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2016 soll auch die Grundschule Kirchgellersen eine energetische Sanierung erfahren. An erster Stelle steht der östliche Trakt. Foto: t&w
2016 soll auch die Grundschule Kirchgellersen eine energetische Sanierung erfahren. An erster Stelle steht der östliche Trakt. Foto: t&w

Energetische Sanierung: Gellersen macht Grundschulen fit

dth Kirchgellersen/Reppenstedt. Zwar steht der Bau einer Mensa für die Grundschule Kirchgellersen „Im Apfelgarten“ noch nicht im Vordergrund, aber schon bei der nun geplanten energetischen Sanierung des Gebäudekomplexes soll auf einen späteren Anbau Rücksicht genommen werden. Bei der jüngsten Sitzung des Samtgemeinde-Bauausschusses stellte Architekt Peter Rabeler die ersten Überlegungen zur energetischen Sanierung und der möglichen Mensa vor, die ähnlich wie bei der Baumaßnahme an der Grundschule Reppenstedt auf einen künftigen Ganztagsschulbetrieb hindeuten. Die erste Kostenschätzung allein für die energetische Sanierung in Kirchgellersen beläuft sich auf 1,395 Millionen Euro. Die Mensa kostet extra, schätzungsweise 500 000 Euro.

Gellersens Bauamtsleiterin Susanne Stille erklärte, dass möglicherweise bei der energetischen Sanierung eine Förderung aus dem „Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ (EFRE) denkbar sei. Bei einem neuen Programm könnte es bis zu 50 Prozent Zuschüsse geben, wenn pro investierter Million Euro 140 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, so Stille. Zwar sei „die Berechnung noch nicht geklärt“, aber Stille wolle vorsorglich einen Antrag stellen.

Der Grundschulkomplex in Kirchgellersen besteht aus mehreren Elementen verschiedener Baujahre seit 1950. Ursprünglich war geplant, nach einer ersten Untersuchung im Jahr 2011, den zur Straße zugewandten Altbau als erstes zu sanieren. Doch daran könnte sich künftig, angewinkelt in Richtung des Schulgartens, der Mensabau anschließen. Bevor dort also Wände neu gedämmt werden, um sie später für einen Anbau wieder abzureißen, kommt der Altbau erst als zweites dran. In jedem Fall soll der Schulgarten mit Teich erhalten bleiben, betonte Bauamtsleiterin Susanne Stille.

Grundsätzlich sollen Fensterflächen, obere Decken im Mitteltrakt und im Altbau ungedämmte Außenwände bearbeitet werden, außerdem sei das Dämmen des Flachdachs sowie der Kellerdecke im Altbau empfohlen. Rabeler schlug zudem vor, später mit der Mensa auch einen Aufzug einzubauen, der zumindest vier von fünf Ebenen in dem verwinkelten Gebäudeonstrukt barrierefrei erschließen könnte. Kostenschätzung allein für den Aufzug: 40 000 bis 60 000 Euro.

Die Detailplanung für die nun an erster Stelle stehende Sanierung des östlichen Schul­trakts muss noch erarbeitet werden. Gegen die Stimmen der CDU fasste der Bauausschuss den Beschluss, die energetische Sanierung an den Samtgemeinderat zu empfehlen. Die energetische Sanierung der Grundschule Kirchgellersen ist bereits in einem ersten Schritt haushaltsrechtlich in 2016 abgesichert. Für 2017 ist der Bau einer Mensa in den Finanzplan aufgenommen worden.

Schließlich gab Architekt Rabeler einen kurzen Sachstandsbericht zur weiter laufenden Sanierung in der Grundschule Reppenstedt und dem dortigen Mensabau. Zuletzt war im Sommer die Sanierung des Sanitärbereichs abgeschlossen worden. Die Mensa befindet sich im Rohbau, zuletzt wurde mit der Dachdeckung begonnen, bald soll auch die Glasfassade fertiggestellt werden. Rabeler: „Wir wollen zum Jahreswechsel eine saubere Baustelle haben.“ Dann soll auch der Innenausbau losgehen können.
Ursprünglich war eine Fertigstellung im Februar des kommenden Jahres geplant. Weil manche Gewerke aber derzeit schwer auf der Baustelle zu halten seien, „weil sie lieber anderswo Fertighäuser bauen“ (Rabeler), sei derzeit mit einer Verzögerung von vier bis fünf Wochen zu rechnen.

Dazu sagte Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers: „Die Verzögerung ist zwar ärgerlich, aber wir haben noch einen zeitlichen Puffer. Wir brauchen die Mensa spätestens zum Schuljahr 2016/17.“ Dann wird der Mensa-Anbau als Ausweichraum benötigt, damit in der Grundschule Reppenstedt der nächste Bauabschnitt zur energetischen Sanierung beginnen kann.

Ganztagsbetrieb geplant

Die Einführung der Ganztagsschule ist in den nächsten Jahren auch für die Grundschulen der Samtgemeinde Gellersen vorgesehen. Als erste wird zunächst die Grundschule Reppenstedt den Ganztagsschulbetrieb aufnehmen, heißt es in einer Sitzungsvorlage der Gellerser Verwaltung zur heutigen öffentlichen Sitzung des Schulausschusses der Samtgemeinde.

Weiter heißt es: „Die baulichen Erweiterungen der Grundschule Reppenstedt um zwei Klassenräume und der Bau einer Mensa waren und sind bereits darauf ausgelegt, dass nach Ablauf der 3,5-Zügigkeit der Ganztagsschulbetrieb aufgenommen wird. Seitens des Landkreises wurde bei der Benehmensherstellung für den Mensaanbau explizit darauf hingewiesen, dass der Ganztagsschulbetrieb zum Jahre 2017/18 aufzunehmen ist.“

Nicht vor dem Schuljahr 2018/19 soll auch in Kirchgellersen der Ganztagsschulbetrieb aufgenommen werden. Ein Beschluss darüber ist wie in Reppenstedt wichtig, um für die jeweiligen Baumaßnahmen Mittel aus der Kreisschulbaukasse einzuwerben. Die öffentliche Sitzung des Schulausschusses findet heute, 11. November, um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Reppenstedt statt.