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Der Verkehr nimmt immer weiter zu – die Politiker wünschen sich weiterhin ein Tempolimit auf der Ostumgehung. Foto: A/be
Der Verkehr nimmt immer weiter zu – die Politiker wünschen sich weiterhin ein Tempolimit auf der Ostumgehung. Foto: A/be

Tempolimit auf der Ostumgehung

ca Lüneburg. 15 000 Autos pro Tag sollten es laut Prognose von 1981 heute sein. Die Planer haben sich verschätzt: 39 000 Fahrzeuge rollen nun täglich über die Ostumgehung, nach einer neuen Vorhersage steigt die Zahl bis 2030 auf 50 000. Wobei offen ist, ob sich die Wirklichkeit an die Zukunftsschau der Behörden hält. Die Gruppe SPD/Grüne stellte am Donnerstag bei der Ratssitzung die Anfrage: „Welche Lärmschutzmaßnahmen erfolgen noch an der Ostumgehung?“

Da sich die Verkehrszahlen dramatisch erhöht haben, ist schon vor Jahren ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren nötig geworden, erklärte Verkehrsdezernent Markus Moßmann. Für eine Aktualisierung hat die Stadt eine Stellungnahme an den Landkreis abgegeben. Sie moniert beispielsweise, dass in den Erhebungen der Schwerlastverkehr nicht ausreichend berücksichtigt werde. Es fehlten Aussagen über die Wirkung von Lärmschutzwänden, auch ein gefordertes Tempolimit finde keine Beachtung.

Politiker wünschen sich weiterhin Tempolimit auf der Ostumgehung

Rückenwind kam aus allen Fraktionen. Für die SPD sagte Heiko Dörbaum, bislang sei immer der Bau der A 39 ins Feld geführt worden, komme die Autobahn, komme Lärmschutz. Doch die Debatte müsse man trennen. Ähnlich argumentierte Dr. Gerhard Scharf für die CDU, der wie Dörbaum in einem der vom Lärm betroffenen Stadtteile zu Hause ist. Es sei fraglich, ob die A 39 gebaut werde. Zudem hätten Bürger angesichts der veränderten Situation einen Rechtsanspruch auf Maßnahmen gegen den Krach.

Einig waren sich beide, dass die Geschwindigkeitbegrenzung von ursprünglich 100 auf jetzt 70 km/h viel gebracht habe. Das hatte die Polizei aus Sicherheitsgründen empfohlen, da Flüchtlinge an der Schnellstraße gesichtet wurden. So ein Tempolimit hatte auch die Stadt erreichen wollen. Vor Jahren hatte sie deshalb Tempo 80 für Autos und 60 km/h für Lkw angeordnet. Das aber war durch die Straßenbaubehörde des Landes gekippt worden. Selbst Initiativen über den Landtag liefen ins Leere. Auch Birte Schellmann (FDP) und Ulrich Löb (Grüne) priesen die Folgen der 70-km/h-Regelung.

Allerdings goß Oberbürgermeister Ulrich Mädge Wasser in den Wein: Die jetzige Regelung werde aufgehoben, wenn die Polizei keine Gefahr mehr sehe. Die Verwaltung könne nicht gegen die Entscheidung der Behörde klagen, das müssten Bürger tun, aber bislang sei niemand vor Gericht gezogen.

7 Kommentare

  1. wenn dieser unfug so weitergeht, wird bald deutschland überdacht und ist komplett zugepflastert. überdacht, damit der lärm die nachbarländer nicht erreicht, zugepflastert, weil sonst der platz für zukünftige container nicht ausreichen wird.

  2. Bauen wir die Umgehung doch gleich zu einem Wanderweg zurück. Ich wohne auch in einem der angeblich von Lärm betroffenen Stadtteile. Komisch nur, dass man hier abends die Güterzüge vom deutlich weiter entfernten Bahnhof mehr hört, als die Umgehungsstraße. Können wir da vielleicht auch Tempo 30 haben?

    • Ha, da rennen Sie bei mir zum Beispiel offene Türen ein…
      Ich benutze aus beruflichen Gründen täglich den Weg über die Bahnbrücke an der Ilmenau.
      Kann es sein, das am Abend die Güterzüge deutlich schneller fahren als tagsüber?
      Ich wohne auch in Hörweite der Ostumgehung, die Güterzüge hört man deshalb so“gut“ weil der Lärmschutz der Bahnstrecke genau an der Brücke endet und sich somit der Schall schön in alle Richtungen verteilen kann.(Hach ,wie grossartig schlecht zu Ende gedacht von den Planern!!!)

  3. Bevor man hier über ein neues Tempolimit von 80 km/h diskutiert, sollte lieber das jetzige Tempolimit stärker kontrolliert werden.
    Ich fahre als Pendler regelmäßig auf der Ostumgehung. Wenn ich sehe, wie viele Möchtegern „Schuhmacher“ dort mit weit über den erlaubten 100 km/h fahren, um dann kurz vor den festen Blitzern abrupt auf Tempo 80 abzubremsen und dann wieder beschleunigen, kann ich mir nur an den Kopf fassen. Das sind meiner Meinung auch die Fahrzeuge, die für den erhöhten Lärmpegel verantwortlich sind.
    Fazit, Tempolimit bringt nichts, wenn nicht auch kontrolliert wird.

  4. Wenn sich die Befürworter des Tempolimits bereit erklären für den volkswirtschaftlichen Schaden aufzukommen habe ich nichts dagegen.
    Bei 39.000 Fahrzeugen und einer Fahrzeitverlängerung von vielleicht 3 Minuten sind das 117.000 Minuten pro Tag.
    Unter der Annahme, das 30% davon beruflich unterwegs sind (LKWs, Kuriere, Vertreter, Baufirmen etc.), die einem Stundensatz von 60 Euro pro Stunde haben, sind das 35.100 Euro pro Tag die der Volkswirtschaft verloren gehen.
    Bei 250 Arbeitstagen sind ungefähr 8,8 Mio Euro pro Jahr.

    Wenn diese Summe jährlich von den Anwohnern und den Befürwortern aus der Politik an den Staat gezahlt wird, bin ich dafür!
    Natürlich bin ich nur dafür, dass die Anderen dafür sind zu zahlen, sonst müsste ich ja selbst zahlen.

    • volkswirtschaftlicher schaden? an den staat zahlen? sind sie etwas durcheinander? der staat sind wir. wir lassen uns von der wirtschaft gängeln. und warum? damit die einen reicher werden und die anderen ärmer? ihre rechnung ist eine milchmädchenrechnung. wie groß ist wohl der volkswirtschaftliche schaden , der durch gier und den dadurch resultierten krankheiten entsteht? wem nützt auf dauer die hetzerei?

  5. Für die ausschließlich an Wochenenden stattfindenden Rennveranstaltungen auf dem ADAC Trainingsgelände in Embsen, welche wesentlich lauter sind als die Umgehung gibt es bislang keinen Lärmschutz. Im Gegenteil kann sich der ADAC Hoffnung auf eine Änderung des Planfeststellungsbeschlusses machen, mit der Konsequenz, dass es mehr und lautere Renveranstaltungen geben soll. Offensichtlich ist man in Stadt und Landkreis Lüneburg auf diesem Oht buchstäblich taub. Es wird Zeit, dass hier eine angemessene Abwägung des Schutzgutes vorgenommen wird. Vermeidbarer Lärm gehört verboten, unvermeidbarer Lärm im Rahmen des Möglichen reduziert.