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Dachgeschosse in Mehrfamilienhäusern wie auf dem Kreideberg sollten zu Wohnraum umgebaut werden, wünscht sich das Forum grüne Stadtentwicklung. Das ist hier bereits in einigen Blocks geschehen. Foto: be
Dachgeschosse in Mehrfamilienhäusern wie auf dem Kreideberg sollten zu Wohnraum umgebaut werden, wünscht sich das Forum grüne Stadtentwicklung. Das ist hier bereits in einigen Blocks geschehen. Foto: be

Nachverdichtung bei Wohnraumbeschaffung: Lücken schließen, höher bauen

as Lüneburg. Bei der Schaffung von zusätzlichem, kostengünstigem Wohnraum steht die Stadt vor großen Herausforderungen. Doch dabei dürfe sie nicht in das klassische Muster der Wirtschaftswunderzeit verfallen und Neubaugebiete an der Peripherie der Stadt schaffen, mahnt das „Forum grüne Stadtentwicklung“ im Lüneburger Ortsverband der Grünen. Vielmehr sei eine Nachverdichtung von Wohnquartieren sinnvoll. „Die Prämisse der Binnenentwicklung darf nicht aufgegeben werden“, appelliert Jutta Beer, Sprecherin des Ortsverbandes, an die rot-grüne Mehrheitsgruppe im Rat.

„Es geht nicht darum, Naturschutz und den weiter steigenden Wohnraumbedarf gegeneinander auszuspielen“, sagt Volker Butenschön, Sprecher im Ortsverband Lüneburg. „Auf jeden Fall sollte deshalb das durchaus vorhandene Potenzial im Bestand konsequent ausgeschöpft werden.“ Dazu biete sich zum Beispiel weiterhin der Ausbau von Dachgeschossen an.

Eine weitere Variante zum Bau neuer Wohnflächen sei die Schließung von Lücken der typischen Zeilenbebauung der Quartiere des Geschosswohnungsbaus aus den 50er- und 60er-Jahren wie zum Beispiel an der Hölderlinstraße und der Droste-Hülshoff-Straße im Stadtteil Moorfeld. Wenn etwa drei in einer Achse stehende Häuser durch zwei Lückenschließungen verbunden werden, blieben auch die Grünanlagen zwischen den Wohnzeilen erhalten. Der Vorteil dieser Nachverdichtung sei, dass sowohl das geltende Baurecht wie auch die bestehende Infrastruktur genutzt werden könnten. Das „Forum grüne Stadtentwicklung“ macht zudem deutlich, dass innenstadtnahe Einfamilienhausareale, wie zum Beispiel im Neubaugebiet Hanseviertel, künftig vermieden werden sollten. Ein wichtiges Entwickungspotenzial seien hingegen Brachflächen wie zum Beispiel in der Goseburg. Und auch Bauen in die Höhe müsse künftig Thema in Lüneburg sein, als Maßstab sollten hierbei Gebäude aus der Gründerzeit dienen.

Eine weitere Prämisse für das Forum ist, dass nun vermehrt preisgünstiger Wohnraum entstehen muss, macht Volker Butenschön deutlich. Das sei jedoch nicht nur Aufgabe der Stadt, sondern auch die Nachbargemeinden müssten sich dazu bekennen.

Das „Forum grüne Stadtentwicklung“ fordert die rot-grüne Mehrheitsgruppe auf, sich weiterhin für den Erhalt und Ausbau von Grünräumen wie dem geplanten Grüngürtel West einzusetzen. Die Einbindung der Umweltverbände bei Entscheidungen zur Stadtentwicklung sei eine wichtige Geste oft postuliert, aber kaum eingelöst, kritisieren die Ortsverbandssprecher der Grünen.