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Der Unterbau weist verschiedene Stärken auf: Im Frühjahr 2016 soll die Kurze Straße in Bienenbüttel neu gepflastert werden. Foto: t&w
Der Unterbau weist verschiedene Stärken auf: Im Frühjahr 2016 soll die Kurze Straße in Bienenbüttel neu gepflastert werden. Foto: t&w

Bienenbüttel: Liste der Straßenschäden immer länger

emi Bienenbüttel. Die schlechten Nachrichten aus dem Ortskern Bienenbüttel reißen nicht ab. Erst vor kurzem wurde die Bahnhofstraße zum dritten Mal gepflastert, weil Mängel am Unterbau und der Gossenanlage aufgetaucht waren. Jetzt wurden auch an der Kurzen Straße Schäden entdeckt. Die Straße soll voraussichtlich im Frühjahr 2016 neu gebaut werden. Auf die Gemeinde Bienenbüttel kommen damit Kosten in Höhe von rund 48 000 Euro zu.

Erst in den Herbstferien war gleichzeitig mit der Mängelbeseitigung an der Bahnhofstraße auch die Einfahrt in die Kurze Straße erneuert worden. „Dabei wurde festgestellt, dass der Unterbau nicht so hergestellt wurde, wie er sein sollte“, sagt Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke. „Zum Beispiel ist in Teilbereichen unter dem Pflaster keine Schottertragschicht und das Pflasterbett in einer sehr unterschiedlichen Stärke von vier bis 14 Zentimetern vorhanden. Das Ingenieurbüro hat die Empfehlung gegeben, das Mittelstück zwischen den beiden jeweiligen Einmündungsbereichen komplett zu sanieren. Im Rahmen der Mängelbeseitigung war für diesen Bereich ,nur‘ eine punktuelle Reparatur der Fahrbahnfläche und der Gosse vorgesehen.“

Warum die Schäden nicht sofort beseitigt wurden, begründet der Gemeindechef so: „Nach Bekanntwerden der Mängel wurde sich darauf verständigt, von den vorgesehenen punktuellen Reparaturarbeiten abzusehen und das Mittelstück komplett zu sanieren. Aufgrund der vorangeschrittenen Zeit, Mitte November, wollte man diese Arbeiten aber nicht vor der Winterperiode beginnen. Es wäre den Geschäftsleuten und Anwohnern schlichtweg nicht zuzumuten gewesen, bei einem plötzlichen Wintereinbruch eine offene Straße über mehrere Monate lang vor der Haustür zu haben.“

Bei Bienenbüttels Bauamtsleiterin ist das Entsetzen über die neuerlichen Schäden groß. „Ich bin schockiert über den Zustand des Unterbaus der Straße, die erst vor einigen Jahren hergestellt wurde“, sagt Inga Heitmann. „Es hat aufgezeigt, wie sehr die Firma gepfuscht hat.“ Das Unternehmen ist inzwischen insolvent.

Auf die Auswahl der Firma hatte die Gemeinde seinerzeit keinen Einfluss. Kommunen sind verpflichtet, Baumaßnahmen ab einer bestimmten Größe auszuschreiben und das wirtschaftlichste Angebot auszuwählen. Bereits beim jüngsten Ärger um die Bahnhofstraße hatte Franke gegenüber der LZ gesagt: „Natürlich ist es sehr ärgerlich, dass man als Kommune an Vergabegesetze gebunden ist, die manchmal wenig Spielräume lassen, Entscheidungen zu treffen, die aus unserer Sicht die sinnvollsten sind. Wenn wir uns nicht für das wirtschaftlichste Angebot entscheiden, können wir auf entgangenen Gewinn verklagt werden.“ In anderen Ländern, etwa Dänemark, könnten sich Gemeinden dagegen auch für das zweitwirtschaftlichste Angebot entscheiden. „Ich würde mir langfristig wünschen, dass das Land dort zu Veränderungen kommt, dass es uns mehr Flexibilität zugesteht, um solche Dinge zu vermeiden“, so Franke.

Derzeit werde die mögliche Aussicht eines Klageverfahrens geprüft, sagt der Bürgermeister. „Das sind wir allen Bienenbüttelern schuldig.“