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Wo jetzt noch zartes Grün aus der Erde sprießt, könnten in Zukunft Wohnhäuser stehen, fürchtet Gerhard Wulf. Der Bauer will sein Ackerland am Ortsrand Bienenbüttels aber nicht kampflos aufgeben. Foto: t&w
Wo jetzt noch zartes Grün aus der Erde sprießt, könnten in Zukunft Wohnhäuser stehen, fürchtet Gerhard Wulf. Der Bauer will sein Ackerland am Ortsrand Bienenbüttels aber nicht kampflos aufgeben. Foto: t&w

Flächennutzungsplan Bienenbüttel: Neuer Entwurf verärgert Landwirte

emi Bienenbüttel/Hohns­torf. Landwirte aus Hohns­torf bangen um ihr Ackerland. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Bienenbüttel hat kürzlich den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes (F-Plan) in Bienenbüttel und Hohnstorf gefasst. Demnach ist vorgesehen, am nordöstlichen Ortsrand zwischen Vierenbachsweg und Hohnstorfer Straße ein neues, umfangreiches Wohngebiet auszuweisen – Flächen der Landwirte müssten dafür weichen. Die Bauern kritisieren, dass sie viel zu spät informiert wurden. Ihrem Ärger machten sie jetzt in einer Erklärung Luft.

Flächennutzungsplan bringt Bauern auf die Barrikaden

„Auch, wenn man nachvollziehen kann, dass die Gemeinde Bienenbüttel Flächen sucht, um sich zu vergrößern“, steht in dem öffentlichen Schreiben, „der reine Anstand würde es gebieten, dass sich der Bürgermeister mit den Menschen zusammensetzt, über deren Eigentum er verfügen möchte.“

Der Gemeindechef kann die Aufregung nicht verstehen. „Wir haben lediglich einen F-Plan-Aufstellungsbeschluss gefasst“, sagt Dr. Merlin Franke. „Der Flächennutzungsplan ist der städtebauliche Bauleitplan der Gemeinde. Er entwickelt keine unmittelbare Rechtswirkung gegenüber den Bürgern.“

Man sei bisher ganz am Anfang des Verfahrens, betont der Bürgermeister. Bis das Vorhaben konkret werden könnte, müssten noch „unheimlich viele Schritte“ erfolgen, unter anderem die frühzeitige Beteiligung und Unterrichtung der Öffentlichkeit, die Unterrichtung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange, die Behandlung der Stellungnahmen und so weiter. Allein das Änderungsverfahren dauere zwei Jahre.

Geht es nach den Hohnstorfer Landwirten, könnte sich die Gemeinde Zeit und Geld sparen. „Da wir unseren Grund und Boden nicht verkaufen wollen, ist das Ganze eine Luftnummer, mit der sich offenbar einige Leute profilieren wollen“, schreiben sie. „Denn mit der dort geplanten Anzahl von Häusern würde sich Bienenbüttel mal eben um ein Drittel vergrößern.“ Zuletzt kursierten Zahlen, dass in dem Bereich innerhalb der nächsten 30 bis 40 Jahre 240 bis 300 Häuser gebaut werden könnten, von 800 bis 1000 Menschen war die Rede.

Franke hält nichts von solchen Zahlenspielen. Diese seien lediglich von einem Ratsmitglied hochgerechnet worden. Wo, wann, wie viele Wohnhäuser entstehen könnten, das sei völlig offen: „Zukunftsmusik.“ Da bekannt geworden sei, dass einige Flächeneigentümmer verkaufen wollten, habe man als Gemeinde schnell handeln müssen, „um keine Flächenspekulationen aufkommen zu lassen und Vermögensschaden abzuwenden“, sagt der Bürgermeister. Das habe er den Landwirten auch bei einem Dorfabend am vergangenen Mittwoch erklärt. „Wir sind in guter Stimmung auseinandergegangen.“

Das bestätigt auch der Hohns­torfer Landwirt Reinhard Meyer. Aber er betont: „An den Tatsachen hat sich nichts geändert. Wir haben weiterhin Bedenken.“ Bürgermeister Dr. Merlin Franke plant jetzt, mit allen Flächeneigentümern zu sprechen. Mit einigen sei er ohnehin schon seit vergangenem Jahr im Gespräch.