Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Das Uni-Gebäude mit einer Bruttogrundfläche von 5240 Quadratmetern im Rotenbleicher Weg 67 steht zum Verkauf. Bis jetzt arbeiten hier noch 50 Wissenschaftler, sie sollen ins neue Zentralgebäude umziehen. Foto: t&w
Das Uni-Gebäude mit einer Bruttogrundfläche von 5240 Quadratmetern im Rotenbleicher Weg 67 steht zum Verkauf. Bis jetzt arbeiten hier noch 50 Wissenschaftler, sie sollen ins neue Zentralgebäude umziehen. Foto: t&w

Uni-Gebäude am Rotenbleicher Weg zu verkaufen

mm Lüneburg. Der Gebäudekomplex am Rotenbleicher Weg liegt nahe der Innenstadt und steht zum Verkauf. Eigentümerin ist die Stiftung Lüneburger Universität. Sie sucht seit Mittwoch nach Interessenten für die Liegenschaft am Rotenbleicher Weg 67. Einen möglichen Verkaufspreis nennt die Hochschule nicht, sondern wartet auf Angebote. Durch den Verkauf soll der Etat für den Neubau des Zentralgebäudes aufgestockt werden. In einem Kostenplan für die Finanzierung des Libeskind-Baus aus dem Jahr 2013 kalkuliert die Uni selber mit einem „Verwertungserlös“ von rund 2,3 Millionen Euro.

Die Hochschule plant, dass es für den Komplex aus den 1960er-Jahren mit späterem Seminarraumanbau bald einen neuen Besitzer gibt, spätestens bis Ende 2016. Dann soll auch das neue Zentralgebäude nach Entwürfen von US-Architekt Daniel Libeskind fertig gebaut sein.

Dann könnten die rund 50 Wissenschaftler, die derzeit am Rotenbleicher Weg beschäftigt sind, umziehen. Ihr neuer Arbeitsplatz läge auf dem Hauptcampus an der Scharnhorststraße. Ihre alte Arbeitsstelle, die aus Büros, Seminarräumen, Sportflächen und Schwimmbad besteht, könnte umfunktioniert werden. Die Ideen der Uni: zu einem Wohnhaus, einem Hotel, auch sei denkbar, dass sich Geschäfte und Gastronomie ansiedeln. Oder es gibt einen Abriss.

Die Stadt Lüneburg prüft, ob sie ein Kaufangebot abgibt. Angesichts der stetig steigenden Flüchtlingszahlen wäre eine Unterkunft eine Variante. Doch Sprecherin Suzanne Moenck verneint dies und sagt: „Das Gebäude ist energetisch stark sanierungsbedürftig. Angesichts der im kommenden Jahr sich verschärfenden energetischen Vorgaben ist die Einschätzung unserer Fachleute, dass es auf einen Abriss des Gebäudes hinausläuft, sodass es in dem Verfahren letztlich vor allem um den Erwerb des Grundstücks geht.“

Und weiter: Man werde sich die Verfahrensunterlagen „genau ansehen und in unseren Gremien besprechen, ob ein Angebot und eine Nutzung möglich sind, die sich auch wirtschaftlich rechnen“.

Die Einnahmen aus dem Verkauf ihrer Liegenschaft möchte die Universität bekanntlich in die Baufinanzierung des neuen Zentralgebäudes auf dem Campus an der Scharnhorststraße stecken.

„Der Verkauf der sogenannten Außenstandorte war seit 2007 Auflage und Verpflichtung im Zusammenhang mit dem Neubau des Zentralgebäudes“, sagt Dörte Krahn aus dem Uni-Pressereferat. Auch Alt- und Neubau am Technik-Campus Volgershall sollen noch veräußert werden. Nicht aber die Gebäudeteile vom Campus Rotes Feld am Wilschenbrucher Weg.

Für den Komplex am Rotenbleicher Weg hat jetzt ein zweistufiges Auswahlverfahren begonnen. Ziel sei es, „geeignete Investoren, Projektentwickler und Bauträgerunternehmen anzusprechen, die das auf dem Grundstück befindliche Bestandsgebäude erhalten und umnutzen wollen, oder die alternativ eine Neubebauung planen“, heißt es in der offiziellen Ausschreibung.

Zuerst würden Interessensbekundungen zur Erwerbsabsicht abgefragt. Im zweiten Schritt bekommen Interessenten Grundstücks- und Objektunterlagen zur Verfügung gestellt, Kaufangebote werden erbeten und verbindliche Kaufverhandlungen geführt.

Wie viel die Liegenschaft, die im Besitz der Stiftung Universität Lüneburg ist, kosten wird, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Die Uni teilt lediglich mit: „Es wird ein wettbewerbliches Verfahren durchgeführt, bei dem sich am Ende das beste Angebot durchsetzen wird. Die Stiftung ist aufgrund der derzeitigen Lage auf dem Immobilienmarkt zuversichtlich, einen guten Verkaufspreis zu erzielen.“