Aktuell
Home | Lokales | Adendorf | Der ignorierte Kreisverkehr
Ab durch die Mitte: Viele Autofahrer halten sich am Kreisverkehr Dorfstraße/Von-Eichendorff-Straße/Schillerstraße in Erbstorf nicht an die Regeln. Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch laut, kritisiert Anwohnerin Irina Lührs. Foto: be
Ab durch die Mitte: Viele Autofahrer halten sich am Kreisverkehr Dorfstraße/Von-Eichendorff-Straße/Schillerstraße in Erbstorf nicht an die Regeln. Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch laut, kritisiert Anwohnerin Irina Lührs. Foto: be

Der ignorierte Kreisverkehr

emi Erbstorf. Seit Monaten laufen Anwohner der Adendorfer Straße „Im Suren Winkel“ Sturm gegen die Ausbau-Pläne der Gemeinde, fordern eine Verkehrsberuhigung auf ihrem Abschnitt. Jetzt steht Bürgermeister Thomas Maack (SPD) neuer Ärger ins Haus. Irina Lührs, Bewohnerin der Von-Eichendorff-Straße in Erbstorf, hat ihm einen Brief geschrieben und 65 Unterschriften in ihrer Nachbarschaft gesammelt. Diesmal im Fokus der Kritik: Lärm und gefährliche Situationen am Kreisverkehr Dorfstraße/Von-Eichendorff-Straße/Schillerstraße.

„Die gefährliche Verkehrssituation entsteht, weil der absolute Großteil der Autofahrer, die auf der Dorfstraße unterwegs sind, die Kreisverkehrsregelung ignoriert und durch die Mitte des Kreisels fährt“, erklärt Irina Lührs. Besonders brenzlig werde es für die Anwohner vor allem in zwei Fällen.

Erstens: „Wenn man sich aus der Von-Eichendorff-Straße kommend in den Kreisverkehr einordnet, wird man auf Höhe der ersten Abfahrt Richtung Dorfstraße von den geradeaus fahrenden Autos geschnitten“, sagt die 44-Jährige. In den Stoßzeiten seien die Fahrzeuge mit bis zu 70 Stundenkilometern unterwegs.

Die zweite Gefahrensituation laut Lührs: „Wenn man aus Richtung Adendorf kommt und an der dritten Ausfahrt in die Siedlung einbiegen möchte, gehen die hinter einem fahrenden Autofahrer meist automatisch davon aus, dass man den Kreisverkehr schon an der Dorfstraße verlässt. So kommt es häufig fast zu Zusammenstößen.“ Dass es bisher noch keinen ernsthaften Unfall gegeben habe, sei vor allem den Anwohnern zu verdanken: „Alle fahren extrem vorsichtig.“

Dazu komme auch noch die Lärmbelästigung: „Das laute Knallen und Rauschen der Reifen auf dem Kopfsteinpflaster hören wir den ganzen Tag lang“, schreibt Irina Lührs in ihrem Brief an den Bürgermeister. „Doch insbesondere fällt dieser Lärm in den Nachtstunden auf.“

In den Augen der Anwohner erfüllt der Kreisel nicht seinen Zweck, sondern verschlimmert die Situation nur. Ihre Forderung an den Adendorfer Bürgermeister: „Rückbau des Kreisels und Umwandlung der Dorfstraße in eine Vorfahrtstraße mit einer effektiven und nachhaltigen Verkehrsberuhigung.“

Thomas Maack ist die Situation bekannt. Der Kreisverkehr sei vor acht Jahren zur Verkehrsberuhigung gebaut worden. Konzipiert worden sei er so, dass Lkw ihn auch befahren können, erklärt der Bürgermeister. Ein Unfallschwerpunkt sei er aber nicht. Dennoch betont der Gemeindechef: „Wir nehmen die Sache ernst und prüfen das.“ Verbesserungen seien möglich, „aber nur, wenn darin Einigkeit mit Landkreis und Polizei besteht“. Erste Gespräche mit den Behörden seien geführt, die schlechte Einsicht an der Dorfstraße bereits durch einen Spiegel verbessert worden.

2 Kommentare

  1. In Lüneburg werden Spiegel abgebaut und neue verhindert. Die offizielle Begründung lautet: Spiegel seien so unsicher und könnten im Winter beschlagen. (Beispiel: Unterführung Bockelmannstraße) Interessant zu hören, dass in Adendorf „die schlechte Einsicht … durch Spiegel verbessert“ werden kann. Wenige Kilometer entscheiden darüber, ob Spiegel sicher oder unsicher sind. An der Physik des Spiegels liegt es jedenfalls nicht.

  2. das gleiche kann man in bardowick auch beobachten. dort ist der kreisel in der nähe der mühle so klein, dass die abkürzung genommen wird.