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Eine neue Fahrzeughalle soll an das Feuerwehrgerätehaus angebaut werden, mit zusätzlichen Schulungsräumen und Lager im Obergeschoss. Foto: dth
Eine neue Fahrzeughalle soll an das Feuerwehrgerätehaus angebaut werden, mit zusätzlichen Schulungsräumen und Lager im Obergeschoss. Foto: dth

Feuerwehr Reppenstedt: Einstimmiges Votum für Anbau

dth Reppenstedt. Wellblechhütte oder Luxusbau? Auf jeden Fall soll das Reppenstedter Feuerwehrgerätehaus einen Anbau für mehr als eine halbe Million Euro erhalten, das haben der Feuerschutz- und der Bauausschuss des Gellerser Samtgemeinderats jeweils einstimmig empfohlen bei ihrer Sitzung am Mittwochabend im Reppenstedter Rathaus. Dabei hatte Architekt Christian Tönjes noch tiefgestapelt, als er sagte: „Die Halle ist keine planerische Großleistung. Das ist ein Rechteck, in das ein Fahrzeug gestellt wird.“ Allerdings mit ausgebautem Dachgeschoss für Schulungsräume und Kleiderkammer. Dr. Hinrich Bonin (SPD) bezweifelte zunächst die Kostengünstigkeit des Vorhabens, vollzog dann aber eine rasante Kehrtwende und lobte den Entwurf überschwänglich.

„Wir haben schon 2012 die Notwendigkeit für einen Anbau gesehen“, sagte Ordnungsamtsleiter Arndt Conrad. Aus der Zeit stammt die erste Kostenschätzung von rund 450 000 Euro. In Anbetracht von Kostensteigerungen im Baugewerbe erhöhte der Samtgemeinderat jüngst den Ansatz im Nachtragshaushalt um 70 000 Euro auf 520 000 Euro. Auch am Konzept wurde weiter gefeilt.

Der zwischenzeitlich auf den Weg gebrachte Feuerwehrbedarfsplan gab neue Impulse: So ist der Kern des geplanten Anbaus mit einer Fläche von 200 Quadratmetern eine freitragende Halle. Mit nun zwei geplanten Einfahrtstoren sollen die Brandschützer damit ausreichend Bewegungsfreiheit erhalten für ein bald neues Logistikfahrzeug mit Wechselladung. Dank des zusätzlichen Platzes könnte auch Ausrüstung beispielsweise aus Kirchgellersen dorthin ausgelagert werden. Conrad sagte: „Der Anbau soll nicht nur den funktionalen Ansprüchen der Feuerwehr genügen, sondern auch gestalterisch ansprechend sein.“

Architekt Tönjes, dessen Büro vor rund 20 Jahren schon das Bestandsgebäude geplant hatte, schlug vor, die vorhandene Gebäudestaffelung fortzuführen wie auch die Fassadengestaltung in Klinkeroptik. Wie im Bestand soll der Anbau im Obergeschoss Gauben erhalten. An der neuen Stirnseite des Gebäudes soll zudem eine zweiteilige Rettungstreppe angebracht werden, die sich laut Tönjes auch für Übungszwecke eigne, beispielsweise „zum Abseilen“.

Bonin nannte die Planung konsistent, er wollte sie auch politisch mittragen. Aber mit Blick auf den Ausbau der Feuerwehr Rettmer könnte es auch günstiger gehen, vermutete er. Dem trat Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers (parteilos) entgegen, vergleichbare Objekte seien deutlich teurer. Darauf Bonin: „Also gut, wenn wir so bauen, dann ist das Champions League und nicht Kreisklasse.“ Darauf sagte Gemeindebrandmeister Frank Thieme: „Das ist keine Luxusplanung! Die Gauben hätten wir nicht gebraucht, aber das war damals Wunsch der Politik. Und jetzt soll das so weitergebaut und nicht so ein Blechkasten hingesetzt werden.“ Dem pflichtete auch Holger Dirks (Grüne) bei: „Das Gebäude ist ortsbildprägend. Da müssen wir etwas Vernünftiges bauen und können da nicht einfach eine Wellblechhütte dranklatschen.“

One comment

  1. Das Gebäude ist ortsbildprägend?
    das gebäude ist ziemlich gut versteckt. und zwar am rande des großen industrieparks von reppenstedt. schmunzel.