Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Ein Bild aus dem Sommer: Hafenbahn-Chef Lars Strehse (r.) und Thomas Strache von einer der Baufirmen begutachten die Arbeiten an der Eisenbahnbrücke über die Ilmenau. Foto: A./t&w
Ein Bild aus dem Sommer: Hafenbahn-Chef Lars Strehse (r.) und Thomas Strache von einer der Baufirmen begutachten die Arbeiten an der Eisenbahnbrücke über die Ilmenau. Foto: A./t&w

Goseburg-Bahn: Werksverkehr bricht weg

ca Lüneburg. Die Hafen Lüneburg GmbH saniert gerade für mehrere Hunderttausend Euro die sogenannte Goseburg-Bahn. Paradox: Nun verliert die städtische Gesellschaft ihren einzigen Kunden. Autoteile aus dem Werk des Zulieferers Yanfeng, ehemals Johnson Controls, werden ab sofort per Lkw und nicht mehr per Bahn in die Opel-Fabrik in Gliwice in Polen transportiert. Hintergrund sind einer Mitteilung der Hafen GmbH zufolge Probleme, welche die Deutsche Bahn mit der Abwicklung internationaler Transporte haben soll.

Aus dem Lüneburger Yanfeng-Werk an der Lüner Rennbahn heißt es, für den eigenen Firmenstandort habe das Ganze keine Auswirkungen. Die Produktion laufe wie gewohnt weiter. Für die Transporte sei man selbst auch nicht zuständig, die lägen in der Verantwortung von Opel.

„Ärgerlich“, nennt der Geschäftsführer der Hafen GmbH die Entscheidung. Lars Strehse sagt, der Gesellschaft drohten Einnahmeverluste von mehreren 10 000 Euro pro Jahr. Er hofft, dass andere Kunden des Autozulieferes sowie weitere Unternehmen aus der Goseburg künftig auf die Schiene setzen.

Strehse: „Wir haben die Beteiligten aufgefordert, noch einmal intensiv zu prüfen, ob bestehende Probleme nicht doch zielorientiert und verlässlich behoben werden können, um weiterhin eine nachhaltige Bahntransportlogistik zu betreiben.“ Die Gesellschaft investiere mit Förderung aus Landesmitteln derzeit in die Grunderneuerung der Goseburgbahn, inklusive Brückensanierung. Die Kosten für die Sanierung der 1971 geschaffenen Anbindung des Industriegebiets in der Lüner Heide sind mit 800 000 Euro veranschlagt, 480 000 Euro schießt die Landesnahverkehrsgesellschaft hinzu. Die Arbeiten sollen Ende November abgeschlossen sein.