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Lüneburgs Superintendentin Christine Schmid und Bleckedes Superintendent  Christian Cordes zünden gemeinsam eine Kerze an - Zeichen der schon heute guten Zusammenarbeit der Kirchenkreise. Foto: t&w
Lüneburgs Superintendentin Christine Schmid und Bleckedes Superintendent Christian Cordes zünden gemeinsam eine Kerze an - Zeichen der schon heute guten Zusammenarbeit der Kirchenkreise. Foto: t&w

Kirchenkreise Lüneburg und Bleckede: Vor der Fusion

ca Lüneburg. Diskutiert wird schon lange, doch nun sollen die Kirchenkreistage in Lüneburg und Bleckede die endgültigen Entscheidungen zu den Fusionen der beiden Kirchenkreise zum 1. Januar 2017 treffen. Damit stimmen sie auch dem Konzept zu, dass die gemeinsame Lenkungsgruppe erarbeitet hat und das die Zusammenarbeit und Organisationsstrukturen festlegt. In Lüneburg tagt das Kirchenparlament am Mittwoch, 11. November, in Bleckede am 20. November.

Der neue Kirchenkreis deckt dann den gesamten Kreis Lüneburg ab und wird der größte Kirchenkreis der Landeskirche. Er zählt 88000 Mitglieder, davon rund 25000 aus dem Bereich Bleckede. Sowohl die Lüneburger Superintendentin Christine Schmid als auch ihr Bleckeder Kollege Christian Cordes betonen die schon heute enge Verflechtung beider Kreise.

Solche „Hochzeiten“ werden landesweit bereits seit dem Jahr 2000 diskutiert. Die Kirche reagiert auf sinkende Mitgliederzahlen und damit geringere Einnahmen sowie auf die älter werdende Gesellschaft. Schon 2009 beschlossen Lüneburger und Bleckeder einen Zusammenschluss, zwei Jahre später kam alles ins Stocken, weil man sich an der Elbe um die Eigenständigkeit sorgte. Schließlich nahm man 2011 einen neuen Anlauf, nun biegen die Beteiligten auf die Zielgerade ein.

„Wir bilden eine gemeinsame Verwaltungseinheit, setzen auf gemeinsames Personal, gemeinsame Gebäude und Finanzplanung. Aus zwei Strängen wird einer. Die neue Zusammenarbeit soll Entlastung und damit Kraft und Zeit für neue Ideen bringen“, sagt Christine Schmid. Es werde für die einzelnen Gemeinden wenig strukturelle Auswirkungen geben. Die 65 Pastoren und Diakone können ihre übergreifenden Aufgaben und Fortbildungen besser abstimmen. Cordes sagt, in seinem Bereich mit 15 Pastoren sei das schwierig geworden.

Beide Superintendenten blieben im Kirchenkreis und werden feste Zuständigkeiten haben. Die Leitung des Großkreises liegt bei Christine Schmid. Ebenso Bereiche wie das Kirchenkreisamt, die Öffentlichkeitsarbeit, die Familienbildungsstätte und das Ehrenamt. Cordes wird Schwerpunkte bei den diakonischen Einrichtungen, beim Kita-Verband mit rund 300 Beschäftigten, der Notfallseelsorge und Kirche im Tourismus haben. Die Zuständigkeit für die Gemeinden teilen sich beide Leitungskräfte. Auch in der Jugendarbeit und in der Kirchenmusik sollen neue Leitungsmodelle gefunden werden, bei denen die vorhandenen Personen zusammenarbeiten. Wieder sind sich beide einig: „Dass wir ohne Einsparungen in die Fusion gehen können, ist sehr gut. So können wir die Kraft für Zukunftsausrichtung verstärken.“

Eben die möchten Pastoren und Ehrenamtliche angehen, um mehr Interesse für Glauben und Kirche zu wecken. Gottesdienste sollen nicht nur am Sonntag angeboten werden, sondern vielleicht auch in der Mittagspause oder am Abend, um neue Formen der Spiritualität zu fördern. Finanziell können sich 32 Gemeinden zwischen Elbe und Heide auf ihre Planung verlassen. Haushalt und Personalschlüssel sollen nach dem Zusammenschluss für zwei Jahre auf aktuellem Niveau festgeschrieben werden. Dann will man ein neues Verteilungskonzept durch die neuen Gremien erarbeitet haben. Der Kirchenkreistag des neuen Kirchenkreises wird im Januar 2017 durch Wahl in den Gemeinden konstituiert.

Neuer Großverband

Um eine Fusion geht es auch in anderen Bereichen der Kirche. So wollen sich der Diakonieverband Lüneburg und der Herbergsverein zusammenschließen. Planungen, wie ein Großverband aussehen kann, der neben dem Landkreis Lüneburg auch den Kreis Uelzen sowie weitere Einrichtungen in Nordostniedersachsen umfasst, laufen. Gabriel Siller vom Diakonieverband sagt, die Fusion könnte Ende 2016 realisiert werden, man arbeite an einer Satzung und Strukturen. All das sei ein Entwurf, denn auch hier müssen die Kirchenkreistage den Ideen zustimmen.

Eine Fusion im Bereich der Verwaltung ist vom Tisch. Die Kirchenkreisämter in Harburg und Lüneburg sollten zusammengelegt werden. Dagegen hatten sich beide Ämter gewehrt, vor allem die Lüneburger, denn der Sitz sollte voraussichtlich in Winsen liegen. Durch den Zusammenschluss der Kirchenkreise Lüneburg und Bleckede sind diese Planungen nun aber obsolet. Zumindest bis 2030 sei das Haus an der Schießgrabenstraße entsprechend mit Finanzen ausgestattet.