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Das Haus Waldfrieden liegt auf einem 4500 Quadratmeter großen Grundstück in der Georg-Soltwedel-Straße. Foto: A/be
Das Haus Waldfrieden liegt auf einem 4500 Quadratmeter großen Grundstück in der Georg-Soltwedel-Straße. Foto: A/be

Pflegeheim Haus Waldfrieden stellt Insolvenzantrag

kre Deutsch Evern. Zur Betriebsübernahme gab es eine nette Anzeige mit gut gemeinten Worten in der Zeitung: „Wir verabschieden uns als Betreiber des Alten- und Pflegeheims Haus Waldfrieden und wünschen der neuen Betreiberin Elke Kleemeyer-Gwenner für die Zukunft alles Gute“. Das war 2002. Und bis jetzt sah es auch so aus, als ob für die neue geschäftsführende Gesellschafterin alles nach Plan laufen würde.

Umso überraschender traf viele Einwohner aus Deutsch Evern die Nachricht, dass die Altenheim-Betreiberin jetzt einen Insolvenzantrag stellen musste. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Lüneburger Rechtsanwalt Christian Schreiber bestellt.

Grund für die finanzielle Schieflage sei nicht die fehlende Auslastung des Alten- oder Pflegeheimes, sondern die aus Sicht Kleemeyer-Gwenners zu hohe Pacht für das Haus und das 4500 Quadratmeter große Grundstück in der Georg-Soltwedel-Straße. „Das ist etwas kompliziert“, sagt sie: Die Waldfrieden Alten- und Pflegeheime GmbH ist nämlich nur Pächterin des Gebäudes und des Grundstücks, muss also Pacht an eine Grundstücks GbR entrichten, die Kleemeyer-Gwenner aber selbst nur zur Hälfte gehört. Mehr als ein Jahr lang habe sie mit ihrem Geschäftspartner verhandelt, in der Hoffnung, die Pacht anpassen zu können. Vergeblich. Die Folge: Mittlerweile seien mehrere 10000 Euro Pachtschulden aufgelaufen.

Geld, das die Deutsch Evernerin nicht so ohne Weiteres mit dem Haus ,,Waldfrieden“ erwirtschaften kann. „Der Insolvenzantrag ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagt Elke Kleemeyer-Gwenner.

Die 49 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Alten- und Pflegeheimes sowie die zuständige Heimaufsicht des Landkreises Lüneburg waren bereits in der vergangenen Woche von der Geschäftsführerin über die Entwicklung informiert worden. Am gestrigen Montag folgte nun eine Info-Veranstaltung für die 55 Heimbewohner und deren Angehörige. Trotz aller Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten zeigt sich Elke Kleemeyer-Gwenner, die auch Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Privater Altenheime e.V. (AGPA) ist, optimistisch: „Niemand muss befürchten, dass aufgrund des Insolvenzverfahrens die Qualität in der Pflege und Betreuung leiden wird.“ Der Heimbetrieb werde in vollem Umfang weitergeführt.

Auch die Mitarbeiter müssen sich ihren Worten zufolge keine Sorgen machen. In den nächsten drei Monaten sind ihre Gehälter durch das Insolvenzausfall-Geld ohnehin gesichert. Und bis dahin, so hofft die geschäftsführende Gesellschafterin, hat sich eine tragfähige Lösung gefunden, um das Haus wieder auf eine finanziell solide Basis stellen zu können. ,,Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das hinbekommen werden“, gibt sich die Deutsch Evernerin kämpferisch.