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Denis Wohlgemuth (l.), Fabricia Schäfer und Lasse Fugelsang aus der 7b kämpfen sich Stufe für Stufe den Wasserturm hinauf. Sie spenden für die Kinder in Kenia. Foto: t&w
Denis Wohlgemuth (l.), Fabricia Schäfer und Lasse Fugelsang aus der 7b kämpfen sich Stufe für Stufe den Wasserturm hinauf. Sie spenden für die Kinder in Kenia. Foto: t&w

Ständiges Auf und Ab für Kenia

ap Lüneburg. „Wir spenden für die Kinder in Kenia“, erzählt er mit roten Wangen und schwerem Atem. 11380 Treppenstufen hat Lasse Fugelsang am frühen Morgen erklommen. Der Wasserturm hat 298 Stufen, der 14-Jährige ist also volle 20 Mal bis zur Spitze und wieder hinunter gelaufen — für einen guten Zweck. Lasse lernt in der Klasse 7b der Oberschule am Wasserturm, die seit 2002 Unesco-Projektschule ist und seither einmal im Jahr einen Spendenmarathon im Wasserturm veranstaltet. 70 Schüler, vier 7. Klassen, laufen am Mittwochmorgen im Lüneburger Wahrzeichen hoch und runter.

Seit vier Jahren besteht ein Kontakt nach Kenia, „mit den erlaufenen 1400 Euro aus dem vorigen Jahr konnte drei Kindern der Internatsbesuch und weiteren eine Schuluniform finanziert werden“, sagt Birgit Dröge, Unesco-Koordinatorin der Schule. Nach Sponsoren mussten die Kinder im Vorwege selbst suchen, das gestaltete sich nicht so einfach. Trotz eines offiziellen Schreibens des Schulleiters beschränkte sich der Kreis der Sponsoren eher auf Eltern, Verwandte und Nachbarn, merkt Dröge an.

2,50 Euro erlaufen die Schüler für einmal hoch und wieder runter. Zehn Durchgänge sind für jeden als Ziel anvisiert, eineinhalb Stunden haben die Schüler dafür Zeit. Wasserturmführer aus den 10. Klassen kontrollieren die Eingänge, stempeln die „Laufkarten“ ab und feuern an. „Viele haben gemotzt, wie anstrengend es ist, aber die haben das wirklich toll gemacht“, sagen zwei „Aufpasserinnen“ aus Klasse 10.

Lasse kann nun nicht nur die angesetzten 25 Euro spenden, sondern gleich das Doppelte. Sein Vater und ein Schneider aus Westergellersen, der sofort einwilligte, unterstützen ihn dabei finanziell. Die Klassenlehrerinnen der 7b, Ulrike Möckelmann und Sabine Sturm, sind stolz: „Wie die sich da hochgekämpft haben, das war der Wahnsinn.“ Vor allem die Tatsache, dass die Spende für die Kinder so greifbar sei und sie sehen können, wohin das Geld fließt, habe sie nochmal extra angespornt. „Ich mache eigentlich gar keinen Sport“, sagt Lasse und wischt sich die Schweißperlen aus dem Gesicht. 20 Durchgänge, also 50 Euro, habe er sich „einfach in den Kopf gesetzt“.

Über den Naretoi Verein gelange die Spende nach Kenia in die Gegend des Naturreservats Massai Mara. „Ich habe eben ein Foto nach Kenia geschickt — per Whatsapp. Dann können sie dort sehen, wie die Kinder hier schuften“, sagt Birgit Dröge, die 2014 selbst vor Ort war, um das Geld an die kenianischen Halb- und Vollwaisen zu überreichen.