Aktuell
Home | Lokales | Industriekletterer: Schadenssuche in luftiger Höhe
Die Industriekletterer Oliver und Marco suchen den 56 Meter hohen Wasserturm auf Schadstellen ab. Er soll saniert werden. Foto: t&w
Die Industriekletterer Oliver und Marco suchen den 56 Meter hohen Wasserturm auf Schadstellen ab. Er soll saniert werden. Foto: t&w

Industriekletterer: Schadenssuche in luftiger Höhe

ca Lüneburg. Ein ungewohntes Bild bietet sich am Wasserturm: Mit Seilen gesichert erklimmen die Industriekletterer Marco und Oliver das Lüneburger Wahrzeichen. Die beiden Experten schauen aktuell zwischen Spitze und Galerie nach Unregelmäßigkeiten im Mauerwerk. Zudem sammeln die beiden Fachmänner aus Sicherheitsgründen lose Gesteinsbrocken ein.

Rüdiger Hedde, im Trägerverein verantwortlich für die Sanierung des Turms, sagt, dass es um eine genauere Schadensanalyse des Turms gehe. Aufgrund spezieller Fotos können die Kletterer schadhafte Stellen im Mauerwerk quasi wie in eine Landkarte eintragen. Das Ergebnis helfe dann festzulegen, in welchem Ausmaß die Sanierungsarbeiten ausfallen müssen und was sie voraussichtlich kosten. War Hedde vor Wochen noch von einer Summe im Millionenbereich ausgegangen, hofft er nun, dass „es deutlich weniger wird“.

Im Juli hatte Hedde erklärt, dass sich Gutachter den mehr als 100 Jahre alten ehemaligen Wasserspeicher angesehen hätten. Deren Bilanz damals laut dem ehemaligen Schulleiter der benachbarten Oberschule: „Mittelfristig müssen wir den Turm einrüsten. Die Fassade muss saniert werden. Das bedeutet, Fugen sollen ausgefräst und mit geeignetem Mörtel neu verfugt werden.“

Ob es nun so dicke kommt, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Dann will Hedde auch schauen, wo er Fördermittel auftreiben kann. Darin war er ganz erfolgreich. Wie berichtet, war der Wasserturm vor gut drei Jahren schon einmal saniert worden, das hatte eine Million Euro gekostet, ein üppiger Zuschuss war damals aus einem EU-Programm geflossen. Jetzt hatte sich herausgestellt, dass Wassereinbrüche, die dem langen Lulatsch nun zu schaffen machen, vermutlich auch eine Ursache darin haben, dass die damaligen Arbeiten nicht ausgereicht haben. Das soll sich im zweiten Anlauf nicht wiederholen.

Der 1906/1907 gebaute Turm war bis 1985 in Betrieb. Zur Expo 2000 hatten der damalige Schulleiter Hedde und seine Partner den Bau übernommen, mithilfe der Neuen Arbeit sanieren lassen und darin eine Ausstellung installiert. Schüler sind seitdem als Führer in das Konzept eingebunden.