Titel in der 1. Eishockeyliga Nord-Ost ab, sondern informieren auch seit kurzem über das Hereditäre Angioödem (HAE). Wer noch nie davon gehört hat, ist nicht allein: Die seltene Erbkrankheit ist so unbekannt, dass selbst Ärzte teilweise Wissenslücken zeigen.

Für die Eishockey-Damen jedoch ist HAE etwas sehr Reales, denn eine von ihnen hat diese Krankheit. Bei Sandra Wenig (31) wurde HAE bereits in der Kindheit diagnostiziert. Bei einem akutem Anfall schwellen Häute und Schleimhäute des menschlichen Körpers übermäßig an, was nicht nur ausgesprochen schmerzhaft, sondern an Stellen wie etwa dem Halsbereich auch lebensgefährlich ist. Die Krankheit ist unheilbar aber nicht unbehandelbar: Mit einer Notfallspritze kann Sandra Wenig eine Attacke entweder verhindern oder schnell wieder zum Verschwinden bringen.

Die 31-Jährige hat gelernt damit zu leben und lässt sich die Freude am Sport von der Krankheit nicht nehmen. „Ich kann jede Sportart machen, die ich möchte“, sagt sie. „Die Krankheit ist eine schlimme Sache, aber man kann lernen damit umzugehen.“ Ihr selbst hat dabei die HAE-Vereinigung geholfen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Krankheit bekannter zu machen und Aufklärungsarbeit zu leisten.

Die Fans der erfolgreichen Eishockey-Damen wissen dank Sandra Wenigs offenem Umgang mit ihrer Krankheit ebenfalls Bescheid. Einem solchen Fan ist es auch zu verdanken, dass die Sportlerinnen jetzt brandneue Trikots bekommen haben. „Tobias Hinz hat die HAE-Vereinigung angeschrieben und gefragt, ob die uns nicht neue Trikots sponsern können“, erzählt Sandra Wenig. „Uns war gar nicht klar, dass es solche Möglichkeiten gibt.“

Bislang zahlen die Mädels fast alles aus eigener Tasche: Von den Reisekosten über die Ausstattung bis hin zur Verpflegung. „Der Verein stellt die Eiszeit und bezahlt die Sanitäter und Schiedsrichter“, erklärt Mannschaftskapitänin Mareyke Faroß. „Einen kleinen Zuschuss für die Fahrten bekommen wir auch, aber den größten Teil tragen wir selbst.“ Da kann dann ein Reisebus zum Auswärtsspiel nach Erfurt mal schnell 1000 Euro kosten.

Doch die HAE-Vereinigung hat reagiert: Sie organisierte eine Spende vom Hersteller des Notfallsmedikamentes, CSL-Behring, und schenkte dem Team zwei komplette Trikotsätze, einen für Heim- und einen für Auswärtsspiele. Auf beiden ist das Logo der HAE-Vereinigung deutlich zu sehen. „Wir müssen die Menschen wachrütteln und HAE bekannter machen“, sagt Vorsitzende Lucia Schauf. „Sandra Wenig und ihr Team sind wunderbare Botschafter.“ Auch das Team steht voll hinter dem Ansatz: „Wenn nur einem Menschen dadurch geholfen wird, ist das schon eine tolle Sache.“