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Noch stehen auf dem Gelände des Schulstandortes Schwalbenberg Container, doch die sollen Platz machen für den Bau einer Zweifeldsporthalle. Dafür hat sich Schulausschuss des Kreises nun einstimmig ausgesprochen. Foto: t&w
Noch stehen auf dem Gelände des Schulstandortes Schwalbenberg Container, doch die sollen Platz machen für den Bau einer Zweifeldsporthalle. Dafür hat sich Schulausschuss des Kreises nun einstimmig ausgesprochen. Foto: t&w

Schulausschuss des Kreises für Neubau am Schwalbenberg

pet Lüneburg. Einen weiteren Schritt voran ging es mit dem geplanten Bau einer Zweifeldsporthalle für die Berufsbildenden Schulen I, II und III. Einstimmig empfahl der Schulausschuss dem Kreisausschuss, die Verwaltung zu beauftragen, am Schulstandort Schwalbenberg, genauer in der Straße Am Schierbrunnen, eine Halle mit den Maßen 22 mal 45 Meter zu errichten. Im Hallenbau enthalten sein sollen vier Unterrichtsräume von jeweils 72 Quadratmetern, die die Raumnot der BBS III lindern sollen, sowie ein Gruppenraum. Am Hallen­standort vorhandene Mobilklassen sollen im Gegenzug zurückgebaut werden.

Eine Bauvoranfrage an die Stadt Lüneburg sei bereits gestellt worden, berichtete Hans-Richard Maul, Servicebereichsleiter des Landkreises. „Ein positiver Bescheid liegt mittlerweile vor.“ Die Kosten, für die Halle, die in Industriebauweise erstellt werden soll, liegen bei 2,46 Millionen Euro. „Ende 2017“, so Maul, könne die Halle, die auch von Vereinen genutzt werden kann, fertiggestellt sein. Eine „gute Entlastung“ sah BBS-III-Leiterin Christiane Pätz in dem künftigen Bau. Sie freue sich darauf, dass der Sportunterricht nicht mehr wie bisher „bis spät in den Nachmittag hinrein reichen“ müsse und auf die neuen Unterrichtsräume.

Nicht so harmonisch ging es zu, als der Ausschuss darüber diskutierte, unter welchen Bedingungen künftig Schüler der Grundschule Neuhaus der Besuch der Regionalschule in Boizenburg oder des Gymnasiums in Dömitz — bei gleichzeitiger Übernahme des Gastschulgelds durch den Landkreis — gestattet wird. Bisher hatte der Landkreis dem Schulbesuch in Mecklenburg-Vorpommern zugestimmt, wenn die Kinder von ihrer Grundschule eine Gymnasialempfehlung bekommen hatten.

40 Mädchen und Jungen aus Amt Neuhaus besuchten im vergangenen Jahr die Schulen in Boizenburg und Dömitz. Vor allem auch, weil der Schulweg gegenüber dem Besuch des Gymnasiums Bleckede — gerade bei Eisgang oder Hochwasser — unkomplizierter und weniger belastend ist.

Die Schullaufbahnempfehlung wurde mittlerweile vom Gesetzgeber abgeschafft — eine neue Regelung musste her. Für die Verwaltung schlug Michael Wieske, Fachdienstleiter Schule und Kultur, vor, die Notensumme aus den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Sach­unterricht als Grundlage zu nehmen. Bei einem Gesamtwert von weniger als 6, also etwa drei Mal der Note „gut“, würde der Kreis dem Schulbesuch im anderen Bundesland zustimmen, das Gastschulgeld von rund 1000 Euro tragen. Man könne die Kosten nur übernehmen, wenn das Kind auch die Chance habe, das Abitur zu machen, so Wieske.

Ein Modell, das zuhörende Mütter aus Amt Neuhaus auf die Palme brachte. „Wer einen Notendurchschnitt von 2,0 hat, erreicht also das Abitur. Wer einen Schnitt von 3,0 hat, schafft das nicht? Was ist das für ein Blödsinn?“, meinte eine und zählte Kriterien auf, die — abseits vom Leistungsvermögen eines Kinders — eine Schulnote beeinflussen.

Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) wies darauf hin, man könne nicht „jeden“ auf die Schulen im Nachbarbundesland lassen. Man dürfe auch die nur eingleisige Oberschule in Neuhaus nicht über Gebühr schwächen. Und mit einem Seitenhieb, auf deren Weigerung, zur Ganztagsschule zu werden, sagte Nahrstedt: „Auch die Oberschule Neuhaus muss sich überlegen, ob sie sich nicht doch noch bewegen und damit attraktiver werden will.“

Der Ausschuss einigte sich schließlich einstimmig darauf, die Gesamtnote aus den drei Hauptfächern von 6 auf 7, also auf einen Durchschnitt von etwa 2,3 anzuheben. Eine Regelung, die die Mütter aus Amt Neuhaus aber auch nicht zufriedenstellte.